Als das G-Modell von Mercedes-Benz 1979 das Licht der Welt erblickte, konnte sich wohl keiner der hohen Herren aus der Vorstandsetage des Stuttgarter Autobauers vorstellen, dass es der Geländewagen mit der internen Baureihenbezeichnung W460 auf 33 Dienstjahre bringen würde. Mit dem am 11. April 2012 wurde indes klar, dass es noch viel mehr Jahre werden sollen, die der wohl urwüchsigste aller Benz die Straßen der Welt bevölkern soll. Mercedes-Benz hat die heute auf den Namen G-Klasse hörende Modellreihe nochmals deutlich aufgewertet. Neue LED-Tagfahrleuchten und Außenspiegel verändern den äußeren Look des Luxus-Geländewagens nur dezent, aber das Interieur wurde vollständig neu gezeichnet. Die Instrumententafel und die Mittelkonsole sind komplett neu; zwischen den beiden neuen Rundinstrumenten rückt ein Farbbildschirm in das Blickfeld des Fahrers. Serienmäßig mit an Bord ist mit dem Modelljahr 2013 das moderne Infotainmentsystem Comand Online mit Navigation und Internetzugang. Eine hochwertige Ausstattung mit edlen Materialien prägt das Interieur. Die Palette der Sicherheitsfeatures ergänzen auf Wunsch ein Totwinkel-Assistent, die Einparkhilfe Parktronic sowie der Abstandsregel-Tempomat Distronic Plus. Neu im Programm sind der G 63 AMG mit einem Achtzylinder-Biturbo und serienmäßiger ECO Start-Stopp Funktion sowie der G 65 AMG mit Zwölfzylinder-Biturbomotor.

Die G-Klasse und ihre Neuerungen im Kurzüberblick

1979 ursprünglich vor allem als Fahrzeug für harten Geländeeinsatz konzipiert, hat die G-Klasse eine erstaunliche Evolution durchlaufen. Im Verlauf von 33 Jahren verfeinerte Mercedes-Benz den zunächst nutzwertorientierten Geländespezialisten mit einem hochklassigen Interieur und Straßenfahreigenschaften auf dem hohen Niveau der Premium-Limousinen aus Stuttgart. Heute gilt die G-Klasse als Top-Modell unter den Luxus-Geländewagen, das auch den Genpool für die anderen erfolgreichen SUVs der Marke Mercedes-Benz begründete. Unzählige Male wurde die G-Klasse in den zurückliegenden Jahrzehnten zum Offroader des Jahres gewählt; so auch wieder in diesem Jahr, in dem behutsame Änderungen am Exterieur die Stil-Ikone auffrischen.

Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars: „Unsere G-Klasse ist seit 33 Jahren der Fels in der Brandung. In der jüngsten Evolutionsstufe bietet sie neben legendären Offroad-Eigenschaften moderne, kraftvolle Motoren, eine noch hochwertigere Luxusausstattung sowie aktuelle Sicherheitsfeatures. Gleichzeitig bleibt ihr Design dem kernigen, unverwechselbaren Stil treu.“ Stimmt, denn die wichtigsten Änderungen wurden unter dem Blech des kantigen Geländewagens sowie in dessen Innenraum durchgeführt. Komplett neu gestaltet sind das Armaturenbrett sowie die im unteren Teil an den SLS AMG erinnernde Mittelkonsole mit neu designten Bedienelementen und großzügig bemessenen Zierteilen.

Dezente Modifikationen außen, komplett neuer Look innen

Im Instrumentenfeld zwischen den zwei Rundinstrumenten findet der G-Klasse-Fahrer nun ein Farb-Display. Ein weiterer großer Farbbildschirm, blickgünstig in der Mitte angeordnet, gehört zum Comand Online System mit DVD-Wechsler, mit dem alle Modelle der G-Klasse serienmäßig ausgerüstet sind. Diese neue Infotainment-Generation bietet unter anderem Internetzugang, Navigation mit speziellen zusätzlichen Offroad-Funktionen, Sprachsteuerung sowie drahtlose Bluetooth-Verbindung. Die Modifikationen im Exterieur beinhalten LED-Tagfahrlicht und neue Rückspiegel für alle Motorisierungsvarianten. Die AMG-Versionen tragen außerdem einen neuen, charakteristischen AMG-Kühlergrill mit Doppellamelle.

