
- Neues Römermuseum in Grabenstätt / Schlossökonomie - Markus Müller
Genau 30 Jahre nach der Gründung seines privaten Römermuseums freut sich Albert Multerer darauf, auch den gemeindlichen Museumsraum im Erdgeschoss der Schlossökonomie im Wesentlichen nach eigenen Vorstellungen einrichten und gestalten zu können. Bei der Dokumentation und Beschriftung der antiken Funde unterstützt ihn unter anderem die ortsansässige Archäologin Andrea Krammer, die am 3. Februar in der Schlossökonomie den Vortrag „Das neue Römermuseum in der Schlossökonomie und der römische Gutshof von Erlstätt“ hielt. Auch wenn die Vitrinen noch leer sind, rückt die Eröffnung des Museums immer näher. “Noch in diesem Jahr soll es soweit sein“, betonten Multerer und Krammer unlängst bei einem Pressetermin.
Das neue Römermuseum Grabenstätt nimmt langsam Gestalt an
In einem gut beleuchteten Raum gegenüber der Tourist-Info sollen bis zu 500 antike Fundstücke aus dem privaten Römermuseum der Familie Multerer in sieben Vitrinen ausgestellt werden. Derzeit befinden sich im Museumsraum schon vier Bilder der im Gemeindegebiet aufgefundenen römischen Götter Jupiter, Victoria, Hermes und Sirona, eine Karte des Römischen Imperiums zur Zeit seiner größten Ausdehnung und darunter die Tabula Peutingeriana, auch Peutingersche Tafel genannt. Dabei handelt es sich Multerer zufolge um eine spätrömische Straßenkarte, die jedoch nur in einer mittelalterlichen Kopie aus dem 12. Jahrhundert erhalten geblieben sei. Auch die Modellbilder der Erlstätter „villa rustica“ würden schon bald in ihr neues Zuhause „umziehen“, hieß es.
Die vier antiken Mosaike aus Erlstätt überstrahlen alles
Freuen können sich die Besucher auch auf vier einzigartige römische Mosaike, die bereits jetzt den Boden des entstehenden Museumsraumes zieren. Im Bereich eines römischen Landgutes bei Erlstätt seien diese Mosaike innerhalb von 200 Jahren aufgefunden wurden, so Multerer. Zwei davon habe August Gebhardt 1889 und 1890 entdeckt, ein weiteres sei bereits 1815 von Antiochus Fletz zu Tage befördert worden. „Auf das vierte Mosaik bin ich 1980 im Hauptgebäude des römischen Gutshofes gestoßen“, so Multerer. „Ich habe es aber im Kulturboden belassen und anhand von Fotos rekonstruiert“. Bei der Rekonstruktion aller Erlstätter Mosaike seien ausschließlich vor Ort gesammelte römische Mosaiksteine verwendet worden, versicherte der passionierte Hobby-Historiker. „Leider werden zwei der vier nachgewiesenen Gebäudegrundfesten der „villa rustica“ nach wie vor überpflügt und damit zerstört“, bedauert es Multerer. Die Fläche über den Grundmauern des Hauptgebäudes sei davon dankenswerter Weise nicht betroffen.
Albert Multerer gründete schon 1982 sein privates Römermuseum
Auf den Spuren von Fletz, Gebhardt und Karl Schefczik wandelnd, kümmerte sich Multerer seit Ende der 1970er Jahre auf eigene Kosten um die 2000 Jahre alten römischen Hinterlassenschaften in Grabenstätt und Erlstätt und bewahrte sie für die Nachwelt. Ältere Funde sowie die Originalaufzeichnungen von den Gebhardt-Grabungen erhielt er aus dem Nachlass von Schefczik. Seit 1982 konnte dann eine repräsentative Auswahl der Fundstücke nach Terminvereinbarung im privaten Römermuseum Multerer in der Erlstätter Straße 1 besichtigt werden. Skilift-Unternehmer Multerer hatte schon seit Längerem angeboten, die von ihm und seinen Vorgängern zusammengetragenen „geschichtsträchtigen“ Ausstellungsstücke, darunter Münzen, Ton- und Glasscherben, Werkzeuge und Fibeln, an die Gemeinde abzugeben, wenn diese einen geeigneten Raum zur Verfügung stelle. Nun steht dem modernen neuen Museum mit zahlreichen Relikten aus einer längst vergangenen Zeit nichts mehr im Weg. Mit Hilfe einer Beamer-Präsentation sollen sich die Besucher dann auch ohne Führung über die lokale römische Vergangenheit informieren können, hieß es.
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