An diesem Wochenende fanden Händler und Handwerker auf den Wiesen am Bachpfädchen ein, um im mittelalterlichen Ambiente ihre Waren feil zu bieten und die Besucher zu unterhalten.

Der mittelalterliche Markt findet vor keiner historischen Kulisse wie einer Burg oder einem mittelalterlichen Stadtkern statt. Doch sind die Wiesen an dem kleinen Bach mit Sicht auf den Turm der Pfarrkirche St. Ursula eine sehr schöne Lage. Der Platz wurde in eine Marktwiese, eine Turnierwiese und in die Lagerwiese aufgeteilt.

Verwandelte Dauerregen letztes Jahr den Marktplatz noch in eine einziges Schlammfeld, so hatte das Wetter dieses mal ein Einsehen und bis auf einen Schauer am Sonntagmorgen blieb es trocken.

Die Händler

Zu dursten brauchte niemand. Von alkoholfreien Erfrischungen bis zu aller Arten von Bier und natürlich Met war die Auswahl groß. Zu essen gab es bekanntes wie Bratwurst oder Spätzle und Deftiges vom Schwein oder Wild. Doch konnte sich der Hungrige auch mit ungewöhnlichem wie Stockbrot, dem Brotgericht Seelenverkäufer, oder Schottischen Fladen versorgen.

Die Sitzkissen im orientalische Café luden zu einer Pause ein. An niedrigen Tischen sitzend, bei Mokka oder frischen Minztee gab es orientalische Köstlichkeiten wie Gebäck, getrocknete Früchte und Süßigkeiten. Vor der Bühne standen Tische und Bänke an denen die Besucher bequem Platz fanden und während sie essen und tranken den Spielleuten zuhörten.

Neben Speis und Trank wurden auch Silber- und Holzschmuck, Keramik, Seife, Kleidung und vieles mehr verkauft. Die Anhänger und Darsteller der mittelalterlichen Lebenswelt fanden ebenfalls eine reiche Auswahl. Kleidung, Hauben und Rüstungen bis hin zu Waffen und Zubehör wurde von spezialisierten Händlern angeboten..

Die Handwerker

Zahlreiche Markttreibende verkauften nicht nur ihre Ware. Vielen konnte man auch bei der Herstellung ihrer Produkte nach historischem Vorbild zuschauen. Wie dem Lehmofenbauer, dem Seiler, der Weberin oder dem Lederpunzierer. An so manchem Stand konnte man Männern bei den unterschiedlichsten Holzarbeiten zu sehen Besonders interessant war die historische Schaukäserei. Und natürlich durfte der Schmied nicht fehlen.

Für Kurzweil war gesorgt

Die Unterhaltung der Besucher kam nicht zu kurz. Falkner Berthold Geis zeigte seine Greifvögeln und seine Schleiereule. Die Spielleute Eulental und Koboldix spielten auf und Gaukler trieben ihren Schabernack. Wer wollte, konnte sich in der Baderstube ein warmes Bad gönnen. Die Wasserguillotine und die Geschichtenerzählerin waren bei Groß und Klein sehr beliebt.

Die Schaukampfgruppe Cratzer kämpfte, eingebettet in einer amüsanten Geschichte und kommentiert durch den Herold, in Rüstung mit Schwert und Körpereinsatz. Mächtig klangen Schwerter und Panzerungen wenn die Krieger aufeinander einschlugen über die Turnierwiese. Spannende Augenblicke waren garantiert. Diese Jahr war auch eine Mongolin zu Pferd dabei und zeigte ihre Kunst des Bogenschießens vom Pferd.

Auch die Kinder kamen nicht zu kurz. Kinderschmincken und Drachenstechen wurde angeboten. Sie konnten sich im Kinder-Ritterturnier selbst als wackerer Kämpfer versuchen und auch an einem Bogenschießturnier teilnehmen.

Lager

Auf der Lagerwiese hatten Vereine ihre Zelte aufgeschlagen um an diesem Wochenende ein Lagerleben aus früherer Zeit nachzuleben. Es waren unterschiedliche Gruppen zu finden. Neben Geistlichen, Rittern und ihren Damen gab es auch Wikinger, Highlander und Kelten. Sogar ein Römer hatte sich eingefunden.

Jedes Mitglied hatte für sein mittelalterliches Ich einen eigenen Namen, sei es der Ritter, die Maid oder der Krieger. Man saß passend gekleidet an langen Tischen oder auf Steckstühlen. Die Kochstellen brannten, es wurde musiziert, von Holzgeschirr gegessen und aus Keramikbechern getrunken und Handwerk betrieben. Vor den Zelten lagen Rüstungen und Waffen, für den Besucher gut sichtbar. Einige Teilnehmer wollten auf einen gewissen Komfort, den die heutige Zeit bietet nicht verzichten. Sie hatten sich Betten in ihre Zelt gestellt. Andere Gruppen wollten so authentisch wie möglich sein. In ihren Zelten fanden sich Felle, Stroh und Truhen für als Stauraum.

Die Kelten und Wikinger wussten ihre Zelte besonders eindrucksvoll zu verzieren. Es lagen Totenschädel davor, mächtigen Äxte wurden wirksam präsentiert. Ein Kelte konnte wohl von einem der Markthändler den gegrillten Kopf eines Spanferkels organisieren. Auf eine Stecken gespießt war das eine durchaus eindrucksvolle Zier des Keltenlagers.

Publikum

Das Publikum war sehr gemischt. Neben interessierten Marktbesuchern in ihrer Alltagskleidung, kamen auch zahlreiche Gewandete. Viele Highlander und Kelten waren ebenfalls vertreten. Nie fehlen auf mittelalterlichen Veranstaltungen die zumeist sehr junge Menschen der Gothic-Szene und auch ein Motorradclub hatten seinen Spaß. Mittelerde mit seinen Elben und Waldläufern hatten sich ebenso eingefunden wie Robin Hood.

Bis anno 2013

Wer auf Authentizität wert legt und wem historische Korrektheit wichtig ist, wird an der Oberurseler Feyerey keinen Spaß haben. Wer es jedoch nicht so genau nimmt und etwas Kurzweil in einer Atmosphäre der Vergangenheit und auch Fantasy erleben möchte, wird empfohlen nächstes Jahr die Oberurseler Feyerey zu besuchen.