Dazu gibt es markante neue Stoßfänger mit großen Lufteinlässen. Rote Bremssättel und erstmals erhältliche 20-Zoll-Felgen runden die Änderungen am Äußeren ab. Zum Motorenprogramm der neuen G-Klasse gehören nach Herstellerangaben der G 350 BlueTEC sowie der G 500, beide als langer Stationwagen, sowie der G 500 als Cabrio mit kurzem Radstand. Basisausführung im Station Wagen lang ist der G 350 BlueTEC mit V6-Diesel und 2.987 ccm Hubraum. Dieser Vierventiler leistet 155 kW (211 PS) bei 3.400 Umdrehungen pro Minute und stellt ein Drehmoment von 540 Newtonmetern (Nm) über ein Drehzahlband von 1.600 bis 2.400/min zur Verfügung. Mit an Bord: Die von Mercedes-Benz entwickelte BlueTEC-Technologie.

Die Motoren der neuen G-Klasse

Eine Alternative zum Diesel ist der G 500 mit leistungsstarkem 5,5-Liter-V8-Benzinmotor. Er leistet 285 kW (388 PS) aus 5.461 Kubikzentimetern Hubraum und bietet ein kräftiges Drehmoment von 530 Nm. Der gleiche Motor verleiht auch dem G 500 Cabrio den entsprechenden Dampf. G 350 und G 500 erhalten serienmäßig das Siebengang-Automatikgetriebe. Die nunmehr sechste Generation der seit 1960 von Mercedes-Benz entwickelten und produzierten Stufenautomaten wurde im Vergleich zum Vorgänger laut Hersteller noch einmal gründlich überarbeitet und bezüglich Verbrauch und Komfort optimiert. Neu im Programm ist der G 63 AMG mit V8-Biturbomotor und 760 Nm Drehmoment, der serienmäßig über eine Start-Stopp-Anlage verfügt.

Er schöpft seine 400 kW beziehungsweise 544 PS wie der G 500 aus 5.461 Kubikzentimetern, die er bei 5.500 Umdrehungen pro Minute bereitstellt. Seine 13,8 Liter Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometern sind angesichts der Masse dieses Fahrzeuges schon als sparsam zu bezeichnen. Mit 322 Gramm pro Kilometer CO2-Ausstoß gehört er aber nicht zu den absoluten Umweltschützern; in Anbetracht der geringen Stückzahl, in der diese Gefährte gebaut wurden, aber verschmerzbar. Seit 1979 und bis April 2011 wurden etwa 210.000 G-Modelle gefertigt. Mit ihrem hohen Drehmoment, drei elektrisch zuschaltbaren, 100-prozentigen Differenzialsperren, Leiterrahmen und Starrachsen eignet sich die G-Klasse auch künftig als Zugwagen ebenso, wie für extrem unwegsames Terrain.

Hier: Vorschau Grand Prix China 2012, Fanartikel Mercedes

Preise neue G-Klasse

Erweitert wird die Motorenpalette um den G 65 AMG mit V12-Biturbomotor, der 450 kW (612 PS) und 1.000 Nm Drehmoment zur Verfügung stellt. Mit dieser Antriebsquelle avancierte die neue G-Klasse zum stärksten Serien-Offroader der Welt. Verfügbar ist die neue G-Klasse ab Juni 2012. Ihre Preise in Deutschland (inkl. 19 % MwSt.): G 350 BlueTEC 85.311,10 Euro / G 500 99.948,10 Euro / G 500 Cabrio 100.900,10 Euro / G 63 AMG 137.504,50 Euro sowie G 65 AMG 264.180,00 Euro. Auch ohne dass Mercedes-Benz dazu eine Ankündigung herausgab, wussten Mitarbeiter des Hauses davon zu berichten, dass die Macher aus Stuttgart die Publikumspremiere der neuen G-Klasse für die Auto China 2012 in Schanghai angesetzt haben; dem Ort der Weltpremiere des Porsche Cayenne GTS.