
- Ein erstes Nintendo 3DS Spiel - Johannes Flörsch
Nintendogs ist das Spiel, mit dem Nintendo auf dem DS Furore machte: Die putzigen Welpen waren die konsequente Fortsetzung der Tamagotchis, jener kleinen Fabelwesen, die in einem elektronischen Ei lebten und „gehegt“ werden mussten. Die Entrüstung schlug damals Wellen: Eltern befürchteten ihre Kinder im virtuellen Pflegerausch, doch Tamagotchi war eine nur vorübergehende Erscheinung. Ähnlich wie die Peeper verschwanden, als die Handys den Markt eroberten, verschwanden Tamagotchis von der Bildfläche mit dem DS und den Nintendogs.
Nintendogs auf dem 3DS: Es beginnt mit dem ersten Welpen
Eines ist das Spiel Nintendogs 3DS genauso wenig wie sein Bruder aus der 2D-Welt: ein Ersatz für ein echtes Tier. Nintendogs 3DS ist ein Spiel, ein Zeitvertreib. Nun versinken Kinder gerne mal in den Welten von Bits & Bytes, weswegen überall und immer wieder der Hinweis auftaucht: „Mach’ mal Pause!“ Er steht auf der Konsolenpackung, er steht in der Anleitung, er taucht während des Spiels auf. Eltern könnten sich hier mit ihren Kindern arrangieren, um das Abtauchen in die Welt der Welpen zu begrenzen: bis zur ersten, bis zur zweiten Pause. Hier sind sinnvolle Abschnitte möglich.
Als erstes wählt man als Spieler seinen Hund. Zur Auswahl stehen neun niedliche Welpen: Retriever, Beagle, Shiba, Pinscher, Mops, Dackel, Malteser, Dogge, Cocker. Die Vorauswahl bringt den Spieler in den Zwinger, hier tollen die jungen Hunde herum, man kann sie sich ansehen und herbeirufen. Herbeirufen? Ein Klick auf den Touchscreen mit dem Touchpen, und die Hunde laufen in den Vordergrund des Bildschirms. Etwas streicheln (ebenfalls mit dem Touchpen, dem Fingerersatz), dann entscheidet man sich oder kehrt zur Auswahl zurück. Jeder Welpe hat seinen Preis, das Beagle-Weibchen kostet 1.280 Euro, der Golden-Retriever-Rüde 1.580 Euro. Nach der Wahl geht’s „nach Hause“.
Kindchenschema als Spielkonzept beim Nintendo 3DS Spiel „Nintendogs + Cats“
Das Spiel ist auf die Welt von Kindern zugeschnitten: leicht erhöhte Vogelperspektive. Wir befinden uns zunächst auf dem Teppich eines großen Wohnzimmers mit Kamin, der mitgebrachte Welpe tollt herum. Natürlich braucht der Hund einen Namen, mit ein paar Anweisungen ist das schnell geschehen: Man kann ihn rufen (das eingebaute Mikrofon nimmt den Befehl entgegen), man schreibt sich seinen Namen auf (wichtig, wenn ein zweiter Hund hinzukommt), dann beginnt das Leben mit den neuen Hausgenossen: Shampoonieren, duschen, spielen, Gassi gehen, „Geschäft“ wegräumen, Befehle beibringen wie „Sitz“. Ruft man seinen Hund, läuft der umgehend an den vorderen Bildschirmrand und hechelt – offenbar mag der Welpe sein neues Herrchen.
Welpen entsprechen dem sogenannten Kindchenschema: Proportionen, die in der Natur und beim Menschen einen Schlüsslreiz auslösen, der sicherstellt, dass Eltern sich um ihre Jungen kümmern. Das ist die Basis des Spiels; man kann gar nicht anders, als dem Spiel das Attribut „niedlich“ zuzusprechen. Der Tiefeneindruck tut sein übriges.
3D-Effekt auf den Nintendo 3DS-Spielen: wie selbstverständlich und ausgesprochen zauberhaft
Der Raumeffekt auf dem 3DS überzeugt. Nach kurzer Zeit empfindet man ihn als so selbstverständlich, dass einem andere Spiele geradezu als geradezu flach erscheinen wollen. Mit dem Schiebepad, einem gummierten Knopf, erzielt man bei Nintendogs + Cats einen ganz besonderen Effekt: Die Ansicht fährt um den Welpen herum wie bei jenen Bullet Time genannten Kamerafahrten, die durch die Matrix-Filme bekannt geworden sind. Faszinierend: Das Tier lässt einen bei der Rundumfahrt nicht aus den Augen, sondern wendet den Kopf in Richtung Spieler.
Gegen die Langeweile: Aktiv sein mit seinen Nintendogs
Selbst das größte Zimmer wird irgendwann zu klein, also heißt es Gassi gehen. Selbstverständlich jagt der etwas tollpatschige junge Hund nach den Amseln, selbstverständlich muss er an jeder Ecke schnüffeln, selbstverständlich hebt er das Bein oder hockt sich hin, wenn es sich um ein Weibchen handelt – alles wie im richtigen Leben. Die kartoffelartige Hinterlassenschaft befördert man mit Hilfe des Touchpens in eine typisch amerikanisch Einkaufstüte, und wieder geht es nach Hause.
Hat man sich an den Hund gewöhnt (man müsste ja eigentlich sagen: Wenn das Programm der Meinung ist, der Welpe sei jetzt in guten Händen), darf man sich aus dem Zwinger einen zweiten Welpen besorgen. Mit den Tieren steht ein ausgefülltes Tagesprogramm zur Verfügung: essen und trinken, einkaufen, spielen, bürsten, Fotos, Tagebuch, Zimmer einrichten, an Wettbewerben teilnehmen – Langeweile kommt nie auf.
Wie Hund und Katz? Auf dem Nintendo 3DS kein Problem
Nach dem zweiten Welpen darf man auch Kätzchen mit nach Hause nehmen. Katzen lassen sich nicht wie Hunde halten, sie sind eigensinnig. Trotzdem aber brauchen sie Pflege und müssen versorgt werden. Wenn echte Katzen „Geschenke“ ins Haus bringen, sind das meist (tote) Mäuse oder Vögel – kein schöner Anblick. Nintendo lässt die Katzen außer Haus und mit Geschenken zurückkehren, die weniger abschreckend sind. Man kann seinen Katzen ein paar Tricks beibringen und sie im Haus auf die Möbel klettern lassen.
Fazit
Die Konsole Nintendo 3DS ist ein Gerät mit hohem Spaß- und Suchtfaktor. Das Spiel Nintendogs + Cats dockt an der räumlichen Darstellung mühelos an und vermittelt viel Spaß, der von Eltern zu keiner Zeit mit Sorge betrachtet werden muss, zumal immer wieder die Aufforderung erscheint, eine Pause einzuzlegen. Das Spiel wendet sich an Kinder ab dem Kindergartenalter und hat USK 0 (Unterhaltungssoftware Kontrolle nach § 14 Jugendschutzgesetz JuSchuG). In erster Linie wird man mit Nintendogs + Cats wohl einem Mädchen Freude bereiten.
Quellen: Informationsmaterial von Nintendo
