
- Rosa-Luxemburg-Konferenz 2011 in Berliner Urania - Dömges
Jeder kann sich schon jetzt für's nächste Mal als Unterstützer eintragen. Die jährlich stattfindende, bundesweit renommierte so genannte LL-Demo, organisiert von einem breiten Bündnis systemkritischer, linker Organisationen, setzt sich zu Anfang jeden Jahres für soziale Gerechtigkeit, Sozialismus, Revolution ein. Diesmal war's Sonntag, 9. Januar 2011. Organisationen die mitmarschierten – vom Frankfurter Tor bis zur offiziellen Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde: Extreme marxistische Organisationen wie DKP, MLPD, KPD; aber auch Gewerkschafter, LINKE, sowie - auch das - gewaltbereite Anarchisten. Höhepunkt des rund zehntausend Demonstrierer umfassenden Zuges war die Kranzniederlegung führender deutscher Sozialisten am großen Gedenkstein. Weitgehend ruhig verliefen die Proteste. Einzig: Die Organisatoren verbaten sich abschließend ausdrücklich den Gebrauch von Böllern, Feuerwerkskörpern, wie sie allerdings auf der LL-Demo 2011 in Berlin Augenzeugenberichten zufolge zum Einsatz kamen. Liebknecht und Luxemburg, die großen Revolutionäre der Bundesrepublik, scheinen nicht vergessen zu sein.
„Neujahrsempfang der deutschen Kommunisten“ in Berlin – Konferenz und Demonstration
Und: Das bundesweite Treffen der Linken wird auch zum „Neujahrsempfang der Kommunisten“ funktioniert. So treffen sich ebenfalls alljährlich am Tag vor dem großen Marsch jene, die das kapitalistische System umzukrempeln suchen zur Rosa-Luxemburg-Konferenz. Diesmal fand das 16. internationale Treffen am Samstag, 8. Januar 2011, im legendären, historischen URANIA-Haus, Berlin, statt. Es war eine bunte, unorthodoxe Veranstaltung, organisiert, wie stets seit 1996, von der marxistischen Zeitung „Junge Welt“. Vor dem großen, 1888 gegründeten Gebäude zur Volksbildung sind überdimensionale Leinwände aufgebaut. Meist junge Besucher dürfen hier ihrer revolutionären Kreativität freien Lauf lassen. „Interbrigadas e.V.“, eine junge, bundesweite Solidaritäts- und Hilfsorganisation mit internationalen Projekten, hat diese Malwände organisiert. „Wir wollten“, so Malte Greger, Berliner Lehramtsstudent von den „Interbrigadas“, „mal was anderes, lockereres anbieten, als nur Infostände und Diskussion/Kultur bei der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2011.“ Doch auch Malte muss jetzt wieder rein zum Stand, „Infomaterial zum verteilen holen“.
Tausende trafen sich am 8. und 9. Januar 2011 im Sinne von Liebknecht, Luxemburg
„Lernen, wie wir kämpfen müssen“ - das war nicht nur das Motto der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2011, am 8. Januar. Unter dieser Prämisse stand auch die LL-Demo, deren krönender Abschluss, die Kranzniederlegung, in Presse, Funk und Fernsehen über die Hauptstadt hinaus Beachtung fand. So forderte man in allem Trubel die Freilassung von Mumia Abu-Jamal, dem bekannten US-Journalisten, der wegen kritischer Berichterstattung in Amerika in der Todeszelle sitzt. Arbeitermusik gab es massenweise. Die Stände der DKP spielten das „Lied vom kleinen Trompeter“, interpretiert von Hannes Wader, immer, immer wieder. Man tanzte, man sang, diskutierte, lachte. Wenn alle sich so einig wären – der Kampf wäre ein Kinderspiel. Nur war mitnichten alles Gold, was glänzt, unter dem grauen Himmel Berlins, bei den linken Januar-Protesten 2011. Kleinere Splittergruppen sind zerstritten, ja, verfeindet. Die LINKE ist sehr mit sich selbst beschäftigt. Da ist die Internationale, gesungen am Mahnmal der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde, ein Fanal für den Traum Karl Liebknechts, Rosa Luxemburgs von der Einheit der Geknechteten. Übrigens: Für die nächsten LL-Aktionen in Berlin 2012 kann man sich schon jetzt als Unterstützer eintragen.
