Nordische Kombination - mit Teamsprint in Seefeld

Schanzen - Adele Sansone
Schanzen - Adele Sansone
Tripleweltcup in Seefeld/ Tirol: Teamsprint und zwei Einzelsprints. Wer hat dieses Mal die Nase vorne? Bürger, Bauer oder Edelmann? Die Ergebnisse.

Nach den Rennen in der Ramsau, ebenfalls in Österreich, bewegt sich der ganze Kombinierertross nach Seefeld in Tirol.

Seefeld in Tirol, das Winter-El Dorado für Langläufer

Wo liegt Seefeld? Wie ist es für deutsche Fans leicht erreichbar? Zahlt sich ein kleiner Urlaub dahin auch aus? Fragen, die relativ leicht zu beantworten sind. Seefeld liegt zwischen Garmisch und Innsbruck auf einem Hochplateau auf 1.200 m Seehöhe. Sowohl mit dem Pkw, aber auch mit öffentlichen Bussen und mit der Bahn ist es gut erreichbar. Die Nähe zu Innsbruck erlaubt auch einen Abstecher in die Stadt, für die Menschen, die vom sportlichen Ambiente einmal eine Auszeit brauchen.

Leichte Loipen, mittelschwere bis zu wettkampfmäßigen anspruchsvollen Strecken werden hier dem nordischen Skifahrer auf 279 Loipenkilometern angeboten. Die Loipen sind immer in tadellosem Zustand, nicht nur für die Weltcuprennen. Abseits davon bietet Seefeld (virtuelle Panorama-Kamera) mit 3.000 Einwohnern den Gästen von einer Fußgängerzone im Zentrum mit unterschiedlichen gastronomischen Angeboten und Shops Gelegenheit zum Ausspannen.

Das Weltcupwochenende der nordischen Kombinierer in Seefeld Dezember 2011

  • 16. Dezember 2011: Team Sprint HS109/2x7,5 km - der erste Team Sprint!
  • 17. Dezember 2011. Gundersen HS 109/10 km
  • 18. Dezember 2011. Gundersen HS 109/10 km

Teamsprint - die neue Disziplin im Weltcup. Wie lauten die Regeln vom Teamsprint?

Beim Teamsprint treten zwei Athleten pro Nation in einem Skisprung-Durchgang und einem 2x7,5km-Langlauf gegeneinander an (je 5 Schleifen). Jeder der Kombinierer muss zunächst einen Sprung von der Schanze absolvieren. Wie beim Mannschaftswettbewerb werden die erreichten Punkte beider Kombinierer addiert und in Zeitrückstände auf das führende Team umgerechnet. Nach dem Springen folgt ein 15-km-Langlauf, bei dem sich die Teammitglieder ähnlich dem Staffelbewerb nach jeder Runde durch Körperberührung innerhalb der Wechselzone abwechseln. Die Länge der Runde variiert je nach dem Veranstaltungsort zwischen 1000 m und 1250 m. Es gewinnt das Team, dessen Schlussläufer als Erster durchs Ziel läuft.

Teamsprint 16. 12. 2011 - Sieg für Frankreich 1 bei einem spannenden Rennen

Das Springen für den Teamsprint wird leider bei etwas unwirtlichen Bedingungen abgehalten. Schneefall und leichter Wind. Mit Ausnahme der Deutschen, die ihren Favoriten Edelmann für die Einzelbewerbe schonen, ist alles, was Rang und Namen hat in den Zweier-Teams vertreten.

Österreich stellt im Team AUT I Stecher und Gruber auf, im Team AUT II David Kreiner und den jungen Tomasz Druml.

So gehen die Teams nach dem Springen an den Start:

  1. FIN I (Ryynaenen, Vähäsöyrinki)
  2. GER II (Rießle, Faisst)
  3. FRA I (Lacroix, Lamy Chappuis)
  4. NOR I (Kokslien, Krog)
  5. NOR II(Klemetsen, Moan)

  • 12. ITA I (Rungaldier, Pittin)
  • 13 AUT II (Gruber, Stecher)
  • 14 GER I (Kircheisen, Frenzel)
Gezählt wird für die Nationenwertung: Der Sieger erhält 400 Punkte, Platz 8 wird noch mit 50 Punkten belohnt. Für die Einzelwertung gilt das Resultat nicht.

