Im Osten des Elbsandsteingebirges liegt Neustadt in Sachsen direkt an der Grenze zu Tschechien. Ein historischer Stadtkern ist rund um den Markt erhalten. Insgesamt wird das Bild der Stadt vor allem durch Bauten aus der Gründerzeit im 19. Jahrhundert bestimmt.

Sehenswürdigkeiten in Neustadt

Das Rathaus steht in der Mitte des Marktplatzes. Es wurde um 1700 erbaut und trägt einen mit Kupfer gedeckten Turm mit der Uhr. Auf dem Markt steht die Kursächsische Postmeilensäule Neustadt in Sachsen aus dem Jahre 1729.

Die Jacobikirche wurde 1346 das erste Mal erwähnt. Der älteste erhaltene Teil der Kirche ist der Altarraum aus dem 16. Jahrhundert. 1884 wurde das Kirchenschiff von dem Architekten Ludwig Möckel neu im Stil der Neogotik errichtet. Dabei erhielt sie ihren sehr markanten und das Stadtbild prägenden Turm. Sehenswert sind der geschnitzte Altar die Epitaphien aus der Renaissance im Altarraum.

Das 1616 erbaute Pfarrhaus bei der Jacobikirche ist das älteste erhaltene Gebäude Neustadts. Hier wirkte der Pfarrer und Heimatforschers Wilhelm Leberecht Götzinger (1758-1818). Bemerkenswert ist sein Renaissanceportal.

Die katholische Kirche St. Gertrudis in der Nähe des Stadtparks entstand 1928.

Die 4,5 Meter hohe Sandsteinfigur an der Ecke Böhmische Straße/ Markt stellt ein Blumenmädchen dar. Sie wurde 1956 von dem Dresdner Bildhauer Albert Braun geschaffen und soll an die hier bis 1989 florierende Kunstblumenindustrie erinnern.

Museen in Neustadt

Das Heimatmuseum hat im alten Malzhaus der ehemaligen Brauerei Schmole sein Refugium. Es informiert über die umliegenden Rittergüter, die einst hier in großem Umfang betriebene Herstellung von Kunstblumen und die Geschichte der Stadt.

Im Ortsteil Berthelsdorf erwarte die Erlebnisstätte „Hohwald - Gold - Mineralien und Steine" Besucher. Das ist ein Informationszentrum über Geologie, Geschichte und die Gewinnung von Gold, Mineralien und Gestein in der Region Neustadt.

Geschichte von Neustadt

1333 gab die erste urkundliche Erwähnung Neustadts im Zusammenhang mit der Aufnahme des Bergbaus auf Gold. Gründer der zu Böhmen gehörenden Stadt waren Bergleute aus Freiberg. Doch Gold wurde, trotz geologischer Hinweise auf solche Vorkommen, bis heute nicht gefunden.

Die Salzstraße führte von Halle (Saale) via Stolpen und Neustadt nach Prag und sicherte die Existenz des Ortes. Später kam noch die Pilgerstraße von Bautzen zum böhmischen Wallfahrtsort Mariaschein hinzu. Bald nach der Gründung der Stadt wurde die Jakobikirche gebaut. 1451 kaufte der sächsische Kurfürst Friedrich der Sanftmütige die Stadt.

Im 16. Jahrhundert bildeten sich in Neustadt die Innungen der Leineweber, Schneider, Schuhmacher, Hufschmiede, Schlosser und Wagner. Das Handwerk und die Jahr- und Viehmärkte waren die Quelle des Wohlstands in der Ackerbürgerstadt. Der Dreißigjährige Krieg, der Siebenjährige Krieg, die Pest und Stadtbrände sorgten für großes Elend. Im Laufe des 19. Jahrhundert verlor das Handwerk an Boden. Die Kunstblumen-, Stahl- und Emaillewarenindustrie wurden zu wichtigen Wirtschaftszweigen.

Fanatische Hitlerjungen nahmen kurz vor Kriegsende den Kampf gegen vorrückende Einheiten der Roten Armee auf. Durch Artilleriefeuer und Brände kam es noch zu umfangreichen Zerstörungen in der Stadt

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Neustadt zu einem Zentrum für die Produktion von Landmaschinen im VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen. Davon blieb nach der Wende nur ein Rest erhalten.

2007 wurde die ehemalige Gemeinde Hohwald in die Stadt Neustadt eingemeindet.

Lage und Anreise

Neustadt liegt im Neustädter Tal zwischen den Bergrücken des Hohwaldes und des Ungerberges. Südwestlich der Stadt liegt der Ortsteil Polenz. Dort bahnt sich das gleichnamige Flüsschen seinen Weg durch die Berge. Als Lachsbach mündet es bei Bad Schandau in die Elbe. Das Polenztal ist wegen der Märzenbecherwiesen, dem größten Vorkommen wild wachsender Märzenbecher in Deutschland, bekannt.

Weiter südlich erhebt sich der Ungerberg mit dem Fernsehturm und dem Aussichtsturm auf 538 Meter. Vor dem Unger sind auf der Götzingerhöhe ein Aussichtspunkt mit Turm und eine Gaststätte auf 425 Meter Höhe zu finden. Der Turm bietet einen guten Rundblick.

Mit dem Auto ist Neustadt über die Anschlussstelle Burkau an der A 4 und die Anschlussstelle Pirna an der A 17 zu erreichen.

Die Sächsische Städtebahn verbindet Neustadt via Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach mit Pirna sowie via Sebnitz mit Bad Schandau.

Steckbrief von Neustadt in Sachsen

  • Bundesland: Sachsen
  • Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
  • Höhe: 340 Meter über Normal Null
  • Fläche: 83,1 Quadratkilometer
  • Einwohner am 31.12.2010: 13.758
  • Stadtgliederung in 9 Ortsteile: Berthelsdorf, Krumhermsdorf, Langburkersdorf, Neustadt in Sachsen, Niederttendorf, Oberottendorf, Polenz, Rückersdorf und Rugiswalde
  • Anschrift der Stadtverwaltung: Markt 1, D-01844 Neustadt in Sachsen
  • Touristeninformation: Johann-Sebastian-Bach-Straße 15, D-01844 Neustadt in Sachsen, Fon +49 (0) 3596 19433, Mail

    touristinfo@neustadthalle.de

  • Städtepartnerschaften: Frittlingen, Günzburg, Meckenbeuren, Titisee-Neustadt und Weilheim an der Teck in Deutschland sowie Kehlen in Luxemburg. Weiter besteht die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa.
Quellen

  1. Stadt Neustadt in Sachsen
  2. Touristinformation Neustadt
  3. Gold- und Mineralien-Erlebnisstätte Hohwald
  4. Ev. - Luth. Kirchgemeinde Neustadt in Sachsen