"If you can make it there" – der ING New York City Marathon ist zwar nicht der schnellste, wohl aber der berühmteste und größte Marathon der Welt.

"New York, New York": Ein einmaliges Marathon-Erlebnis

Hier zählen nicht in erster Linie die Zeiten, sondern die Platzierungen. Wer es von den Profis aufs Treppchen schafft, kann sich über ein sattes Preisgeld (1. Platz: 130.000 US-Dollar, bei einem Wiederholungssieg 200.000 US-Dollar) und vor allem einen ordentlichen Prestige-Gewinn freuen. Ein einmaliges Erlebnis ist der ING New York City Marathon auch für die "Volksläufer". Frank Sinatras "New York, New York", das direkt nach dem Startschuss erklingt, gibt das unglaubliche Gefühl dieses Laufs perfekt wieder.

46.000 Teilnehmer beim ING New York City Marathon 2011

Rund 46.000 Teilnehmer aus gut 100 Nationen starten am 6. November 2011 in New York, unter ihnen die Top-Läufer Mary Keitany (Halbmarathon-Weltmeisterin; 3. beim New York City Marathon 2010), Gebre Gebremariam (Vorjahressieger New York Marathon) und Geoffrey Mutai (Sieger Boston Marathon 2011). Trotz anfänglich frostiger Temperaturen und ohne den Weltrekordler Patrick Makau eine heiße Sache!

Mary Keitany zunächst auf Weltrekordkurs in New York

Schon vorab hatte sich die Favoritin bei den Damen, Mary Keitany, nach dem aktuellen Streckenrekord beim ING New York City Marathon erkundigt. Das Tempo, das die Läuferin gleich zu Beginn und ohne Pacemaker vorlegte, sprach entsprechend Bände. Zwischenzeiten: 5 Kilometer – 16:04 Minuten, 10 km – 31:54 Minuten 15 km – 47:59 Minuten. Mutig und verdammt schnell: Mary Keitany war zunächst sogar auf Weltrekordkurs.

Bei Kilometer 20 hatte sie gut zwei Minuten Vorsprung vor den Verfolgerinnen. Es lief rund für die Kenianerin, die auch nach der Halbmarathonmarke (1:07:56 Stunden) mutterseelenallein über das wellige Profil New Yorks sprintet. Trotzdem war dieser Tour de Force-Ritt ein Spiel mit dem Feuer, das den Mann mit dem Hammer geradezu herauszufordern schien. Die bange Frage: Kann Keitany diese Pace über die 42,195 Kilometer ins Ziel bringen?

Kein Streckenrekord für Keitany, aber Siegerin der Herzen

Kurzum: Sie konnte es nicht. Ab Kilometer 30 wurde ihr Schritt immer schleppender, im Central Park wurde Keitany schließlich von den beiden äthiopischen Verfolgerinnen Dado und Deba eingeholt. Nur kurz konnte sie kontern, doch alle Körner waren verschossen. Am Ende wurde sie nur Dritte in 2:23:38 Stunden. Siegerin der Herzen beim New York City Marathon 2011 ist und bleibt Mary Keitany aber trotzdem.

Grete Waitz, ohne deren Name kein New York City Marathon über die Bühne gehen kann, wäre sicher stolz auf Keitanys Kampfgeist gewesen. Die norwegische Langstreckenläuferin erlag im April 2011 ihrem Krebsleiden – die 42. Auflage des ING New York City Marathon geht auch als eine Art Hommage an diese große Sportlerin über die Bühne.

New York City Marathon: Doppelsieg für Dado und Deba

Keinen Streckenrekord gibt es für die beiden Läuferinnen aus Äthiopien zu vermelden, die den ING New York City Marathon 2011 schließlich für sich entscheiden können: Firehiwot Dado (2:23:15 Stunden) und Buzunesh Deba (2:23:19 Stunden).

Das Herrenrennen geht anfänglich etwas unter

Gegenüber dem Damenrennen ging das der Herren anfänglich etwas unter. Dabei waren auch Emmanuel und Geoffrey Mutai (nicht verwandt oder verschwägert) und die Spitzengruppe um sie herum extrem schnell unterwegs. 1:03:18 Stunde bei der Halbmarathonmarke bedeutete: Auch die Afrikaner zielten darauf ab, den Streckenrekord beim New York City Marathon 2011 zu knacken. Anders als den Frauen sollte es ihnen gelingen.

Streckenrekord für Geoffrey Mutai beim New York City Marathon 2011

Bei den Männern fiel die Vorentscheidung ab Kilometer 30, als Geoffrey Mutai die Spitzengruppe sprengte und sich absetzte. Nach dem Sieg beim Boston Marathon lief er auch zum Sieg beim New York City Marathon 2011: Er pulverisierte mit 2:05:06 Stunden Minuten den Streckenrekord (zuvor: 2:07:43 Stunden).

Emmanuel Mutai gewann indes die Marathonserie und kassiert eine halbe Million. Er kam in New York auf Platz 2 (2:06:28 Stunden) und blieb ebenfalls rund eine Minute unter dem früheren Streckenrekord. Dritter wurde Tsegaye Kebede (2:07:14 Stunden); auch er unter dem alten Streckenrekord.

Quelle: TV-Liveübertragung Eurosport; offizielle Homepage ING New York City Marathon