Film: "Nosferatu - eine Symphonie des Grauens"

Die Geburtsstunde des Vampirs im Kino

Friedrich Wilhelm Murnau erschaffte durch den von Max Schreck dargestellten Nosferatu den ersten Vampir der Filmgeschichte und somit den Urtypus des Leinwandvampirs.

Der Film Nosferatu – eine Symphonie des Grauens, der zehnte Film von Friedrich Wilhelm Murnau (1888 bis 1931), feierte seine Premiere im Jahr 1922 und ist die erste Verfilmung von Bram Stokers Dracula. Die Namensänderung und auch die Umgestaltung einiger Handlungspunkte wurden unternommen, um Rechtsansprüchen vorzubeugen. Dennoch klagte Bram Stokers Witwe später gegen den Film und erwirkte die Vernichtung der Kopien, von denen einige gerettet und für die Nachwelt bewahrt werden konnten.

Der erste Vampirfilm

Den ersten Vampirfilm zu drehen, verschaffte Murnau die Möglichkeit, den Vampir auf der Leinwand zu erschaffen. Es gab weder ungeschriebene Gesetze, noch Filmversionen, mit denen sein Nosferatu verglichen werden konnte. Er konnte, ausgehend von Bram Stokers Beschreibungen, den Ur-Vampir kreieren. Von ihm stammt auch die Idee, dass Vampire lichtscheu sind.

Nosferatu – eine Symphonie des Grauens erzählt die Geschichte des Maklers Hutter, der zum Grafen Orlok nach Transsilvanien reist, um ihm ein Haus in Wisborg zu verkaufen. Graf Orlok, der Vampir Nosferatu, verliebt sich in Hutters Ehefrau Ellen, oder besser gesagt, in Ellens Hals. Durch diese Liebe zu Ellen verfügt sie über Macht über ihn und hält ihn davon ab, Hutter zu ermorden. Auf dem Schiff, auf dem Nosferatu nach Wisborg fährt und später in der Stadt selbst, bricht eine Art Pest aus. Ellen erfährt durch ein Buch über Vampire, dass sie Nosferatus Macht brechen und Wisborg retten kann, wenn sie sich selbst opfert.

Nosferatu als Urvampir

Nosferatu, als Urvampir, zeigt, auch ohne spezielle Ausleuchtung oder Effekte, ein anormales Erscheinungsbild, das sich im Laufe des Films immer schauriger darstellt. Sein schwarzer Mantel steht in starkem Kontrast zu seinen weißen langen Fingern und dem weißen Kopf. Gerade die Hände prägen sich nicht nur schnell ein, sie werden im Film auch immer wieder akzentuiert. Sie sind in vielen Szenen der erste Körperteil, der von Nosferatu sichtbar wird, sie greifen mit gespreizten Fingern nach etwas und unterstreichen durch Aussehen und Gebärden die Anormalität Nosferatus und lassen ihn furchterregender erscheinen.

Ein weiterer, im Film wichtiger Körperteil ist, wider Erwarten für ein Wesen, das bereits tot ist, das Herz. Unter Nosferatus Einfluss stehend, greift sich Ellen ans Herz und im Angesicht des eigenen Todes beziehungsweise Untergangs greift sich auch Nosferatu an seins.

Wirklich wegweisend war jedoch die Herausstellung des Schattens als Zeichen für den Vampir, ein Vorgehen, dass sich auch in modernen Vampirfilmen finden lässt. Eingeführt bei der durch das frisch mit Ellen geknüpfte telepathische Band verhinderten Attacke auf Hutter wird Nosferatu im Laufe des Films mehr und mehr über seinen Schatten repräsentiert.

Somit kreierte Murnau mit Nosferatus Erscheinungsbild ein Vorbild für all die Vampirfilme, die dem Werk Nosferatu – eine Symphonie des Grauens folgten.

Berit Ganzow, Berit Ganzow

Berit Ganzow - Bücher, Reisen und Kochen gehören zu meinen großen Leidenschaften. Und so verwundert es nicht, dass ich hier bei ...

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