Gerade mal zwei Wochen, so lange dauert es für Soldat John, gespielt von Mädchenschwarm Channing Tatum ("G.I. John", "Step Up") und Studentin Savannah, gespielt vom Shootingstar Amanda Seyfried ("Mamma Mia!", "Chloe"), sich unsterblich ineinander zu verlieben. Vor der romantischen Kulisse South Carolinas begegnet sich das ungleiche Paar zufällig am Strand und verbringt von da an jeden Tag zusammen. Was anfangs wie ein vergänglicher Sommerflirt für alle Freunde Savannahs wirkt, entwickelt sich zu einer ernsten Liebe, die vielen Schicksalsschlägen ausgesetzt ist.
"Dear John," - mit Briefen eine Liebe erhalten
Die erste große Trennung des frisch verliebten Paares bringt Johns Beruf als Soldat mit sich. Er muss für ein jahr zurück zum Militärdienst ins Ausland. Um diese schwere Zeit zu überbrücken, hält das Paar über unzählige Briefe Kontakt, in denen es sich seine gegenseitige Liebe und Sehnsucht beschreibt. Doch das Glück scheint nicht auf ihrer Seite zu sein. Aufgrund der tragischen Ereignisse des 11. Septembers entscheidet sich John, seinen Militärdienst zu verlängern und nach Afghanistan zu gehen. Mit diesem Entschluss stellt er die Beziehung zu Savannah ernsthaft auf die Probe. Nach ein paar Monaten bleiben ihre Briefe aus und stürzen John in rastlose Ungewissheit. Seine schlimmsten Befürchtungen werden wahr, als Savannah ein letztes Mal schreibt, um die Beziehung zu beenden. Sie ist mit einem anderen verlobt...
Doch was wäre ein Nicholas Sparks-Film, wenn dies schon das Ende einer großen Liebe wäre?
Tragische Liebe made by Nicholas Sparks
Wer kennt sie nicht, all die tragischen Liebesgeschichten made by Nicholas Sparks. Wie geschaffen für's große Gefühlskino kann der mittlerweile 45-Jährige US-Schriftsteller auf sechs erfolgreiche Verfilmungen seiner Werke zurückblicken.
Dazu zählen "Message in a Bottle" mit Kevin Costner und Robin Wright Penn, "Nur mit Dir" (englischer Originaltitel: A Walk to Remember) mit Mandy Moore und Shane West, "Wie ein einziger Tag" (The Notebook) mit Rachel Mc Adams und Ryan Gosling, "Das Lächeln der Sterne" (Nights in Rodanthe) mit Richard Gere und Diane Lane und die aktuellen, fast zeitgleichen Verfilmungen von "Mit dir an meiner Seite" (The Last Song) mit Miley Cyrus in der Hauptrolle und eben "Das Leuchten der Stille" mit Channing Tatum und Amanda Seyfried unter der Regie von Lasse Hallström ("Chocolat", "Gottes Werk und Teufels Beitrag").
Die Erfolgsgarantie von Sparks Geschichten ist dabei so schön wie tragisch: Zwei Liebende, zwei Seelenverwandte, die sich entweder in sehr jungem oder schon fortgeschrittenem Alter begegnen und unsterblich ineinander verlieben, werden vom Schicksal auf die Probe gestellt. Meist enden Sparks Geschichten ohne klassisches Happy End und eine der beiden Hauptpersonen stirbt. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine nahezu perfekte Zeit voller Liebe und Glück und die Gewissheit, dass Liebe das Leben bereichert und über den Tod hinaus bestehen bleibt.
Weitere Problematiken: Autismus und Pflichtgefühl
Neben der tragischen Liebesgeschichte zwischen John und Savannah, werden in "Das Leuchten der Stille" zusätzlich noch andere Problematiken behandelt:
Zu einen ist da das schwierige Verhältns zwischen John und seinem Vater, hervorragend gespielt von Richard Jenkins ("Six feet Under", "The Visitor"), dessen seltsames Verhalten John aggressiv macht und in die Verzweiflung treibt. Erst Savannah bemerkt, dass Johns Vater an an einer leichten Form von Autismus leiden könnte. Diese Diagnose ermöglicht es John, die Beziehung zu seinem Vater in einem anderen Licht zu sehen und an ihr zu arbeiten.
Neben dieser Problematik stellt sich in "Das Leuchten der Stille" auch die Frage nach Verantwortung und Pflichtgefühl. Somit kann sowohl Johns Entschluss, seine Zeit beim Militär aufgrund der Ereignisse des 11. Septmebers zu verlängern, als auch Savannahs Entschluss für die endgültige Trennung von John in Frage gestellt werden.
"Das Leuchten der Stille" - Sparks beste Liebesgeschichte?
Obwohl Nicholas Sparks in "Das Leuchten der Stille" alle Register gezogen hat, bleibt doch trotzdem ein fader Nachgeschmack. Dass Channing Tatum und vor allem Amanda Seyfried gute Schauspieler sind und schön anzuschauen noch dazu, ändert nichts daran, dass sie als Liebens einfach nicht perfekt harmonieren. Zumindest gehen sie als Paar nicht annähernd so unter die Haut wie etwa Rachel Mc Adams und Ryan Gosling in "Wie ein einziger Tag".
Darüber hinaus sind die Entscheidungen beider Hauptfiguren, die aus Pflicht- und Verantwortungsgefühl getroffen werden und dann schließlich zur Trennung führen, nicht so ganz nachvollziehbar. Zwangen bisher Krankheit und Tod, ohne Frage übermächtige Kräfte, Sparks Hauptfiguren zur Trennung, so sind Johns und Savannahs Gründe Entscheidungen aus freien Stücken.
Aus diesen Gründen gehört "Das Leuchten der Stille" für viele Sparksfans wohl definitiv nicht zu seinen besten Liebesgeschichten.
