Neues René Magritte Museum in Brüssel

Weltweit größte Sammlung des surrealistischen Malers

Das Altenloh-Palais beherbergt die Magritte-Werke - Angelika Bohn
Das Altenloh-Palais beherbergt die Magritte-Werke - Angelika Bohn
Seit dem 2. Juni 2009 ist Brüssel um eine Sehenswürdigkeit reicher. Das neue Magritte-Museum ist dem Leben und Werk des Malers René Magritte (1898-1967) gewidmet.

Gut 40 Jahre nach seinem Tod wurde in Belgiens Hauptstadt ein großes Museum für den surrealistischen Maler René Magritte eröffnet. In einem historischen Palais mitten in der Brüsseler Innenstadt werden rund 250 Werke - die weltweit größte und bedeutendste Sammlung - des Künstlers gezeigt. Die Exponate stammen aus dem benachbarten Museum der Schönen Künste sowie vor allem aus den Nachlässen von Irène Scutenaire-Hamoir und Georgette Magritte und aus privaten Leihgaben und Stiftungen.

Palais aus dem 18. Jahrhundert

Die neue Heimat des Oeuvres René Magrittes ist nobel: Das neoklassizistische Altenloh-Palais (18. Jahrhundert) auf dem Kunstberg gehört zu den königlichen Museen der schönen Künste. Zentral gelegen am Place Royal (Koningsplein/Place Royale Nr. 1-2), in direkter Nachbarschaft zum Grand-Place und zum Palais Royal, wurde es stilvoll restauriert und mit der aktuellsten Museumstechnik ausgestattet. Die Direktion des Hauses rechnet jährlich mit bis zu 650.000 Besuchern. Realisiert wurde das Projekt mit Mitteln der Königlichen Museen für Schöne Künste, des belgischen Staats, der Magritte-Stiftung und des Energiekonzern SUEZ.

Magritte verbrachte fast sein ganzes Leben in Brüssel

René François Ghislain Magritte gilt als der wichtigste belgische Maler des 20. Jahrhunderts und gehört zu den bedeutenden Vertretern des Surrealismus. Das belgische Fremdenverkehrsamt (Office de Promotion du Tourisme) zählt ihn gar zu den zehn wichtigsten Malern der Welt. Magritte wurde am 21. November 1898 in belgischen Lessines, in der wallonischen Provinz Hennegau, als Sohn eines Schneiders geboren. Er wuchs in Châtelet auf. Als er 14 Jahre alt war, stürzte sich seine Mutter in den Fluss Sambre und ertrank. Als man ihre Leiche fand, war ihr Gesicht vom Nachthemd umwickelt. Dieses traumatische Bild ihres Suizids wird später immer wieder leitmotivisch in Magrittes Werk auftauchen. 1915 zieht Magritte nach Brüssel, wo er beinahe sein gesamtes Leben verbringen sollte. 1922 heiratet er Georgette Berger, seine Muse, Modell und treue Wegbegleiterin. Bevor er sich 1926 ganz der Kunst zuwandte, war er Plakat- und Werbezeichner, zeitweise entwarf er die Muster für einen Tapetenhersteller. 1930 zieht das Ehepaar in den Vorort Jette in die Rue Esseghem 135. Eine von sieben Adressen in Brüssel in den Jahren 1922 bis 1967. Hier lebte und arbeitete Magritte 24 Jahre lang, hier entstand ein Großteil seiner Werke. Das Haus ist seit 1999 ein Museum. Neben der möblierten Wohnung und dem Atelier im Garten sind einige Werke und persönliche Objekten und Dokumente zu sehen. 19 Räume sind dem Publikum zugänglich. Das Magritte-Haus war der Hauptsitz des belgischen Surrealistenkerns.

1954 ziehen René und Georgette in den Stadtteil Schaerbeek, in die Rue des Mimosas, wo der Künstler am 15. August 1967 an Krebs stirbt. Seine Frau Georgette ließ das letzte unvollendete Bild auf der Staffelei stehen - bis zu ihrem eigenen Tod im Jahre 1986.

Weltweit größte und bedeutendste Sammlung

Mit dem nun neu eröffneten Magritte-Museum zollt Belgien seinem wichtigsten Maler des 20. Jahrhunderts Anerkennung. Das Museum hat eine Fläche von 2.500 Quadratmetern die sich auf fünf Ebenen verteilt, zwei davon unterirdisch. Die Sammlung gibt auf drei Etagen in chronologischer Reihenfolge Einblick in alle Schaffensperioden (das Museum ist behindertengerecht ausgestattet). Auf jeder Etage wird eine spezielle Führung angeboten. Der Rundgang beginnt oben, in der dritten Etage, mit einer Einführung in die künstlerischen Prinzipien Magrittes und einer Auswahl seines Frühwerks (1898-1929). Die mittlere Etage (1930-1950) beleuchtet Magrittes Leben in speziellen Themenkomplexen (zum Beispiel seine Haltung zum 2. Weltkrieg), auf der ersten Etage (1951-1967) sind seine berühmtesten Werke versammelt. Gezeigt werden Meisterwerke wie "Die Herrschaft des Lichts" (L'Empire des lumières, 1954), "Das unbeschriebene Blatt" (La Page blanche 1967), "Die Rückkehr" (Le retour, 1940), "Scheherazade" (1948). Die verschiedensten Techniken und Materialien (Bilder, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Gegenstände, Kinofilme, Plakate, Arbeiten für die Werbung etc.) werden ebenso umfassend behandelt wie sämtliche Phasen der Biographie René Magrittes (dokumentarisches Material wie Briefe, Skizzen, Objekte).

Angelika Fiedler , A. Fiedler

Angelika Fiedler - Berliner Pflanze von Geburt, früh in die NRW-Landeshauptstadt umgetopft, lebt heute mit Mann, Söhnen und Hund in der Nähe ...

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