Nina Queer - Interview zur neuen Single "I give you love"

Nina Queer feat. Boussa, I give you love - Denfis
Nina Queer feat. Boussa, I give you love - Denfis
Beim 33. Berliner CSD sprach die Star-Transe über ihre neue Single und das kommende Album "Hat hier irgendjemand 'ne Nutte bestellt?"

Spätestens seit ihrem Auftritt bei RTL2 "Frauentausch" kennt man die Berliner Kneipenbesitzerin (Bar zum schmutzigen Hobby), Sängerin ("Discopony"), Schauspielerin ("Avantgarde") und Party-Veranstalterin Nina Queer ("Irrenhouse"), die internationale Stars an- und auszieht. Aber auch als Bestseller-Autorin tut sie sich hervor - Nina Queers Buch "Dauerläufig" ist seit Wochen auf Platz # 1 sämtlicher Buch-Bestseller-Listen. Freitags talkt sie morgens zur "Toast-Show" mit Boussa und Ingmar auf Radio Energy. Und mit ihrer Moderatorinnen-Kollegin Boussa nahm sie jetzt ein Duett auf - "I give you love" - produziert von DJ Divinity, das im August 2011 als Single mit Remixen bestückt erscheint.

Suite101-Autor Martin Döringer interviewt Nina Queer vor ihrem Live-Auftritt beim Berliner CSD 2011 am Brandenburger Tor:

Martin Döringer: "Nina, wie kam es zur Duett-Idee mit Radio-Energy-Moderatorin Boussa?"

Nina Queer exklusiv zu Suite101.de: "Wir moderieren jede Woche eine Morning-Show zusammen. Sie hat eine sehr geile, schwarze Stimme, da ist es doch sehr naheliegend, dass wir zusammen singen! Ich finde es auch gut, dass es mit Boussa in ganz anderen Radios läuft. So sind es nicht nur eine Transe und ein DJ, sondern es ist auch ne echte Frau dabei, mit ner geilen Stimme, die schon sehr viel Erfahrung hat und viel gemacht hat. Als 'I give you love' bei Radio Energy Premiere hatte, bekamen wir sehr viele Anfragen, wo man das Lied herunterladen kann und wir mussten sagen: 'Das gibt es erst ab August.' Auf meiner neuen CD 'Wer hat hier eigentlich ne Nutte bestellt' und der zweiten Single 'Wund im Mund' singe ich viel heftiger und extremer als auf meiner ersten CD 'Discopony'. Ich hole darauf sehr viel aus mir raus, ich schreibe auch alle Songs und komponiere sie selbst."

Martin Döringer: "Wie entstand denn der übergeschnappte Albumtitel 'Hat hier irgendjemand 'ne Nutte bestellt?'?"

Nina Queer exklusiv zu Suite101.de: "Ich hab vor fünf, sechs Jahren zur Show von Matina in einer Leipziger Proll-Disco aufgelegt. Wir sahen aus wie Nutten und die Türsteher guckten uns total unglaubwürdig an und sagten: 'Hat jemand 'ne Nutte bestellt?' Das ist mir bis heute im Kopf geblieben und deshalb heißt das neue Album so."

Martin Döringer: "Wie fandest du den heutigen CSD in Berlin?"

Nina Queer exklusiv zu Suite101.de: "Ich fand ihn super! Man denkt zwar immer: 'Oh Gott, oh Gott, das mach ich nicht mit, das ist alles so furchtbar.' Aber wenn man dann auf dem Wagen steht, und die Liebe der Leute einem entgegenschwallert, wenn man diese Liebe entgegen geworfen bekommt, dann denkt man sich: 'Wow, warum kann's nicht immer so sein?' Ich finde das supergut und brauche das sehr!"

Martin Döringer: "Hast du eigentlich etwas gegen Vögel?"

Nina Queer exklusiv zu Suite101.de: "Nein, ich bin immer gut zu Vögeln."

Martin Döringer: "Weil du immer noch nicht bei Twitter bist..."

Nina Queer exklusiv zu Suite101.de: "Komischerweise bin ich gut zu Vögeln, aber immer noch nicht bei Twitter! Aber wenn du mir das sagst, Herr Döringer, dann mach ich das nächste Woche. Nen Schluck Sekt? Put, put, put, put."

