Mit dem Porsche Boxster S des Jahrgangs 2012 und dem Ford B-Max feierten am 10. Juli 2012 zwei weitere Modelle im Maßstab 1:43 Premiere in den Fachhandelsgeschäften der Modellautobranche. In Form sogenannter Werbemodelle, also den von den Autoherstellern in Auftrag gegebenen Miniaturen zur Einführung des jeweiligen Vorbildes, erreichten das Spark-Modell vom Porsche Boxster der dritten Generation und von Norevs B-Max die Fans. Beide Miniaturen, soviel vorab, erfüllen die Ansprüche der Sammler an die Verarbeitungsqualität perfekt. Die Anmutung ihrer Proportionen, ihres Designs und der Linienführung deckt sich zu 100 Prozent mit derjenigen der Vorbilder. Die etwa zehn und 9,5 Zentimeter messenden Modellautos unterscheiden sich aber in einem gravierenden Punkt: Der Porsche wurde in Resine-Kunststoff hergestellt, der B-Max in der bekannten Mischbauweise aus Kunststoff und Zinkdruckguss, auch Diecast genannt.

Modellauto Porsche Boxster S Typ 981

Der am 11. Januar 2012 neu vorgestellte Porsche Boxster mit der internen Typenbezeichnung 981 markiert die dritte Generation des unterhalb des 911 angesiedelten Sportwagens. Der Zweisitzer wurde im Gegensatz zu seinen Vorgängern nicht von Minichamps, sondern von Modellbauer Spark verkleinert. Spark, von Modellenthusiast Hugo Ripert ins Leben gerufen, wurde vor allem durch die Kleinserienmodelle nach Vorbildern aus dem Motorsport bekannt. Seine Erfahrungen sammelte der Gründer durch vorhergehende Tätigkeiten in der Entwicklung von Automodellen für Vitesse, Quartzo und Ixo; das wirklich jedes Modellauto speziell auf sein Vorbild hin entwickelt werde und man bei Spark keine 2012er-Decals auf ein 2011er-Rennauto montiere, das beteuert die Firma im Web.

Bei den Serienautomobilen ginge das sowieso nicht: Zunehmend tauchen auch Werbemodelle aus den eigenen Produktionsanlagen auf, die in Kleinserie entstehen müssen oder aus Zeitgründen in Auftrag gegeben wurden: So war zu hören, dass die Lohnbetriebe in China, die die Modelle fertigen, zur Durchsetzung finanzieller Interessen streiken, Formen beschlagnahmen und so die Termine zur Auslieferung von Neuheiten wie dem Mercedes SLS AMG Roadster in 1:43 schlicht zum Platzen bringen. Um kurzfristig Ersatz anbieten zu können, kommen Kleinserienlabel mit ihren aus Resine-Kunststoff gefertigten Modellen ins Spiel: Die Autofirmen, die die Werbemodelle benötigen, lassen dann vorab Minimax- oder Spark-Modelle auf die Fans und Kunden los.

Resine: Schneller zu verarbeiten und preiswerter als Zinkdruckguss

Denn: Die Modelle sind zeitlich schneller und in kleinerer Serie herzustellen, als die Zinkdruckguss- Miniaturen. Prominentes Beispiel übrigens für eine gelungene Kleinserie war der Mercedes Ocean Drive, eine viersitzige Cabriostudie auf S-Klasse-Basis von 2008 sowie die ersten Modellautos zur Premiere des Mercedes SLS AMG 2009. Es fällt auf, dass gerade die Modelle, für die sonst Schuco zuständig wäre - so wie für die zweite Generation Boxster und den SLS AMG Roadster - Spark in die Bresche gesprungen ist. Im Falle des hier vorgestellten Modellautos keine schlechte Wahl, was die Proportionen und das Finish der in Amaranth-Rot-Metallic lackierten Resine-Karosse angeht. Das Werbemodell kostet 52,95 Euro und ist unter der Bestellnummer WAP 020 202 0C erhältlich.

Sämtliche Karosseriedetails, die Lufteinlässe in der Bugschürze, die Rundungen der Kotflügel und der Kofferraumhaube vorne sind handwerklich perfekt ausgeführt: Dies sowohl von der Form als auch vom Lackfinish her gesehen. Die Türgriffe sind à la Minichamps-911er graviert; alle Leuchten als separate Kunststoffteile eingesetzt. Die Passung von Rückleuchten und Frontscheinwerfern wirkt einen Tick fugenfreier, noch besser sitzend als bei Minichamps üblich. Dass die Scheinwerfer die Reflektortechnik exakt nachbilden, ist heute Stand der Dinge. Der Windschutzscheibenrahmen nebst Verglasung und umrandender Bedruckung, den Wischern, alles sehr, sehr perfekt modelliert. Auch die Bereifung, die gelochten Bremsscheiben, Felgen und Bremssättel wissen zu begeistern.

Besonders gut getroffen sind auch die Formgebung der Sitzanlage und des Bereiches hinter den Sitzen mit den Überrollbügeln und Innenverkleidungen. Weniger begeisternd ist die Formgebung der Armaturentafel und deren Dekorierung: Das kann Minichamps besser. Der kleine Schriftzug "Porsche" auf den Fußmatten entschädigt aber angemessen. So kann abschließend festgestellt werden, dass der Sammler mit dem Boxster S des Typs 981 aus dem Hause Spark ein schönes Modell erwirbt, das sich in Optik und Qualität problemlos in die Sammlung von Porsche-Modellen von Minichamps und Schuco integrieren lässt. Minichamps, bisher Hauslieferant in Sachen Ford, musste mit dem B-Max dem Konkurrenten Norev einen Auftrag überlassen.

Modellauto Ford B-Max im Maßstab 1:43

Doch auch hier bleibt festzustellen, dass es nicht auffallen wird, wenn zwischen allen Ford-Minis von Minichamps der B-Max geparkt wird. In der Gesamtanmutung hat Norev nicht nur die Linien des Vorbildes sehr gut getroffen, sondern auch die Haptik der Modelle von Minichamps. Am Exterieur gibt es nichts zu bemängeln, aber vieles zu loben: Frontgrill, Bugschürze, Passung und Aufbau der Scheinwerfer, der Sitz der Verglasung, deren Umrandung sowie die Bereifung - alles allererste Modellbausahne. Der B-Max von Ford wirkt wesentlich besser im gesamten Finish, als die Modelle des Mercedes SL 2012 aus demselben Hause: Ganz speziell an der supersauber verarbeiteten Front. Auf übergroße Reifen hat Norev im Falle des B-Max glücklicherweise verzichtet.

Auch die Mercedes B-Klasse und der CLS von Norev können da nicht mithalten. Ein ganz großes Lob also in die Avenue de Bohlen im französischen Vaulx-en-Velin. So heißt die wirklich, die Straße, an der Norev beheimatet ist. Der B-Max ist vorerst in Canyonbraun-Metallic für 37,50 Euro bei Ford oder ausgesuchten Modellbauvertreibern wie 1zu87.com lieferbar. Er wiegt inklusive Verpackung rund 215 Gramm; 40 Gramm mehr als das Boxster-Modell aus Resine-Kunststoff. Norev scheint im ersten Halbjahr 2012 das bessere Händchen zu haben, weil man sich in Frankreich selbst bei Mercedes als Hauslieferant platzieren konnte. Spark ergattert zunehmend Aufträge für Werbemodelle und geht mittels eigener Fabrik Lieferantenproblemen aus dem Weg.

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