NYFCO 2010 – "The Social Network" und Natalie Portman gewinnen

Black Swan erhält drei Preise - © 2010 Twentieth Century Fox
Black Swan erhält drei Preise - © 2010 Twentieth Century Fox
Die Internet-Filmkritiker von New York ehren außerdem David Fincher, James Franco, Christian Bale, Melissa Leo und Noomi Rapace.

Die New York Film Critics Online (NYFCO) treffen sich einmal im Jahr, um über die Preisträger ihres NYFCO Awards abzustimmen. Fast schon erwartungsgemäß haben die Online-Kritiker „The Social Network“ zum besten Film gekürt. Damit hat David Finchers Facebook-Drama mit Boston und Los Angeles die drei Kritikerpreise erhalten, die an diesem Wochenende vergeben wurden.

David Fincher und Aaron Sorkin gewinnen für „The Social Network“

Im letzten Jahr hat die spätere Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow für „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ den NYFCO Award erhalten, obwohl „Avatar“ zum besten Film gewählt wurde. Das könnte ein gutes Omen für David Fincher sein, der in diesem Jahr für „The Social Network“ den Preis gewinnt.

Auch der Preis für das beste Drehbuch geht an „The Social Network“, hier wird Aaron Sorkin ausgezeichnet. Damit wurde er von allen vier Kritikervereinigungen geehrt, die bisher ihre Preisträger bekanntgegeben haben.

Oscar-Moderator James Franco ist der beste Schauspieler

Die Bekanntgabe von James Franco und Anne Hathaway als Moderatoren der Oscar-Verleihung stieß hauptsächlich auf Kritik, weil beide Schauspieler für einen Academy Award nominiert werden könnten. Nun hat James Franco für seine Rolle in Danny Boyles „127 Hours“ den Preis der New Yorker Online-Kritiker erhalten, dadurch werden die Spekulationen um eine mögliche Oscar-Nominierung sicherlich wieder angeheizt.

Natalie Portman ist die beste Schauspielerin

Im letzten Jahr hat Meryl Streep („Julie & Julia“) den Preis gewonnen, bei den Oscars musste sie aber Sandra Bullock den Vortritt lassen. Vielleicht ist in diesem Jahr Natalie Portman erfolgreicher. Sie wird nach dem Bostoner Kritikerpreis für ihre Rolle in „Black Swan“ nun auch mit dem NYFCO Award geehrt.

Christian Bale und Melissa Leo sind die besten Nebendarsteller

Als beste Nebendarsteller wurden Melissa Leo und Christian Bale für ihre Leistung in dem Film „The Fighter“ geehrt. Der Film von David O. Russell erzählt die wahre Geschichte des Boxers Micky Ward – gespielt von Mark Wahlberg –, der mit der Hilfe seines älteren Halbruder Dicky Eklund (Christian Bale) um den Weltmeistertitel kämpfen will. Melissa Leo spielt in dem Film die Mutter der Halbbrüder.

Noomie Rapace wird für die Stieg-Larsson-Verfilmung geehrt

Für die beste Breakthrough Performance ehren die New Yorker Onlinekritiker Noomie Rapace, die in der schwedischen Verfilmung der erfolgreichen Romane von Stieg Larsson die Rolle der Lisbeth Sander spielt. Das amerikanische Remake des ersten Teils „The Girl with the Dragon Tattoo“ – in Deutschland unter „Verblendung“ bekannt – wird unter der Regie von David Fincher 2011 in die Kinos kommen.

Bestes Schauspielerensemble ist in „The Kids Are All Right“

Die Komödie von Lisa Cholodenko hat in der noch jungen Preisverleihungssaison bislang keine große Rolle gespielt, dabei wurde vor allen Annette Bening als Kandidatin für die beste Hauptdarstellerin gehandelt. Nun wird immerhin das gesamte Ensemble des Films von den New Yorker Onlinekritikern geehrt.

Bester fremdsprachiger Film ist „I Am Love“

Der italienische Film „I Am Love“ wurde zum besten fremdsprachigen Film gewählt. In der Hauptrolle des Dramas glänzt Tilda Swinton als Emma Recchi, die mit einem Mailänder Großindustriellen verheiratet ist, und in deren makelloses Leben die Liebe und Leidenschaft einbricht. Als italienischer Beitrag für den Auslandsoscar ist der Film von Luca Guadagnino aber nicht im Rennen, hier wurde „La prima cosa bella“ nominiert.

„Toy Story 3“ ist der beste Animationsfilm

Keine Überraschung ist der Gewinner des Preises für den besten Animationsfilm. Hier küren die Filmkritiker „Toy Story 3“, dessen Produzenten den Oscar wohl schon einplanen können.

„Black Swan“ erhält zwei weitere Auszeichnungen

Nicht nur Natalie Portman findet die Zustimmung der New Yorker Online-Kritiker, sondern sie ehren „Black Swan“ auch für die beste Kamera und die beste Musik. Kameramann Matthew Libatique ist für seine Arbeit mit „Black Swan“-Regisseur Darren Aronofsy bekannt. Sie haben bereits bei „Pi“ „Requiem für a Dream“ und „The Fountain“ zusammengearbeitet. Auch der Musiker und Komponist Clint Mansell hat mit Darren Aronofsky an „Pi“ und „Requiem for a Dream“ gearbeitet, für letzteren hat er einen Golden Globe erhalten.

„Inception“ unter den zehn besten Filmen des Jahres

Außerdem küren die New Yorker Filmkritiker noch die zehn besten Filme des Jahres. Für 2010 wurden – in alphabetischer Reihenfolge – die Filme „127 Hours“, „Another Year“, „Black Swan“, „Blue Valentine“, „Der Ghostwriter“, „Inception“, „The Kids Are All Right“, „The King’s Speech“, „Scott Pilgrim vs. the World“ und „The Social Network“ in die Top Ten gewählt.

Sonja Hartl - Als freie Kritikerin, Autorin und Redakteurin lese, arbeite und lebe ich in Bonn.

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