
- Offener Bücherschrank - susanne schmich/pixelio.de
Obwohl der „Künstler“ und „Projektbetreiber“ Frank Gassner mit der rot-grünen Wiener Stadtverwaltung über die Subventionierung seines Projekts „Offene Bücherschränke“ seit längerer Zeit in einem Konflikt steht, entwickelt sich die Idee der Offenen Bücherschränke in der österreichischen Bundeshauptstadt weiter. So wurde auf einer Bauwand im Umfeld des Wiener Karlplatzes wo „Zetteldichter“ ihre Werke platzieren, ein Miniplakat mit neuen Standorten veröffentlicht. Dort wurden unter anderem Projektskizzen für die Standorte Donaupark im 22. Wiener Gemeindebezirk, Augarten im 2. Wiener Gemeindebezirk sowie Lainzer Tiergarten und im 13. Wiener Gemeindebezirk auf einer Wandzeitung im Bereich Alte Universität veröffentlicht. Als Veröffentlicher dieser Projektskizzen tritt eine Initiative mit Namen „Buchtrinker“ auf. Diese Initiative ist nach dem Bibliomanen Johann Georg Tinius und dessen Verewigung im Buch von Klaas Huizing: Der Buchtrinker: zwei Romane und neun Teppich benannt.
Frank Gassner als Projektbetreiber offensichtlich ausgebremst
Bis vor wenigen Wochen war ausschließlich die Projektgruppe „Offene Bücherschränke“ unter der Obmannschaft des Künstlers Frank Gassner in Wien bekannt. Mit insgesamt drei Standorten in den Bezirken Neubau, Ottakring und Alsergrund hatte er diese Idee eines Büchertauschs im öffentlichen Raum in der österreichischen Bundeshauptstadt etabliert. Aber bereits 2011 waren mit den Initiativen „Wortschatz“ in Wien Margareten und der Initiative „Bücherkabine“ in Wien-Simmering Konkurrenzprojekte ins Leben gerufen worden. Derzeit ist auch in Wien-Josefstadt eine Bücherschrankprojekt, unabhängig von Gassners Verein im Gespräch. Mit ein Grund, warum man Frank Gassner offensichtlich im wahrsten Sinne des Wortes „links“ liegen lässt, ist die Tatsache, dass er nach zweijähriger Arbeit an seinem Projekt bei der MA 11 um eine entsprechende Subvention angesucht hat. Diese sieht aber, nicht zuletzt wegen knapper Stadtkassen, keine Veranlassung, den Künstler uns sein Projekt zu subventionieren. Zudem müssen aus ideologischen Gründen bereits Projekte, wie das Ernst-Kirchweger-Haus, das Amerlinghaus oder das WUK mit sehr viel Steuergeld unterstützt werden. Für Gassner und sein zutiefst bürgerliches Projekt, bleibt da wohl keine finanzielle Sympathie mehr übrig.
Initiative „Buchtrinker“ propagiert neue Bücherschrankstandorte in Wiens Bezirken
Das Projekt Buchtrinker hat offensichtlich aus den Erfahrungen von Gassner gelernt. Ähnlich wie die Projekte „Wortschatz“ und „Bücherkabine“ setzt man nicht auf den Subventionstopf der rot-grünen Stadtregierung, sondern auf die Unterstützung Dritter. Sowohl im Donaupark, im Augarten und im Lainzer Tiergarten, gibt es vergleichweise finanziell potente Betreiber, deren Interesse man mit dem „Buchtrinkerprojekt“ wecken möchte. So sollen die Betreiber des Donauturms bzw. der übrigen umliegenden Gastronomie, die Forstverwaltung Lainz plus die dort ansässigen Gastronomen sowie die Augartengastronomie und Manufaktur als Unterstützer gewonnen werden. Je nach Engagement, dieser potentiellen Sponsoren, soll dann in einem abgestuften Zeitplan mit der Umsetzung begonnen werden.
Auch Rodaun als Standort im Visier der Buchtrinker
Nicht zuletzt als Verneigung vor der Person des Dichters Hugo von Hofmannsthal wollen die „Buchtrinker“ auch in Wien-Liesing mit einem eigenen offenen Bücherschrank an die Öffentlichkeit gehen. Als Standort ist der Aufstieg zur Bergkirche Rodaun im Viser der Projektbetreiber. Für diese Initiative konnten erfreulicherweise auch Persönlichkeiten aus diesem traditionellen Wiener Vorort selbst gewonnen werden.
