Nobelpreis für den Vater der künstlichen Befruchtung

In-vitro-fertilisation ist oft der einzige Weg - just4you/stock.xchng
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Robert Edwards, Erfinder der In-vitro-Fertilisation, erhält 2010 den Nobelpreis für Medizin. Dank seiner Forschungen kamen Millionen von Paaren zu Kindern.

Robert Edwards wurde am Montag, dem 3. Oktober, offiziell als der diesjährige Preisträger der wichtigsten wissenschaftichen Auszeichnung präsentiert. Er erhielt den Nobelpreis für Medizin aufgrund seiner Leistungen bezüglich der Forschung auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin. Dass der Mebryologe diesen auch verdient, steht außer Zweifel. Nur: Er hätte sie schon viel früher bekommen müssen. Kritisieren kann man also lediglich, dass der Nobelpreis dem 85jährigen Edwards mit mehreren Jahrzehnten Verspätung verliehen wurde, was - nach der Meinung von Experten - viel zu spät sei, da das erste Retortenbaby heute schon 32 Jahre alt ist.

Die Vorarbeiten für die In-vitro-Fertilisation

Die Arbeiten von Edwards zur Entwicklung einer künstlichen Befruchtung im Reagenzglas reichen bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. Da bei Kaninchen eine Befruchtung außerhalb des Körpers ohne Probleme bewerkstelligt werden konnte, wollte der davon inspirierte Edwards herausfinden, ob so etwas auch bei Menschen möglich und ein ähnliches Verfahren auch bei ihnen anwendbar ist. Dafür musste zunächst von ihm erforscht werden, wie menschliche Eizellen reifen, inwiefern die verschiedenen Hormone dabei eine Rolle spielen und wann Eizellen überhaupt empfänglich für eine Spermienbefruchtung sind.

Erster Durchbruch im Jahr 1969

1969 erzielte Edwards bei seinen Forschungen den ersten entscheidenden Durchbruch, es gelang ihm zum ersten Mal, ein menschliches Ei im Reagenzglas zu befruchten. Die befruchtete Eizelle teilte sich aber nur ein einziges Mal und stellte danach ihr Wachstum ein. Edwards vermutete zwar korrekt, dass dieses Problem bei einer im Eierstock gereiften Eizelle nicht auftreten würde, es gelang ihm aber erst mit der Hilfe des 1988 verstorbenen Gynäkologen Peter Steptoe, bei einer Bauchspiegelung entsprechende Eizellen aus den Eierstöcken der Frauen zu gewinnen.

Die erste In-vitro-Fertilisation

Ehe sich das Ehepaar Lesley und John Brown für eine In-vitro-Fertilisation (IVF) entschied, gab es Probleme mit der öffentlichen Finanzierung. Bei der In-vitro-Fertilisation wird - wie bei dem besagten Ehepaar - eine Eizelle entnommen, im Reagenzglas zu einem Embryo entwickelt und dann der Mutter wieder eingesetzt. Am 25. Juli war es dann soweit: Mit Louise Joy Brown wurde das erste außerhalb des menschlichen Körpers gezeugte Baby geboren.

Heute ist die In-vitro-Fertilisation eine weltweit angewandte Methode. Es entstanden bereits mehr als vier Millionen Kinder auf diese Art und Weise. Komplikationen sind eine Seltenheit und es gibt trotz intensiver Studien keine Anzeichen dafür, dass durch künstliche Befruchtung entstandene Menschen irgendwie gesundheitlich beeinträchtigt sein könnten. Laut Edwards ist der beste Beweis dafür, dass diese Art der Befruchtung völlig in Ordnung ist, die Tatsache, dass viele durch In-vitro-Fertilisation entstandene Menschen bereits selbst auf völlig natürlichem Weg Nachwuchs bekommen haben.

Quelle: DerStandard.at

Udo Seelhofer, Udo Seelhofer

Udo Seelhofer - Studium: Deutsche Philologie (abgeschlossen) Kombinierte Religionspädagogik (im letzten Abschnitt) Arbeit: Seit Oktober 2006 ...

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