
- Gesundheit und Sicherheit zählen für Jugendliche - UN Photo/Paulo Filgueiras
Die weltweit erste Studie zu Todesursachen von Jugendlichen im Alter von 10 bis 24 Jahren ermittelte Verkehrsunfälle, (zum Teil durch Genitalverstümmelung oder Beschneidung verursachte) Komplikationen während der Schwangerschaft und Entbindung, Suizide, Gewalteinwirkung, HIV/Aids und Tuberkulose als die häufigsten Gründe für Sterbefälle in dieser Altersgruppe.
Die meisten dieser Todesursachen sind vermeidbar oder behandlungsfähig. Laut der am 5. Oktober 2010 vorgelegten Studie, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Vereinten Nationen unterstützt und vom britischen Medizinjournal Lancet veröffentlicht wurde, sterben jährlich 2,6 Millionen junge Menschen, davon 97% in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.
Teenager und Twens fallen oft durchs Raster
Derzeit leben mehr junge Menschen auf der Welt denn je zuvor, nämlich 1,8 Milliarden, die einen Anteil von 30 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Dem gegenüber stehen bisher nur sehr spärliche Informationen zu globalen und regionalen Todesursachen von Jugendlichen. Die WHO-Untersuchung soll daher auch über die Entwicklung von politischen Strategien und Programmen dienen, die das Leben junger Leute verbessern und Todesfälle verhindern.
Daisy Mafubelu, die verantwortliche WHO-Generaldirektorin für Gesundheitspolitik in Familien und Gemeinden, schlussfolgert aus der Studie: „Junge Menschen in der Übergangsphase von der Kindheit zum Erwachsenen – also an der Schwelle, produktive Mitglieder der Gesellschaft zu werden - fallen oft durch das Raster. Unsere Studie macht deutlich, dass nicht nur im Gesundheitswesen, sondern auch in Bildung, Sozialfürsorge, Transport und Justiz beachtliche Investitionen erforderlich sind, damit die Jugendliche an Informationen und Dienstleistungen herankommen, die ihnen helfen, tödliches Risikoverhalten zu vermeiden“. Das ist eine langfristige Aufgabe, die nicht nur 2010, dem Internationalen Jahr der Jugend, zu bewältigen sein wird.
WHO-Empfehlungen, um Todesrisiko im Jugendalter zu vermeiden
Um die hohe Zahl von Todesfällen unter Jugendlichen zu reduzieren, empfiehlt die WHO eine Reihe von Maßnahmen, die risikoloses Verhalten und stabilere Gesundheit fördern. Dazu gehören beispielsweise vernünftige Geschwindigkeitsregeln im Straßenverkehr (wie 30 Stundenkilometer-Zonen im belebten städtischen Gebieten oder Geschwindigkeitsgrenzen je nach Straßenzustand); strikte Durchsetzung des Alkoholverbots für junge Fahrer und Anfänger; stärkere Nutzung von Schutzhelmen in hoher Qualität und erhöhte kontrollierte Nutzung der Sicherheitsgurte.
Bessere sexuelle und reproduktive Gesundheit (ein wichtiges Millenniumsziel der UNO) könne laut WHO etwa durch wirksamere Aufklärung und Information junger Menschen erfolgen. Auch der freie Zugang zu Kondomen und anderen Verhütungsmitteln, der sichere Schwangerschaftsabbruch auf legaler Basis, eine qualifizierte pränatale und Geburtshilfeversorgung, HIV-Tests und –Beratung, -Behandlung und -Fürsorge würden die Überlebenschancen Jugendlicher erhöhen.
Trainingskurse in Lebenshilfe anbieten
Zur Verhinderung von Gewaltanwendung und Suiziden wird die Möglichkeit junger Leute zur Teilnahme an Trainingskursen in Lebenshilfe ebenso wie die Förderung der elterlichen Einflussnahme auf das Leben der Teens und Twens empfohlen. Diese sei gleichermaßen wichtig wie die Einschränkung des Alkoholkonsums und des Zugangs zu Tötungsinstrumenten wie Waffen, Messern, Pestiziden oder Beruhigungsmitteln.
Die unmittelbaren und Langzeitfolgen von Verletzungen und Gewalt können durch effektivere Zuwendung in den Kommunen, eine wirksame dringliche medizinische Hilfe sowie Unterstützung und Behandlung für Opfer von Kindesmisshandlung, jugendlicher Gewalt und sexuellem Missbrauch deutlich gemildert werden.
