No-Gos auf der betrieblichen Weihnachtsfeier

Weihnachtsfeier - gesellig, aber nicht intim - Stephanie Hofschlaeger, Pixelio
Weihnachtsfeier - gesellig, aber nicht intim - Stephanie Hofschlaeger, Pixelio
Alle Jahre wieder, wenn die betrieblichen Weihnachtsfeiern anstehen, lauern vielfach dieselben peinlichen Fettnäpfchen für Arbeitnehmer.

Ein Problem ist, dass viele Arbeitnehmer der Meinung sind, wenn die Feier ausschließlich von der Firma bezahlt wird, ihren Arbeitgeber einmal richtig schädigen zu können, beispielsweise indem sie besonders teure Speisen oder Getränke bestellen. Oft führen diese Mitarbeiter dann als Argument an, dass die Firma doch genug Geld habe und ja auch mal was für ihre Angestellten tun könne. Solch ein Verhalten wird jedoch sehr genau von Vorgesetzten beobachtet und früher oder später auf die eine oder andere Art sanktioniert.

Übermäßiger Alkoholkonsum auf Weihnachtsfeiern

Gegen die Bestellung eines Glas Weins oder Biers auf einer betrieblichen Weihnachtsfeier ist sicherlich nichts einzuwenden. Anders sieht es jedoch aus, wenn einzelne Kollegen regelrecht einen über den Durst trinken und im angetrunkenen bis volltrunkenen Zustand ein unangenehmes Benehmen an den Tag legen wie etwa plumpe Anmachen bis hin zum Begrapschen, unsachliche Gesprächsführung, Beschimpfungen, Strip-Einlagen, Lallen, Taumeln, Erbrechen bis hin zum völligen Filmriss. Das Ansehen eines Mitarbeiters, der sich auf einer Weihnachtsfeier im betrunkenen Zustand vollkommen daneben benimmt, sinkt im Anschluss zusehends. Dies gilt analog auch, wenn Kollegin und Kollege offen auf der Feier rumknutschen – auch wenn dies lediglich unter Alkoholeinfluss geschieht und die Stimmung dadurch „einfach so besonders war“.

Um solche peinlichen Ausrutscher auf Betriebsfeiern zu vermeiden, empfiehlt es sich, nur wenig Alkohol zu trinken, insbesondere wenn demjenigen bekannt ist, dass er auch bei geringen Mengen Alkohol zu verbalen Ausfälligkeiten, Streitlust oder extrem anhänglich-verschmustem Verhalten neigt.

Egal, ob mit oder ohne Alkohol: keine Intimitäten auf Weihnachtsfeiern

Die wilde Knutscherei mit dem Kollegen aus der Buchhaltung vor dem Gebäude, in dem das Event stattfindet, oder der One Night Stand nach der Feier mit einem Kollegen, den frau sich schön getrunken hat: Beides sorgt für Klatsch und einen im Folgenden für einen schlechten Ruf der betreffenden Kollegen, wobei Frauen im Falle eines Fehltritts meist immer noch härter sanktioniert werden. Vielfach werden die Kolleginnen dann von anderen männlichen Mitarbeitern als Freiwild angesehen. Hat sie mit einem Vorgesetzten Zärtlichkeiten ausgetauscht, so wird vielfach pauschal unterstellt, dass sie dies nur zu ihrem eigenen Vorteil getan habe. Dass dies zu Lasten des Betriebsklimas geht, dürfte einleuchten.

Lautstarke Beschwerden über Speisen und Getränke auf der Weihnachtsfeier

Gerade in größeren Firmen finden Weihnachtsfeiern nicht zwingend in kleinen Restaurants statt, sondern vielfach in Locations, die auch mehrere hundert Personen problemlos beherbergen können. Mit der Bereitstellung von Speisen und Getränken werden dann meist externe Catering-Unternehmen beauftragt, das in der Regel ein warmes und kaltes Buffet anbietet.

Es kommt weder bei Vorgesetzten noch bei Kollegen noch bei den Mitarbeitern der Catering-Firma gut an, wenn sich ein Mitarbeiter lautstark über das Essen beschwert, weil ihm beispielsweise ein Teil der Speisen aus etwaigen Gründen nicht zusagt. Gerade bei großen Buffets sind neben typisch deutschen Speisen wie Kartoffel- oder Nudelsalat auch internationale Spezialitäten wie beispielsweise Baguettes mit Kräuterbutter, Nudel-Gratin, Sushi, Mini-Pizzen, italienische Nudelgerichte und vieles mehr vertreten. Es ist sinnvoll, sich dann am Buffet auch nur an den Speisen zu bedienen, die einem wirklich zusagen anstatt sich über die Gerichte zu beschweren, die möglicherweise nicht dem eigenen Geschmack entsprechen. Wenn ein Mitarbeiter beispielsweise kein Sushi mag, ist er ja nicht gezwungen, sich mehrere Portionen davon auf den Teller zu packen. Es ist jedoch wenig kollegial und wird auch nicht gerade als angenehm empfunden, wenn eben jener Mitarbeiter anderen Kollegen, die Sushi mögen, das Essen grundsätzlich schlecht redet.

Bildnachweise:

Adventfeier mit Plätzchen: © Stephanie Hofschlaeger / Pixelio.de

Zu tief ins Glas geguckt?: © Janina Scholz / Pixelio.de

Knutschende Gummibärchen: © Tom Kleiner / Pixelio.de

Alexandra Döll, Autorin, Marina Hong, Düsseldorf

Alexandra Döll - Persönliche Daten: geboren 1974 in Essen, wohnhaft ebendaFamilienstand: ledig, keine KinderAbitur 1993, anschließend ...

rss