Martin Döringer: "Und wie zufrieden bist du mit der Veröffentlichung deines Buches 'Dauerläufig'?"

Nina Queer exklusiv zu Suite101.de: "Mit dem Buch bin ich sehr zufrieden. Es ist ein richtiger Dauerbrenner, Platz # 1 und Platz # 2 in vielen Buch-Charts. Ich war jetzt in der Schweiz auf Lesungen, und die Leute haben mich gefragt, als wie bei einem Rock-Konzert. Dadurch weiß man, vier Jahre nicht umsonst Blödsinn geschrieben zu haben, sondern bekommt die Bestätigung, dass was man gemacht hat, doch gut ist."

Martin Döringer: "Fühlst du dich durch dein Buch jetzt freier oder war es ein Gefühl, wie einen Brief zu schreiben?"

Nina Queer exklusiv zu Suite101.de: "Nein, man fühlt sich freier. Ich bin vielleicht nicht ewig als Party-Transe und Nightlife-Girl an ein Party-, Kultur- und Nightlife-Leben gebunden, sondern ich kann vielleicht auch anfangen, mich aufs Land zurückzuziehen und Bücher schreiben und ich kann etwaig auch irgendwann davon leben, wenn die Leute es kaufen und lieben. Solange mir Geschichten einfallen, ist es gut. Wenn man ein Buch fertig hat, ist der Kopf total leer und man denkt, kein weiteres Kapitel mehr schreiben zu können. Wenn man es beendet, abgegeben hat, erlebt man wieder neue Geschichten und der Kopf füllt sich mit neuen Storys, deshalb bin ich schon wieder ans Nightlife gebunden, damit ich wieder neue Geschichten erlebe und neue Bücher schreiben kann."

Martin Döringer: "Was haben denn nun deine Eltern im Nachhinein zu deinem Buch gesagt? Du warst ja auch in der Schweiz und in Österreich auf Lesungen unterwegs..."

Nina Queer exklusiv zu Suite101.de: "Meine Eltern haben es gut aufgefasst. Doch meine Tante rief mich an und sagte: 'Wie? Du hast in deinem Buch geschrieben, ich sei eine Nutte?' Da gabs schon ein bisschen Stress. Auch andere Familienangehörige sind nicht gut darin weggekommen und haben mich verflucht und verteufelt, aber ich schreib ein Buch fürs Publikum und nicht für meine Verwandten. Ich hab noch Kontakt dazu, aber ich bin Ihnen keinen Rechtfertigung schuldig (lacht)."

Martin Döringer: "Was hat sich in der Gay-Szene verändert?"

Nina Queer exklusiv zu Suite101.de: "Eigentlich ist alles beim Alten, außer dass Schwule nicht mehr so tonangebend sind wie noch vor zehn Jahren. Vor zehn Jahren (Anm.: als Herr Wowereit sagte: "Ich bin schwul und das ist auch gut so") war es so, wenn ein schwuler DJ etwas spielte, dann war es tonangebend und erst ein halbes Jahr später haben es Hetero-DJs gespielt. Mittlerweile spielen Hetero-DJs genauso tolle Newcomer-Scheiben, die später Hits werden... Das Dating-Netzwerk Gayromeo find ich zum Beispiel krass. Dort sind alle miteinander vernetzt und mich verletzt das persönlich sehr, wenn ich dort einen Partner kennen lerne und mir dann bei Gayromeo von zehn Leuten - die ich nicht kenne - anhören muss, welche Geschlechtskrankheiten der bereits hatte. Das verletzt mich persönlich sehr! Dann lieber Facebook, obwohl Facebook nicht sehr sexuell ist. Die Stasi hätte sich Facebook so sehr gewünscht! Facebook ist wirklich schlimmer als die Stasi! Die Stasi hat nie soviel über Leute herausgefunden, wie Facebook! (Anm. Nina Queer ist jetzt auch bei Twitter).

"I give you love" von Nina Queer & DJ Divinity feat. Boussa erscheint im August 2011 bei Denfis

Döringer, Martin, (c) Marlonski

Martin Döringer - Martin schreibt nicht nur Online-Reviews, sondern moderierte/interviewte live bei Radio-ALEX und stellte TV-Clips her, diente dabei ...

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