N.K. Jemisin: Die Gefährtin des Lichts – eine Rezension

N.K. Jemisin: Die Gefährtin des Lichts - Blanvalet
N.K. Jemisin: Die Gefährtin des Lichts - Blanvalet
Rezension des Fantasy-Buchs "Die Gefährtin des Lichts" von N.K. Jemisin. In Band 2 von "Das Erbe der Götter" steht die Sicht des Lichts im Vordergrund.

Zu den positiven Überraschungen im Jahr 2010 gehört N.K. Jemisin mit ihrer Fantasy-Reihe „Das Erbe der Götter“. Die Bücher sind dabei über eine Rahmenhandlung miteinander verbunden, jeder Band ist aber in sich abgeschlossen, so auch „Die Gefährtin des Lichts“.

Oree ist die blinde Heldin in „Die Gefährtin des Lichts“

Oree ist die Protagonistin in „Die Gefährtin des Lichts“, aus deren Sicht die Handlung als Ich-Erzählerin geschildert wird. Oree lebt als Straßenkünstlerin in Elysium, der Hauptstadt der Welt, in der auch die Götter und ihre Kinder wohnen. Oree ist blind, doch die Magie der Götter und Magier kann sie sehen. Das bringt sie in engen Kontakt mit Götterkindern wie Madding, der ihr Liebhaber wird. Doch dann geschieht das scheinbar Unmögliche: Ein Gottkind wird ermordet. Und Oree wird zum Teil einer Verschwörung, die die Verhältnisse in Elysium auf den Kopf stellen will.

N.K. Jemisin stellt den Gott des Lichts in den Mittelpunkt von „Die Gefährtin des Lichts“

Im zweiten Band des „Erbes der Götter“ von N.K. Jemisin steht das Licht im Mittelpunkt, nachdem Band 1 sich mehr auf Dunkelheit und Schatten konzentriert hatte. Bright Itempas, der Gott des Lichts, ist dazu verurteilt, unter den Menschen zu leben. Nur zu ihren Gunsten darf er seine Macht einsetzen. Doch der Gott behandelt die meisten Menschen mit Verachtung, so zu Anfang auch Oree, die sich jedoch seinen Respekt verdient. Die Beziehung der beiden nimmt einen wichtigen Raum in „Die Gefährtin des Lichts“ ein, wie der Titel bereits verdeutlicht. Allerdings geht die Beziehung nicht so zu Herzen, wie die zwischen Yeine und Nahadoth in „Die Erbin der Welt“. Das liegt vor allem daran, dass Bright Itempas lange unnahbar bleibt, aber auch an Orees Beziehung zum Götterkind Madding.

Sehr gelungen ist der Charakter von Oree. Die Passagen, in denen ihre Blindheit beschrieben ist, machen sehr gut die Grenzen und Möglichkeiten der Wahrnehmung der Heldin deutlich. Dennoch steht die Blindheit nicht zu sehr im Vordergrund, ist sie doch für die Protagonistin normal. Oree ist eine Protagonistin, mit der Leser mitleiden ohne sie zu bemitleiden – eine starke weibliche Figur in der Fantasy-Literatur.

Die Magie ist im Fantasy-Buch gut beschrieben

Im Vergleich zum ersten Band der Reihe „Das Erbe der Götter“ macht N.K. Jemisin deutliche Fortschritte bei der Beschreibung der Magie, wohl auch, weil sie weniger von Göttern ausgeübt wird, deren Macht keine Grenzen kennt. Doch vor allem das Stilmittel, Magisches mit Farben, die Oree sehen kann, in Verbindung zu bringen, machen die magischen Handlungen sehr anschaulich. Ein gelungener Roman, der das erzählerische Talent von Jemisin zur Entfaltung kommen lässt.

Jemisin setzt die Reihe um „Das Erbe der Götter“ fort. Im Dezember 2011 erscheint Teil 3 mit dem deutschen Titel „Die Rivalin der Götter“.

N.K. Jemisin: Die Gefährtin des Lichts. Das Erbe der Götter 2. Blanvalet 2010. Taschenbuch, 448 Seiten. Euro 9,99 (Österreich 10,30).

Jörn Käsebier - Bei Suite101.de betreute Jörn Käsebier zweieinhalb Jahre die Ressorts Wirtschaft & Geld sowie Sport als Redakteur, solange es ...

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