Nina Hagens Masturbationstipps - Skandale im TV

Ob Sex, Betrug oder "Nipplegate": Wenn Fernsehen die Gemüter erregt

Skandale, die im Fernsehen für Aufsehen sorgten: Nina Hagens Tipps zur Selbstbefriedigung, ein Betrüger bei Gottschalk, Janet Jacksons "Nipplegate" und andere Aufreger.

Seit Jahrzehnten zählt das Fernsehen zu den beliebtesten Massenmedien weltweit. Kein Wunder also, dass sich zwischen „Tagesschau“, Fußballspiele oder Filme auch immer wieder Skandale mischten, die für Aufsehen, Empörung oder schlichtweg Belustigung sorgten. Manche dieser Skandale waren im Voraus geplant worden, andere wiederum passierten völlig unbeabsichtigt. Erinnern Sie sich an die folgenden Skandale?

Nina Hagens Masturbationstipps im ORF

Am 9. August 1979 schrieb Punk-Lady Nina Hagen erstmals Fernsehgeschichte: Ausgerechnet in der als seriös geltenden Diskussionssendung „Club 2“ im österreichischen ORF sorgte die gebürtige Berlinerin für einen veritablen Skandal: Mitten während der Sendung zum Thema „Jugendkultur“ gab sie offenherzige Masturbationstipps. Danach war sie tagelang Gesprächsthema Nummer 1 in der Alpenrepublik. Eine auch für den Diskussionsleiter unvergessliche Sendung: Er musste auf Grund dieses Skandals den Hut nehmen.

Jutta Ditfurth und Joachim Bublath als Opfer Nina Hagens

Dies blieb beileibe nicht der einzige Aufsehen erregende Vorfall Nina Hagens im Fernsehen. Alleine in der Talkshow „Menschen bei Maischberger“ legte sie sich zweimal mit prominenten Gästen an. 2005 beleidigte sie „Grünen“-Ikone Jutta Ditfurth, die jedoch bemerkenswert ruhig blieb.

Im Gegensatz zum Wissenschaftsjournalisten Joachim Bublath, der während der Sendung zum Thema „Ufos, Engel, Außerirdische – sind wir nicht allein?“ aufstand und das Studio verließ, da er keinen Sinn mehr darin sah, sich an einer Konversation mit Nina Hagen zu versuchen.

Adelige Ansichten zum Sexualverhalten

Eine einzige öffentliche Aussage brachte Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis in schwere Verlegenheit. 2001 erklärte sie in der Talkshow „Friedman“, dass Afrikaner ihrer Ansicht nach zu viel Sex hätten und deshalb an AIDS sterben würden. Immerhin brachte ihr die nicht unumstrittene Meinungsäußerung einen Preis ein, nämlich den „Preis der beleidigten Zuschauer“.

Wetten, dass bei Gottschalk geschwindelt wurde?

Zur wohl berühmtesten Wette bei „Wetten, dass …?“ geriet ausgerechnet ein Schwindel. In der Sendung vom 3. September 1988 trat ein Kandidat auf, der behauptete, er könne die Farben von Buntstiften am Geschmack erkennen. Tatsächlich gewann der Mann die Wette zum Erstaunen der Zuschauer souverän.

Aber noch in der gleichen Sendung gab er zu, bei der Wette geschwindelt zu haben, in Wahrheit Redakteur beim Satire-Magazin „Titanic“ zu sein und in der nächsten Ausgabe das Geheimnis hinter dem Schwindel zu lüften. Ein Skandal war geboren, der bis heute Thomas Gottschalk und seine Paradesendung „Wetten, dass …?“ verfolgt.

Die Auflösung des Schwindels erwies sich hingegen als enttäuschend plump: Der „Titanic“-Redakteur hatte lediglich unter dem Rand der Brille hindurch geguckt und so die Farben der Buntstifte erkannt.

Freizügigkeit in Dietmar Schönherrs „Wünsch dir was“

Auch Dietmar Schönherr musste in der populären Samstagabend-Show „Wünsch dir was“ so manchen Skandal ausbaden. Genauer gesagt war es eine Kandidatin, die im Rahmen eines Wettspiels baden ging und von Tauchern vor dem Ertrinken gerettet werden musste. Das lebensgefährliche Spiel sorgte für heftige Diskussionen.

Ebenso wie ein weitaus ungefährlicherer Zwischenfall bei „Wünsch dir was“ aus 1970. Eine damals 17-jährige Kandidatin präsentierte sich ihrer Familie als Model – und sorgte für Irritationen, da sie in einer transparenten Bluse auftrat.

Janet Jacksons Nipplegate dank Timberlake

Was in Mitteleuropa lediglich für kurzes Aufsehen sorgte, hatte in ähnlicher Form in den USA ein erhebliches Nachspiel. Bei einem Showauftritt während der „Super Bowl“ legte Justin Timberlake versehentlich eine von Janet Jacksons Brüsten für kurze Zeit frei. Ein Anblick, der etwa für eine Bankangestellte dermaßen schrecklich gewesen sein muss, dass sie bei Gericht Klage einreichte, welche sie später jedoch wieder zurückzog.

Um ähnliche offenbar der Gesundheit der Zuschauer abträgliche Unzumutbarkeiten hinkünftig zu vermeiden, werden seither die Übertragungen der Oscar- sowie Grammy-Verleihungen um einige Sekunden verzögert ausgestrahlt. Mit Erfolg: „Nipplegate“ sollte zumindest in den USA ein einzigartiger Vorfall bleiben.

Eva Hermans Rausschmiss bei Johannes B. Kerner

Denkwürdig war auch die jene Sendung von Johannes B. Kerner, in der Eva Herman – wieder einmal – für heftige Kontroversen sorgte. Die Ex-Sprecherin der „Tagesschau“ sollte Stellung zu ihren Ansichten bezüglich Familienpolitik und Nationalsozialismus beziehen. Nach Protesten von Themenexperten wie Mario Barth oder Margarethe Schreinemakers, lud Johannes B. Kerner nach knapp einer Stunde Eva Herman aus.

Schreinemakers selbst hatte 1996 mehr oder weniger unfreiwillig für einen Skandal gesorgt: Während der Sendung „Schreinemakers Live“ wollte sie die gegen ihre Person erhobenen Steuerhinterziehungsvorwürfe ausräumen. Dazu kam es nicht, da SAT. 1 die Sendung kappte und stattdessen Ulrich Meyer eine Erklärung verlesen ließ.

Skandale als das Salz in der Suppe

So ärgerlich oder gar erschütternd ein TV-Skandal auch erscheinen mag: Gerade diese Zwischenfälle sind das Salz in der oft faden Suppe des Fernsehens. Und während selbst besonders gelungene Showeinlagen, Filme oder Diskussionen meist schon nach kurzer Zeit wieder vergessen sind, bleiben Skandale im öffentlichen Gedächtnis hängen und überdauern – dem Internet sei Dank – Jahrzehnte.

Rainer Innreiter, Rainer Innreiter

Rainer Innreiter - 1972 in einem kleinen Ort nahe der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz geboren, entdeckte Rainer Innreiter seinen Hang zu ...

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