Ähnlich wie bei der Geschichte des Automobils existiert die Mehrheit der Arbeitsplätze, die wir Menschen in zehn Jahren haben werden, heute noch nicht. Viele neue Firmen werden im Bereich der Wissensbranche, der Humanversorgung und der alternativen Energiegewinnung entstehen, so wie sie früher in der Produktion entstanden sind. Schon heute werden viele Aufgaben in diesen Bereichen von kleinen Unternehmen, Freiberuflern oder Einzelpersonen übernommen. Neue Arbeitsformen, Produkte und auch Versorgungsmodelle werden von Nöten sein. Dabei brauchen wir neue Ideen und Kreationen. Leider unterstützt unsere Erziehung diese Kreativität nicht besonders. Im Gegenteil, sie behindert uns eher dabei.
Wie wird man Kreativ?
Unsere individuellen Denkstrukturen sind ja in vielen Jahren gewachsen und von vielen individuellen Dingen geprägt worden. Das fängt im Elternhaus an und geht weiter über Kindergarten, Schule, Uni, Beruf oder Staat. Das beginnt als Kleinkind mit "Nein, das darfst Du nicht" oder "Das kannst Du nicht" und "Lass das!". Das begleitet uns das ganze Leben. Manche Begrenzungen sind sinnvoll, andere überflüssig. Wenn man einen Menschen fragt, wann er am meisten gelernt hat, nennt er in den meisten Fällen nicht die Schule, ein Seminar oder Ähnliches, sondern ein Ereignis, dass ihn aus seiner Kontinuität gerissen hat. Beispielhaft werden hier Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheiten, Unfälle oder Todesfälle genannt. Denn gerade nach solchen "Krisen" ist die Kreativität des Einzelnen gefordert. In unserem Gedächtnis befinden sich teilweise Dinge, die nicht mehr zeitgemäß sind und eigentlich eine Auffrischung oder das Gewinnen einer neuen Bedeutung dringend nötig hätten.
Neue Lösungen fordern neues Denken
Wir räumen so ziemlich alles in unserer Umgebung auf: das Haus, die Wohnung, den Keller, das Auto und so weiter. Nur was in unseren Köpfen ist, das verändern wir selten. Dazu bedarf es schon größerer Ereignisse. Wir wachsen und leben mit ständigen Begrenzungen. Wer ein Problem zu lösen hat, kann abwarten und Tee trinken, bis ihm eine Lösung einfällt. Oder in hektischen Aktivismus verfallen. Aber selbst Erfinder-Star Edison brauchte Tausende von Versuchen, bis die Erleuchtung kam. Anderseits kann es vorkommen, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht oder der Blickwinkel durch die Scheuklappen der Betriebsblindheit stark begrenzt ist. Dann werden Aufgaben zu Problemen und als Frust statt als Herausforderungen empfunden. Zudem scheitern viele Ideen nur, weil das Problem nicht richtig erkannt oder definiert wurde. Die meisten delegieren ihre Aufgaben dann an Spezialisten, um eine Lösung geliefert zu bekommen. Doch wer sagt, dass diese Lösung die Beste ist? Einstein sagte: "Man kann ein Problem nicht auf der Ebene lösen, auf der es entstanden ist." Also braucht es neue Ideen.
Wie findet man neue Ideen?
Wussten Sie schon, dass 90 Prozent der Unternehmen bei der Ideenfindung ohne Methode vorgehen? Man verlässt sich darauf, dass in der Firma schon jemanden etwas einfallen wird oder dass man mit systematischer Diskussion etwas erreicht. Dabei zeigt die Erfahrung, dass die meisten Besprechungen ohne Ergebnis enden. Ähnliches geschieht sicher auch am Küchen- oder Stammtisch.
Da eine neue Idee immer nur eine neue Kombination von vorhandenen Elementen ist, gibt es nur einen Weg, zu neuen Ideen zu kommen. Man muss möglichst viele neue Kombinationen aus möglichst vielen Fragmenten herstellen. Und hier haben wir den Hauptgrund, warum Spezialisten so oft scheitern. Denn während kreative Menschen Kombinationsgabe und großes Wissen aus allen möglichen Schubläden des Lebensbaukastens haben, ist der "zerstreute Professor" in seiner Box gefangen. Deshalb interessieren sich kreative Menschen für alles Mögliche, sind sehr neugierig und haben einen offenen Geist. Also genau das Gegenteil von dem, was Schule, Studium und Beruf meist fordern. Jeder Mensch kann diese Fähigkeiten trainieren und weiterentwickeln - man muss ihn nur lassen. Spielerische Wissensbeschaffung ist daher wichtiger als Wissensmanagement. Denkfreiheit gepaart mit Fach übergreifendem Wissen die Voraussetzung für ein erfolgreiches "Brainstorming". Und gute Kombinationsgabe kann man auch beim Kochen lernen!
Weitere Informationen zum Thema Ideenfindung
Gute Denkanstöße dazu gibt ein Artikel von Mag. Nikolaus Kubiczek im österreichischen Erfolgsmagazin. Das Wirtschaftsmagazin Brand eins beschäftigte sich in der Ausgabe November 2010 unter dem Titel "Ab in die Tonne" mit dem wichtigen Thema: Vergessen. Im KirRoyal-GENIESSERJOURNAL behandeln verschiedene Artikel von Ulf D. Posé - Vorsitzender des Ethikverbandes, Anja Förster - Querdenkerin und Topautorin oder E.Witzigmann "Neues Denken". Am 28.Oktober 2010 startete in Nürnberg die Erfindermesse iENA 2010, das bedeutendste Forum für die Vermarktung von Erfindungen. 800 Erfindungen und Neuheiten aus 37 Ländern, von Hightech bis zur Lösung im einfachen Leben werden dort vorgestellt .
