Noch vier Atomkraftwerke am Netz - AKW Emsland abgeschaltet

AKW-Abschaltung führt nicht zu Stromengpass - pixabay
AKW-Abschaltung führt nicht zu Stromengpass - pixabay
Nur noch vier der insgesamt 17 deutschen AKW sind seit 21.05.2011 am Netz. Das vom RWE betriebene Atomkraftwerk in Lingen wurde heruntergefahren.

Am 21. Mai 2011 nahm der Energiegigant RWE das Atomkraftwerk Emsland in Lingen vom Netz. Die Nuklearkatastrophe in Fukushima hat in der Bundesrepublik eine Dynamik ausgelöst, die eine Abkehr von der Kernenergie schneller als erwartet in Gang setzt. Nach der im Herbst 2010 von der Bundesregierung beschlossenen Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke, die den Ausstieg aus der Kernkraft hinauszögern sollte und von Angela Merkel als revolutionär bezeichnet wurde, vollzog die schwarz-gelbe Koalition nach Fukushima eine 180-Drehung. Es wurde ein Atom-Moratorium beschlossen und sieben der vor 1980 in Betrieb genommen Atommeiler wurden abgeschaltet. Zusätzlich wurde das AKW Krümmel lahm gelegt, das schon in der Vergangenheit durch häufige Störfälle ein Sorgenkind war und bereits abgeschaltet war. Wegen Wartungsarbeiten wurden seitdem weitere Reaktoren heruntergefahren.

Am 21. Mai 2011 nur noch vier Atomkraftwerke in Betrieb

Nur noch vier der insgesamt 17 Atommeiler stehen seit dem 21. Mai für die Stromerzeugung zur Verfügung: Isar 2, Gundremmingen C, Neckarwestheim 2 und Brokdorf. Trotz der abgeschalteten Reaktoren kommt es nach Angaben der Bundesnetzagentur nicht zu Engpässen in der Stromversorgung. Spiegel online weist darauf hin, dass die Atomlobby noch im April die düstersten Szenarien prognostiziert hat. Doch derzeit ist davon nichts zu hören. In der Online-Ausgabe des Spiegel am Freitag, 20. Mai 2011, ist nachzulesen, dass das Problem für Engpässe nicht in mangelnder Stromerzeugung liegt, sondern in der Ein- und Ausspeisung der Strommengen, um die Spannung auf einem gleich bleibenden Niveau zu halten und beim Transfer die Überlastung der Stromnetze zu vermeiden. "Wir halten die Situation für angespannt, aber noch beherrschbar", wird der Sprecher der Bundesnetzagentur, Rainer Warnecke, am Freitag, 20. Mai 2011, von RP online zitiert.

Erhik-Kommission: Ausstieg aus der Kernkraft bis 2021 möglich

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Rahmen des Atom-Moratoriums eine Ethik-Kommission eingesetzt, die untersuchen sollte, bis wann ein Atomausstieg möglich ist, ohne die Stromversorgung zu gefährden. Die vom ehemaligen Umweltminister Klaus Töpfer geleitete Kommission hat zunächst das Resümee gezogen, dass es keine Engpässe geben wird, wenn die acht vom Netz genommenen AKW nach dem Moratorium nicht mehr hochgefahren werden. Das inoffizielle Ergebnis der Untersuchung deckt sich mit dem seinerzeit von der rot-grünen Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg: Ab 2021 geht es auch ohne Atomkraft. Doch den hatte Schwarz-Gelb mit der Laufzeitverlängerung gekippt.

Stresstest: Kein AKW in Deutschland übersteht einen Flugzeugabsturz

Der AKW-Stresstest, der die Sicherheitslücken der deutschen AKW unter die Lupe nehmen sollte, ist mittlerweile abgeschlossen. Die Expertenriege hat zu Tage gebracht, dass keiner der Meiler einen Flugzeugabsturz überstehen würde. Das war schon lange vor dem Stresstest bekannt. Gleichzeitig hat das Gremium die Sicherheitsstandards neu bewertet und in verschieden Stufen eingeteilt.

Mehr zum Thema Atomausstieg: Umweltminister beschließen: 7 älteste AKW bleiben abgeschaltet.

Ruth Weitz, © Ruth Weitz

Ruth Weitz - Ruth Weitz, freie Journalistin, Obernburg am Main. Presse- und PR-Arbeit. Foto-Aufnahmen. Ich habe Schreiben zu meiner Profession ...

rss