Die menschliche Haut ist ein komplexes und sensibles System, welches aus mehreren Schichten besteht und vielfache Aufgaben besitzt. Sie hat große selbstheilende und sich selbst erneuernde Kräfte, die jedoch durch die immer höheren Umweltverschmutzungen und Stress geschwächt werden. Auch zu häufiges Waschen macht die Haut anfälliger, da durch das Waschen die oberste Schutzschicht, bestehend aus Talkdrüsensekret, Wasser, Salzen, und Hautfetten entfernt wird. Ist dieser Säureschutzmantel entfernt, ist die Haut anfälliger für Bakterien und Pilze. Jedoch eine regelmäßige Reinigung und Pflege ist unerlässlich.
Ursachen der Neurodermitis
Neurodermitis ist eine Reizerkrankung der Haut, deren Ursache bis heute noch nicht geklärt werden konnte. Es wird angenommen, dass nicht nur eine Ursache zum Ausbruch der Krankheit führt. In Frage kommen: Fehlfunktion des Immunsystems, Stress, Umweltverschmutzung, Klima, Allergien, psychologische Störungen und Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln. Durch genaue eigene Beobachtung kann festgestellt werden, was der oder die Auslöser der Neurodermitis ist. Es können auch gleichzeitig mehrere Auslöser sein. Diese Beobachtungen sollten schriftlich festgehalten und beim Arztbesuch angegeben werden.
Zeichen der Neurodermitis
Neurodermitis äußert sich durch sehr trockene, gerötete, häufig schuppender Haut mit Juckreiz, Vergröberung und Verdickung der Haut. Durch diese Trockenheit ist die Haut anfälliger für Infektionen, die sich gerade bei Kratzen der juckenden Stellen sehr schnell entzünden. Die entzündlichen Hautreaktionen werden als Dermatitis oder Ekzem bezeichnet. Bereits bei Babys und Kleinkindern zeigen sich Formen der Neurodermitis als Milchschorf und trockene Haut. Bevorzugte Stellen der Neurodermitis sind Ellenbeugen, Kniekehlen, Hals und Gesicht.
Vorbeugungsmaßnahmen gegen Neurodermitis
Eine Heilung der Neurodermitis ist nicht möglich. Allerdings kann der Verlauf abgeschwächt und der erneute Ausbruch weitestgehend verhindert werden. Als Vorbeugung ist die Grundlage eine gesunde Ernährung, kein Alkohol und Nikotingenuss und regelmäßige Reinigung und Pflege der Haut mit Produkten für sensitive Haut. Es sollten alle Stoffe, die Kontaktallergien hervorrufen, gemieden werden.
Natürliche Linderung bei akuter Neurodermitis
Immer öfter greifen Patienten auf Naturheilmitteln zurück. Bei chronischer Neurodermitis ist das eincremen mit eher fetthaltigen Pflegecremes hilfreich. Ist eine akute Neurodermitis ausgebrochen, sollten fettige Cremes durch eher wasserhaltige Cremes ersetzt werden. Als Pflanzenwirkstoff hat sich die Aloe vera bewährt. Sie lindert Juckreiz und Schmerzen, ist entzündungshemmend, wirkt gegen Pilze und Bakterien und beschleunigt die Wundheilung. Gegen Entzündungen wirken auch Arnika, Ringelblume und Kamille, als Cremezusatz oder Umschlag.
Badezusätze mit Haferstroh und Weizenkleie wirken beruhigend und sind Schmerz und Juckreiz stillend. Hamamelis, Eichenrinde, Frauenmantel, Lavendel, Goldrute, Königskerze und Johanniskraut wirken Gewebe zusammen ziehend. Jedoch können Pflanzenstoffe auch Kontaktallergien auslösen. Deshalb sollte vor der Anwendung auf einer kleinen Hautfläche getestet werden, ob gegen eine der pflanzlichen Inhaltsstoffe bereits eine Kontaktallergie besteht. Bäder mit Meersalz - am besten natürlich im richtigen Meer – lassen die gereizte Haut schnell heilen.
Homöopathische Mittel gegen Neurodermitis
In Zusammenarbeit mit dem Hautarzt und der Apotheke, können auch homöopathische Mittel, in Form von Tropfen oder Globulis, zur inneren Anwendung eingenommen werden. Hierbei handelt es sich um Mittel aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Wirkstoffen, bei denen auch bei Hautkrankheiten schon die Wirksamkeit beobachtet wurde.
Entspannungsübungen gegen Neurodermitis
Gerade bei durch Stress bedingter Neurodermitis, sind Entspannungsübungen sehr wichtig. Es wird zwar manchem am Anfang etwas schwer fallen, sich richtig zu entspannen, jedoch wird sich die Mühe der regelmäßigen Anwendung lohnen. Begonnen werden kann mit einfachen Atemübungen und Meditation. Autogenes Training oder Yoga beginnt man am besten unter Anleitung in einer Gruppe. Hat man die Grundübungen verstanden, können diese zuhause beliebig wiederholt werden. Hilfe und Ratschläge bieten auch Selbsthilfegruppen, die vielfach auch über das Internet zu finden sind.
Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen können.
Quelle:
Neurodermitis, die neuesten Erkenntnisse, Rat und Hilfe - Prof. Dr. Klaus Degitz, Dr. Dietlinde Burkhardt – eISBN 978-3-6410-1420-9
