Nachdem Nordic Walking in den letzten Jahren in seinem Ursprungsland Finnland einen wahren Boom ausgelöst hat, scheint es sich mittlerweile auch bei uns zu etablieren. Seit 2006 gibt es in Österreich über eine Million aktive Nordic Walker und der Trend ist weiter ansteigend.
Zu Beginn der 1990-er Jahre hat sich Nordic Walking einerseits aus dem Sommertraining der Skilangläufer, andererseits aus der in Finnland sehr populären Freizeitaktivität „Gehen“ entwickelt. Nordic Walking bedeutet Gehen mit verkürzten Skilanglauf-Stöcken. Der Stockeinsatz ist beinahe vergleichbar mit dem Bewegungsablauf der Arme im klassischen Skilanglauf, wobei fast alle Muskelgruppen beansprucht werden.
Der Ruf der dieser Sportart vorauseilt, dass Nordic Walking nur für die ältere Generation bestimmt sei, ist ein Trugschluss. Durch den effizienten Stockeinsatz mit den Armen kann die Geschwindigkeit und somit die Intensität so gesteuert werden, dass man auch beim Walken ins Schwitzen kommt.
Bei Nordic Walking zu beachten
Grundsätzlich sollte man folgende Bewegungsmerkmale beachten:
- Diagonalbewegung der Arme und Beine
- Leichte Oberkörpervorlage
- Von der Ferse zum Ballen abrollen
- Stockspitzen zeigen nach hinten
- In der Druckphase leichte Ellbogenbeugung im Arm
- In der Entlastungsphase Arm weit hinter dem Becken (annähernde Streckung)
Gesundheitsfördernde Aspekte
Die Schrittlänge wird durch den Stockeinsatz um etwa 5 cm verlängert. Der Oberkörper hat eine leichte Vorneigung, wodurch es zu keiner Hoch-Tief-Bewegung kommt, was beispielsweise beim Joggen der Fall wäre. Dadurch werden Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich vermieden. Zusätzlich werden durch den Stockeinsatz Rücken-, Nacken- und Armmuskulatur trainiert. Durch den Armeinsatz ist Nordic Walking im Vergleich zum klassischen Walking ein Ganzkörpertraining mit folgenden positiven Wirkungen:
- 20% erhöhte Sauerstoffaufnahme
- 20% erhöhter Kalorienverbrauch
- 20% höhere Herzfrequenz
- Aktiviert 90% der Muskulatur
Nordic Walking ist ein optimales Ausdauer- und Kräftigungstraining für Menschen jeden Alters und Trainingszustandes.
Nordic Walking wirkt auch vorbeugend gegen Osteoporose
Aber nicht nur die Ausdauer und die Kraftfähigkeit werden positiv gefördert. Nordic Walking hat auch präventive Effekte auf den passiven Bewegungsapparat. Beispielsweise wirkt es auch altersbedingten Krankheiten wie Osteoporose entgegen. Bei Osteoporose kommt es zu einem erhöhten Abbau der knöchernen Strukturen. Dadurch erhöht sich auch die Gefahr von Knochenfrakturen. Besonders Frauen nach der Menopause sind durch die hormonelle Umstellung eine stark betroffene Gruppe von Osteoporose.
Darum ist es erforderlich, bereits vor einem Auftreten von Osteoporose die knochenaufbauenden Zellen zu fördern, indem man den passiven Bewegungsapparat Belastungen von außen aussetzt. Durch die Belastungen sowohl in den Armen und in den Beinen eignet sich Nordic Walking dafür sehr gut.
Nordic Walking verbindet die Elemente des zügigen Gehens und der klassischen Langlauftechnik zu einer ganzheitlichen Bewegung mit intensiver Trainingswirkung auf den ganzen Organismus.