Die ersten Wechsel verlaufen nach den Startpositionen. FRA I übernimmt aber bald die Führung. Ab dem sechsten Wechsel bildet sich ein kleiner Abstand zwischen den beiden Führenden FRA I und NOR I. Überraschend für alle zieht die italienische Mannschaft immer weiter vor. Beim achten Wechsel ist ein Dreikampf entbrannt: FRA I, NOR I und ITA I. Nach dem letzten Wechsel sieht es fast nach einer Pattstellung aus, doch Lamy Chappuis gelingt es bei der letzten Steigung sich die beste Position zu sichern, der Italiener Pittin kämpft sich am Norweger Krog vorbei. Krog ist bei der Zielgeraden schon Seite an Seite mit Pittin, da strauchelt Krog an einer Randmarkierung (Tannenzweig) und muss dem Italiener den Vorrang kampflos überlassen. FRA I gewinnt verdient.

AUT I mit Mario Stecher und Bernhard Gruber kam nach dem 13. Platz im Springen noch auf Rang 8. AUT II (David Kreiner und Tomaz Druml) war nach dem Springen auf Rang 6 und musste sich schlussendlich mit Platz 9. begnügen. GER II setzte sich an Platz 7. Das intervallartige Rennen ist sicher für die Läufer nicht jedermanns Sache.

Resultate. Es war ein spannender Bewerb, sehr interessant für den Zuschauer und eine echte Herausforderung für die Athleten.

Gibt es bereits Erfahrungen im Teamsprint?

Dieser wurde zum letzten Mal 2007 im Rahmen eines Weltcups ausgetragen und soll in diesem Jahr sein Comeback feiern. Erste Erfahrungen gibt es dieses Jahr bereits aus dem Continentalcup. Das deutsche Duo Michael Dünkel und Mark Schlott hat den Team-Sprint im Continentalcup im US-amerikanischen Park City gewonnen. Wichtig für ein gutes Ergebnis ist, dass die ausgesuchten Athleten in beiden Teildisziplinen stark sind. So hatten etwa die Sprungsieger vom Team Slowenien in der Loipe kaum eine Chance. Ihnen fehlten "die paar Körner", wie es die Kombinierer so trefflich ausdrücken.

Das Rennen vom 17. 12. 2011 - Sieg von Lamy Chappuis (FRA)

Nach einem exzellenten Sprung sah es bis km 7 wieder nach einem Start-Ziel Sieg von Tino Edelmann aus. Da holte ihn die Verfolgergruppe Lamy Chappuis, Gruber, Denifl, Watabe ein. In der Abfahrt, in der Denifl-Kurve passierte dann ein Doppelsturz. Erst stürzte Edelmann dann verhakte sich auch Denifl und stürzte mit Stockbruch. Das machte der rasanten zweiten Verfolgergruppe um Pittin, Stecher und Kokslien den Weg frei. Vorne entbrannte ein Kampf um die ersten Plätze. Gruber wurde knapp vor Zieleinlauf noh von dem rasenden Italiener Pittin überholt. Der Zieleinlauf lautet: Lamy vor Watabe und Pittin. Gruber wurde Vierter, Stecher Siebenter, Edelmann nur 14.

Das Kombinationsrennen vom 18. Dezember 2011 - Sieg erneut an Lamy Chappuis

  1. Lamy Chappuis (FRA)
  2. Alessandro Pittin (ITA)
  3. Joergen Graabak (NOR)

Gruber wurde unglücklicher Vierter, denn Graabak überraschte ihn vollkommen. Mario Stechers Kommentar auf seine tolle Laufleistung: „Laufbestzeit ist heute eigentlich die Goldene Ananas."

Die österreichischen Kombinierer schnitten zwar gut, aber ohne Podiumsplätze ab. Bester Deutscher wird als Achter Björn Kircheisen.

Es war ein Wochenende für Lamy Chappuis und aber auch für Pittin. Beide haben sich enorm stark präsentiert. Für Edelmann hat es vielversprechend begonnen und enttäuschend geendet.

Quellen: ORF-Liveübertragung. ZDF. Skiclub Seefeld. ÖSV. nordic-combined.com. Fischer Sports Nordische Kombination

Adele Sansone, Adele Sansone

Adele Sansone - Als Autorin für suite101.de interessieren mich vor allem die Bereiche Pflanzen und Tiere: Wie leben sie heute? Wie sind die einzelnen ...

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