
- Neues Straßensicherheitsgesetz in Kraft - www.sxc.hu
Am 25. Mai 2010 ist in Spanien eine neue Version des Straßensicherheitsgesetzes in Kraft getreten. Unter anderem wurde der Punkteführerschein vollkommen überarbeitet. Sechs der ursprünglichen zwölf Punkte werden beispielsweise für Trunkenheit am Steuer oder für das Fahren unter Einfluss anderer Drogen abgezogen. Sechs Punkte verliert man auch, wenn man sich weigert, einen Alkohol- oder Drogentest durchzuführen, an illegalen Straßenrennen teilnimmt oder gegen die Richtungsfahrbahn fährt.
Wichtige Neuerungen
- Wer eine Geldstrafe innerhalb von 20 Tagen bezahlt, erhält einen Nachlass von 50 Prozent (anstatt bisher 30 Prozent). Wer hingegen innerhalb von 30 Tagen weder bezahlt noch Einspruch gegen das Mandat erhebt, muss mit einer Anzeige rechnen.
- Auf der Homepage des Verkehrsamtes kann jeder Autofahrer seinen persönlichen Punktestand einsehen, Strafmandate bezahlen und Vieles mehr. Wer sich registriert, kann per E-Mail und/oder Mobiltelefon über aktuelle Neuerungen informiert werden. Auf Permisoporpuntos gibt es außerdem detaillierte Informationen zum Punkteführerschein.
- Konnte man bisher nur vier Punkte durch Nachschulungsmaßnahmen zurückgewinnen, so kann man sich jetzt dadurch bis zu sechs Punkte zurück holen.
- Führerscheinverlust gibt es nur mehr, wenn alle zwölf Punkte, die jeder Autofahrer zu Beginn erhält, aufgebraucht sind. Temporären Führerscheinentzug wegen eines schweren Vergehens, wie es in bisher gab, gibt es nicht mehr.
Änderungen im Strafausmaß
Vergehen wie das Programmieren des Navigationsgeräts während der Fahrt oder das Fahren mit einer nicht gültigen Nummerntafel gelten ab sofort als schwere Verstöße. Fahrradfahren im Dunklen ohne entsprechende Beleuchtung und Reflektoren wird als leichter Verstoß bestraft. Eine weitere Neuerung ist, dass Strafen künftig koordiniert werden, egal wann und durch welches Exekutivorgan die Strafe erteilt wird. Leichte Verstöße werden jetzt mit 100 Euro bestraft, schwere mti 200 und sehr schwere mit 500. Nähere Informationen zur Strafhöhe bei Geschwindigkeitsverletzungen erhält man auf der Homepage des spanischen Verkehrsamts DGT.
Ziel: Mehr Sicherheit, weniger Verote
Die Neuerungen sollen vor allem „für verantwortungsbewusste, motorisierte Verkehrsteilnehmer“ Vorteile bringen, so der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba. Ziel des Innenministeriums ist die weitere Senkung der Zahl der Unfälle sowie der der Todesopfer auf Spaniens Straßen, die durch die neuen Gesetzesänderungen durchgesetzt werden sollen. In den vergangenen fünf Jahren konnte die Zahl der tödlich Verunfallten bereits halbiert werden; insgesamt habe es viel weniger Verkehrsunfälle gegeben, so Pérez Rubalcaba.
Die Reform des Straßensicherheitsgesetzes - vor allem des bestehenden Punktesystems -beschreibt der Innenminister als „durchdacht“ – sie würde die Verkehrssicherheit auf Spaniens Straßen enorm erhöhen. Ein Großteil aller Unfälle, die sich im tagtäglichen Verkehr ereignen, könnten vermieden werden. Die Reform betrifft Spanien weit etwa 25 Millionen Fahrer. Wichtig sei vor allem, dass alle Verkehrsteilnehmer gut über die Verkehrsregeln informiert seien.
