
- Schimpansen auf Ngamba Island - © Gabriele Eckhardt
Schimpansen gehören, wie viele andere Affengattungen, zu den bedrohten Tierarten. Der ugandische „Chimpanzee Sanctuary & Wildlife Conservation Trust - CSWCT“ gründete das Schutzgebiet auf der Ngamba Insel im Jahr 1998. Seitdem erhalten hier verwaiste und verletzte Tiere einen neuen Lebensraum.
Der Ausflug zum Ngamba Island
Die Fahrt zur Insel startet am Pier von Entebbe, einer Kleinstadt im Süden von Uganda am Fuße des Victoria-Sees, 45 Kilometer von der ugandischen Hauptstadt Kampala entfernt. Den Besuch organisiert man am besten über einen Reiseveranstalter oder direkt über die Verwaltung von Ngamba Island (Kontaktdaten finden Sie am Ende dieses Artikels). Vom Pier geht es per Schnellboot zur Insel, das rasant über die Wellen des Victoria-Sees prescht. Die Überfahrt dauert etwa 50 Minuten. An der Anlegestelle der Insel wird der Besucher von allerlei Seevögeln begrüßt, die zusammen mit den Schimpansen dieses kleine, friedvolle Paradies bevölkern. Ein Mitarbeiter des Ngamba-Island-Teams nimmt die Besucher in Empfang und führt sie zu einem Informationszentrum, wo sie ein Briefing über die Arbeit auf der Insel erhalten. Im Hintergrund hört man bereits das Getrampel und Geschrei der Schimpansen.
Wie leben die Schimpansen auf Ngamba Island?
Ngamba Island ist mit seinen 40 Hektar eine der größten Freianlagen für Schimpansen in Afrika. Der Lebensraum der Schimpansen besteht aus einem eingezäunten Areal, in dem die Tiere nachts schlafen, einem Freigehege und einem Tunnel aus Metall, der einem langen Käfig gleicht. Dieser Tunnel verbindet das Freigehege mit dem Schlafgehege. Die Tiere können sich jederzeit sowohl im eingezäunten Areal als auch im freien Garten aufhalten. Das Freigehege, der eigentliche Tiergarten, ist vom Rest der Insel mit einem elektrischen Zaun getrennt. Schimpansen sind wilde Tiere, die aggressiv werden können. Ein direkter Kontakt mit Menschen ist gefährlich.
Die Fütterung der Schimpansen auf Ngamba Island
Höhepunkt des Besuchs sind die Fütterungen der Tiere um 08.00 und 11.00 Uhr sowie am Nachmittag. Die Schimpansen erhalten Obst und Gemüse, wie etwa Feigen, Papaya und Möhren. Einmal wöchentlich gibt es gekochte Eier, um ihren Proteinbedarf zu decken. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter, und es ist faszinierend, sie bei der Fütterung zu beobachten. Da ist der Schimpanse, der sich auf dem Gras niederlässt, um sich gourmethaft-genüsslich seine Papaya schmecken zu lassen, während sein Kollege soviel rafft wie er kann, um seine Beute dann in Sicherheit zu bringen. Was nicht in das Maul passt, wird unter den Armen und in den Händen gehortet. Man meint, menschliche Züge in den Tieren zu erkennen.
Die Schimpansen – eine bedrohte Tierart
Wälder werden abgeholzt: für den Tourismus, um Agrarland zu schaffen und zur Versorgung der einheimischen Bevölkerung mit Feuerholz. Affen werden auch getötet, um deren Fleisch zu essen. Die größte Gefahr droht den Tieren jedoch durch Wilderer, die Schimpansen entführen, um sie als Haustiere zu verkaufen. Leider boomt dieser illegale „pet trade“. Der CSWCT schätzt, dass jährlich 30.000 Affen dieses Schicksal erleiden. Für das Wildern eines Baby-Schimpansen ist es meist nötig, erwachsene Tiere zu töten, die das Baby beschützen wollen. Schimpansen waren einst in ganz Äquatorialafrika in insgesamt 25 Ländern beheimatet. Man schätzt, dass von den ehemals mehreren Millionen heute nur noch 15.000 Schimpansen in freier Wildbahn existieren. 5.000 davon leben in Uganda.
Die Arbeit des Chimpanzee Sanctuary & Wildlife Conversation Trust – CSWCT
Getötete Tiere hinterlassen oft Waisen. Das CSWCT nimmt sich ihrer an. Die traumatisierten Schimpansen erhalten auf Ngamba Island einen neuen Lebensraum. Die weiblichen Tiere erhalten Verhütungsmittel. Es ist nicht gewollt, dass sich die Tiere vermehren. Vielmehr soll ihnen ein artgerechtes Leben in Frieden und weitgehender Freiheit ermöglicht werden.
Doch das CSWCT kümmert sich nicht nur um die Schimpansen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit sind Bildungs- und Sensibilisierungsprogramme in umliegenden Schulen und Gemeinden. Insbesondere werden Initiativen für die Entwicklung von Gemeinden durchgeführt, deren Siedlungen nahe den Lebensräumen der Schimpansen liegen. So sollen sie für Problematik der bedrohten Tierarten sensibilisiert werden. Außerdem führt das CSWCT Wiederaufforstungsprojekte durch.
Der Chimpanzee Sanctuary & Wildlife Conservation Trust ist eine non-profit-Organisation, die auf Spenden angewiesen ist. Das CSWCT wird auch vom WWF unterstützt. Der Ausflug zum Ngamba Island kostet zwischen 90,- und 140,- U.S.-Dollar, je nachdem, wie viele Besucher an dem Ausflug teilnehmen. Auf der Insel gibt es ein kleines Zelt-Camp, das Besuchern ermöglicht, dort zu übernachten. Mehrere kleine Solaranlagen gewährleisten Elektrizität auf der Insel.
- Chimpanzee Sanctuary & Wildlife Converstation Trust, PO Box 884, Entebbe, Uganda, Tel.: +256 (0) 414 320 662, Fax: +256 (0) 414 321 737. info@ngambaisland.org, education@ngambaisland.org
- Wild Frontiers Uganda Safaris, Plot 3, Nsamizi Close, Off Wilson Road, Entebbe, Uganda. P.O.Box 619, Entebbe, Uganda. Tel: +256 (0)414 321479, (0)772 721479, Mobiltelefon: +256 (0)772 502155, Fax: +256 (0)414 321479
