
- Nordkorea ist ein totalitärer Staat - Torsten Weidemann / pixelio.de
Auf der kleinen südkoreanischen Insel Yeonpyeong brennen zwischen 60 und 70 Häuser, nachdem dort dutzende nordkoreanische Granaten eingeschlagen waren. Auf der Insel existiert neben einem Fischerdorf mit 1.300 Einwohnern auch ein Stützpunkt der südkoreanischen Armee. Das mit den USA verbündete Südkorea reagierte sofort auf den Angriff des kommunistischen Nachbarlandes und feuerte zurück. Jagdflugzeuge starteten, um die Lage über dem gelben Meer zu sondieren. China und Russland haben ihre Besorgnis vor einer weiteren Eskalation bereits zum Ausdruck gebracht. Die südkoreanische Armee wurde nun in die höchste Alarmbereitschaft seit dem Ende des Koreakriegs versetzt. Inzwischen wird sogar ein erneuter Ausbruch eines umfassenden Krieges befürchtet.
Immer wieder Scharmützel an der Grenze und im Meer
Bei dem neuesten Zwischenfall wird von einer "Vergeltungsaktion" des Nordens für eine südkoreanische Militärübung ausgegangen. Zwischen den beiden Staaten herrscht seit dem Ende des Koreakriegs 1953 ein eisiger Frieden ohne Friedensvertrag – denn offiziell existiert nur ein Waffenstillstand, der darüber hinaus äußerst brüchig ist. Immer wieder kommt es zu Scharmützeln und kleineren Gefechten. Einen Höhepunkt erreichte dieser Konflikt erstmals Anfang diesen Jahres, als ein südkoreanisches Kriegsschiff, die “Cheonan” nach einer Explosion an Bord sank. 46 Matrosen verloren dabei ihr Leben. Südkorea leitete eine Untersuchung ein, welche von der Torpedierung des Schiffes durch ein nordkoreanisches U-Boot ausgeht. Der Fall hatte internationales Aufsehen erregt. Nordkorea besitzt eine zwar größtenteils veraltete Armee, die der Südkoreas technisch unterlegen ist. Aber mit über einer Million Mann unter Waffen, und einem Militäretat von 25 Prozent des gesamten Staatshaushalts ist es eine militarisierte Gesellschaft. Die Bevölkerung wird durch Propaganda in ständiger Kriegsangst gehalten - ein "imperialistischer Angriff" durch Südkorea, das als Vasallenstaat der USA gilt, soll jederzeit bevorstehen können.
Atomprogramm Nordkoreas als Streitpunkt
Nordkorea steht vor allem wegen seinem Atomprogramm in der Kritik. Westliche Experten sind sich sicher, dass die Anlagen zur Urananreicherung, welche kürzlich als verblüffend modern enthüllt wurden, hauptsächlich der Produktion von waffenfähigem Uran dienen. Wegen seiner mangelnden Verhandlungsbereitschaft wurden im Jahr 2009 erneute Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang verhängt. Sanktionen, die letztlich auch die Bevölkerung treffen. Experten vermuten hinter Nordkoreas Provokationen immer wieder den Versuch, sich in eine bessere Ausgangslage für Verhandlungen zu bringen – dabei sind ihnen Drohungen und Gewaltakte seit jeher ein beliebtes Mittel der Wahl. Denn Nordkorea ist auf die Hilfe des Westens angewiesen, seine Industrie ist in ruinösem Zustand, und die Bevölkerung wird von Missernten und einer katastrophalen Versorgungslage geplagt. Erst kürzlich hat Nordkorea erstmals Hilfslieferungen aus dem Süden angenommen, nachdem Überschwemmungen Ernteausfälle verursacht hatten und eine Hungersnot drohte.
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