Früher gab es Schwarz-, Kamillen-, Pfefferminz- oder Hagebuttentee und wenn jemand als Kamillenteetrinker bezeichnet wurde, dann war das keine Auszeichnung. Tee gab man kleinen Kindern oder man nahm ihn im Krankenhaus zu sich, ansonsten tranken ihn vielleicht noch Briten, Ostfriesen oder Gesundheitsapostel. Vorbei die Zeiten. Viele Menschen wollen heute gesund leben und Tee gilt als gesund. So wirklich cool sind Kamillen- oder Hagebuttentee aber immer noch nicht, stärker angesagt sind da schon altbewährte Tees aus fernen Landen, etwa Rooibos oder Grüner Tee und wenn es der Teeliebhaber mal so richtig hip mag, dann greift er zum Tee-Cocktail oder auch zum Matcha Latte.
Teeblogs, Dr. Tea und sogar ein Teepapst
Wenn man im Internet eigentlich nur mal kurz etwas zum Thema Tee suchen will, stößt man auf jede Menge Blogs und Websites von Teeliebhabern, bis hin zu den Seiten von „Dr. Tea“ und dem „Teepapst“ und auch auf facebook tauschen sich Teeliebhaber aus. Sieht man sich auf all den Seiten ein wenig um, stellt man bald fest, richtige Teeliebhaber, das sind nicht jene, die Teebeutel im Supermarkt kaufen, sondern jene, die dem Getränk innigliche Liebe zuteil werden lassen, ja für die der Teegenuss mitunter philosophische Ausmaße annimmt. Man trinkt etwa hochwertigen Grünen Tee und als ganz besonderer Grünteeliebhaber gerne Matcha, jenen zu sehr feinem Pulver vermahlenen Grünen Tee, der nur in Japan produziert und dort bei der Teezeremonie verwendet wird. Doch auch Teeliebhaber gehen mit der Zeit und so muss der Matcha nicht zwangsläufig pur getrunken werden. Nachdem Latte Macchiato oder Caffe Latte längst die Lokale erobert haben, ist bei den Teefreaks nun offenbar der Matcha Latte in Mode gekommen.
Matcha Latte und Tee-Cocktails
Gibt man auf Youtube „matcha latte“ ein, stößt man auf mindestens zwanzig Videos, die zeigen wie man das Getränk zubereitet, die meisten stammen aus anderen Ländern, aber auch deutschsprachige sind darunter. Den Darbietungen zufolge rührt man also zwei bis drei Teelöffel Matcha mit etwas heißem Wasser leicht schaumig, wozu der Traditionalist einen Bambusbesen nimmt, ein elektrischer Aufschäumer geht natürlich auch und offensichtlich tut es sogar ein normaler Löffel. Das zirka zu einem Drittel gefüllte Glas wird dann mit aufgeschäumter heißer Milch aufgefüllt und schon hat man seinen Matcha Latte.
Auch der Rooibosfan muss seinen Tee nicht zwangsläufig in Reinform zu sich nehmen. Besonders zur Fußballweltmeisterschaft im vergangenen Jahr im Rooibosland Südafrika ließen sich Teefreunde einiges an Cocktails und Longdrinks mit Rooibos einfallen, die dann Namen wie „African Match“ oder „Rooi yal Cup“ trugen. AHGZ-online, dem Fachportal für Hotellerie und Gastronomie zufolge braucht man für den Rooi-yal Cup 8 cl Rooibos und 10 cl halbtrockenen Rosé-Sekt, beides eiskalt, dazu 2cl kalten Hibiskussirup und eine in Sirup eingelegte Hibiskusblüte. Rooibos und Sirup müssen verrührt und mit dem Sekt aufgegossen werden, die Blüte wird aufgespießt und kommt als Deko an den Glasrand. Woher man mal eben Hibiskussirup und eine in Sirup eingelegte Hibiskusblüte bekommt, verrät das Portal allerdings nicht.
Einfacher kommt man wohl an die Zutaten für den „Red Hunter“, den die Seite RWG, Ratgeber Wellness und Gesundheit, empfiehlt. Außer 600 ml Rooibos-Tee braucht man 100 ml Campari, 200 ml Mineralwasser und Eiswürfel. Den Rooibos-Tee gießt man in eine mit Eiswürfeln gefüllte Kanne und stellt ihn kalt ehe der Campari und das Mineralwasser hinzugegeben werden und das ganze etwas verrührt wird. Zum Servieren gibt man ein paar zerstoßene Eiswürfel in Gläser und gießt das Getränk darüber.
Nicht nur ein langweiliges Krankenhausgetränk
Man sieht also, der Tee ist mehr als nur ein langweiliges Krankenhausgetränk und so gesund muss es auch nicht immer sein. Und wer es eher bodenständig liebt und leicht zu bekommende Zutaten bevorzugt, der kann sich ja mal einen Sahnetee zubereiten, für den die Seite leipziger-allerlei das Rezept liefert. Es braucht dazu für vier Personen 1/8 Liter Schlagsahne, 75 bis 100 Gramm Staubzucker, eine Messerspitze abgeriebene Zitronenschale, ein Likörglas Rum und 1 Liter starken kalten Schwarztee. Der Staubzucker wird mit der steifen Sahne vermischt, danach wird der mit Rum und der Zitronenschale aromatisierte Schwarztee nach und nach dazu gegossen. Zum Trinken empfiehlt sich ein Strohhalm. Auch diesen Tee gibt es im Krankenhaus garantiert nicht.
