Neue Komödie von Woody Allen – "Whatever Works"

Der amerikanische Meisterregisseur drehte wieder in New York

Stephan Reimertz: Woody Allen - Rowohlt Verlag GmbH
Stephan Reimertz: Woody Allen - Rowohlt Verlag GmbH
"Whatever Works" ist eine typische Woody-Allen-Romanze mit viel Wortwitz und bissigem Humor. Kinostart in Deutschland ist am 3. Dezember 2009.

Am 22. April 2009 hat Woody Allens neuer Film das "Tribeca Film Festival" in Lower Manhattan eröffnet. Nachdem Allens vorherige Filme wie "Cassandra’s Dream" (2007) und "Vicky Cristina Barcelona" (2008) allesamt in Europa gedreht wurden, zog es den 74-jährigen Regisseur wieder zurück in seine Heimatstadt New York, wo er bereits Evergreens wie "Der Stadtneurotiker" (1977) und "Manhattan" (1979) gedreht hat. In Deutschland kommt "Whatever Works" am 3. Dezember 2009 ins Kino.

Eine typische Woody-Allen-Romanze

Larry David, der Schöpfer und Produzent der Fernsehserien "Seinfeld" und "Curb Your Enthusiasm", spielt in "Whatever Works" einen mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Physiker namens Boris Yellnikoff. Yellnikoff hat zwar einen IQ von 200, ist aber ein griesgrämiger und zynischer Besserwisser. Als seine Frau und er sich trennen, haust er nach einem Selbstmordversuch in einer heruntergekommenen Wohnung in New York. Der verschrobene Boris wird von nächtlichen Panikattacken geplagt und leidet an einer Zwangsstörung, aufgrund derer er beim Händewaschen immer zwei Mal hintereinander "Happy Birthday" singen muss, um auf diese Weise auch wirklich alle Keime abzutöten.

Zu einem Woody-Allen-Film gehört natürlich auch eine junge, naive und attraktive Frau. Die Ausreißerin Melodie (Evan Rachel Wood) aus den Südstaaten platzt in Boris Yellnikoffs Leben und es kommt zu einer typischen Woody-Allen-Romanze mit unvermeidlichen Komplikationen und bissigem Humor.

"Warum wollt ihr meine Geschichte hören?" fragt Boris Yellnikoff die Menschen im dunklen Saal

Boris Yellnikoff ist ein Nörgler und jammert bei jeder Gelegenheit über die Dummheit der Menschen: "Die Leute machen das Leben so viel schlimmer als es sein müsste. Alles in allem sind wir eine gescheiterte Spezies." Doch obwohl Boris alles besser weiß, schafft er es nicht, glücklich zu sein. Doch er schafft es als einziger zu erkennen, dass er nur eine Figur in einem Film ist. Er wendet sich mehrmals direkt an das Publikum und hält minutenlange Monologe. Mit wem er denn spreche, fragen ihn seine Kollegen verwirrt. Mit den Menschen im dunklen Saal natürlich, antwortet Boris. Den Menschen im Saal erzählt er dann sein Leben. "Warum wollt ihr meine Geschichte hören?", fragt er rhetorisch in die Kamera.

Woody Allen schrieb das Skript vor über 30 Jahren

Woody Allen schrieb das Skript für "Whatever Works" bereits in den frühen 70er Jahren, was ein Grund sein mag, weshalb die Story nicht mehr ganz so frisch wirkt und das Gefühl weckt, diese oder jene Szene schon irgendwann mal in einem Woody-Allen-Film gesehen zu haben. Allen schrieb das Skript mit der Vorstellung im Kopf, dass der Komiker Zero Mostel die Hauptrolle übernehmen würde. Dazu kam es leider nicht, denn Mostel verstarb 1977, woraufhin Woody Allen das Skript zu den Akten legte.

"Whatever Works – Liebe sich wer kann"

"Whatever Works" ist zugleich Titel des Films und Lebensmotto des Hauptdarstellers. Hinter diesem Satz versteckt sich die Message des Films und gleichzeitig die Philosophie Woody Allens: Wenn du etwas oder jemanden gefunden hast, das oder der dich glücklich macht und du dabei niemandem wehtust, dann zieh es durch.

"Egal, welche Liebe man bekommen kann und geben. Welches Glück man bescheren kann. Jede noch so vorübergehende Freude. Liebe sich wer kann", beschwört Boris Yellnikoff die Zuschauer. (In der deutschen Version lautet der Titel des Films: "Whatever works - Liebe sich wer kann".)

Eine Geschichte mit einem "Temporary Happy End"

Allen sieht sein Werk "Whatever Works" als eine wirklich realistische Sicht des Lebens. Mit viel Wortwitz, formal bescheiden und mit Konzentration auf Dialoge und Inhalt schuf er eine schlagfertige Komödie. Der Film endet mit einem Happy End. Doch es ist nur eine vorübergehende Fröhlichkeit (Woody Allen beschreibt es als "temporary happiness"), denn auch wenn die Story gut endet, sind wir Menschen doch noch immer in diesem tragischen Leben gefangen.

Wenig Lob für Allens neuesten Film

Woody Allens 40. Regie Film wurde in den USA nicht gerade mit Lob überhäuft und wird zu den eher schwächeren Filmen des Meisterregisseurs gezählt. Seinen nächsten Film hat Allen schon geplant. Dieser spielt wieder in Europa, nämlich in London, wo Allen bereits drei Filme gedreht hat.

Sonja Marzoner - Sonja Marzoner hat Grafik- und Produktdesign an der Freien Universität Bozen, Italien, studiert und arbeitet zur Zeit als ...

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