Warum fördern Bio-Lebensmittel die Gesundheit?

Die "Grätsche" zwischen Kosum und Umweltbewusstsein

Frisches Gemüse - Monika Hermeling
Frisches Gemüse - Monika Hermeling
Kritische Verbraucher hinterfragen den Verzehr, die Forschung, die Anbauweise und den Vertrieb von konventionell und ökologisch angebautem Obst und Gemüse.

Wenn die Aussage: „Du bist was Du isst“ stimmt, ist es wichtig, mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmittelnauf zu wachsen.

Gesundheits- und preisbewusste Verbraucher überlegen, angesichts von Lebensmitelskandalen, ob die Lebensmittel die sie kaufen unbedenklich verzehrt werden können. Sie sind besorgt, weil sie zum Beispiel von Lebensmittelbestrahlung, unverhältnismäßigem Einsatz von Pestiziden und unwägbaren Einflüssen der Gentechnik gehört haben und wünschen sich eine umfassendere Grundlagenforschung, gekoppelt mit einer insgesamt gesunderen Einstellung zum Preis- Leistungsverhältnis der Produzenten und Verbraucher. Einkaufregeln für Obst und Gemüse

Warum sollte der Verbraucher mehr Gemüse essen?

Nach Forschungsergebnissen der amerikanische Krebsgesellschaft "American Cancer Society“ liegen einem Drittel der jährlichen Krebserkrankungen falsche Essgewohnheiten zu Grunde. Sie schätzt, dass der Krankheit eine Grundlage entzogen würde, wenn 80 Prozent der Nahrung aus basenbildenden Lebensmitteln bestünden. Es entstand die Gesundheitsbewegung "Five a Day" die den Verbrauchern Informationen liefert. Gemüse zu essen ist nicht jedermanns Sache, aber auch deutsche Ernährungsberater empfehlen dringend den täglichen Verzehr von 400 Gramm Gemüse und Obst. Obwohl es für Vielbeschäftigte verlockend ist, den Hunger mit Vitaminpräparaten zu stillen, bereitet es mehr Genuss und Freude in einen Apfel oder eine Karotte zu beißen.

In dem Zusammenhang gewinnen die „sekundären Pflanzenstoffe“ (SPS), die unsere Nahrung ebenfalls bereichern, an Bedeutung.

Was sind sekundäre Pflanzstoffe (SPS)?

SPS sind in allen Pflanzen enthalten. Sie dienen als Schutz- und Abwehrstoffe gegen Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge, geben den Gemüse- und Obstarten ihre Farbe, ihren Geschmack und ihr Aroma. Sie schützen Haut und Schleimhäute der Menschen, haben eine keimtötende Wirkung, senken die Cholesterinwerte, sind entzündungshemmend, Blutzucker regulierend, verbessern die Fließeigenschaft des Blutes und vieles mehr. Bisher konnten etwa 30. 000 verschiedene SPS nachgewiesen werden. Die tatsächliche Zahl ist viel höher. Allein im Weißkohl wurden bisher 49 verschiedene SPS gefunden. Carotin, der in das notwendige Vitamin A umgewandelt wird, ist der momentan bekannteste SPS. Durch seine antioxidative Wirkung werden zellschädigende, hochaktive Sauerstoffverbindungen unschädlich, es wird von einer gefäßverengenden Schutzwirkung und einer Stimulierung des Immunsystems ausgegangen.

Die Bestrahlung von Lebensmitteln

Damit Lebensmittel ständig in gleicher Qualität zur Verfügung stehen können, wird nach dem konventionellen Anbau bei der Lagerung eine Bestrahlung angewandt. Sie reduziert Nachernteverluste, gewährt Lebensmittelsicherheit, beugt Erkrankungen und Vergiftungen durch verdorbene Lebensmittel vor, verlängert die Verkaufsfrische, hilft bei der Reduzierung von Insekten, Parasiten oder Mikroorganismen, verzögert die Reife, hemmt die Keimbildung.

Kritische Studien kamen zu dem Ergebnis, dass bestrahlte Lebensmittel fünf bis 80 Prozent ihres Vitamingehaltes verlieren können. Durch Bestrahlung entstehen freie Radikale, die zwar einige Bakterien töten, aber Vitamine und Enzyme schädigen, sowie mit Rückständen neue Verbindungen eingehen. Die Bestrahlung schädigt natürliche Enzyme, die in rohen Lebensmitteln vorkommen und die Prozesse der Reifung und Keimung steuern, Spuren von Radioaktivität können im Lebensmittel zurückbleiben. Bakterien, die Botulismus verursachen sowie Viren und Prione werden während der Dauer der angewendeten Strahlungsdosis nicht getötet. Es können bestrahlungsresistente Bakterienstämme entstehen. Aus dem seit etwa 1959 dauernden Wissenschaftsstreit kann noch kein endgültiger Schluss gezogen werden.

Wie wirkt sich die Gentechnik aus?

Die Wirkungen der Gentechnik auf den Menschen, sind ebenfalls noch nicht ausreichend erforscht. Ihr Ziel ist die vereinfachte Herstellung von Rohstoffen, die Verkürzung von industriellen Verarbeitungsprozessen, inhaltlich optimierte Nahrungspflanzen und gesicherte Erträge bei der pflanzlichen Urproduktion. Gegner stellten fest, dass inzwischen 75 Prozent der gentechnisch veränderten Erntegüter weltweit herbizidtolerant sind. GV (=Gentechnisch Verändert) Soja zeigte um 5 bis 10 Prozent und teilweise bis 20 Prozent geringere Erträge als gentechnisch nicht verändertes. Laut Soil Association von 2002, stellten Produzenten eine zunehmende Abhängigkeit von Bioziden und Verluste durch Vermarktungsschwierigkeiten fest. Im Jahr 2000 wurden um etwa 30 Prozent mehr Herbizide auf GV Mais-Feldern aufgebracht. Es gibt keine realistische Möglichkeit der Co-Existenz von GV und nicht GV Erntegütern. Die gravierenden Probleme bei der Anwendung gentechnischer Methoden machen deutlich, dass eine Technologie mit potenziell gefährlichen Effekten klar abgelehnt werden muss.

Alternativforschung statt Risikoforschung

Mit der Verbreitung der industriellen Landwirtschaft entstand ein neuer Forschungszweig: die Risikoforschung. Ihre Aufgabe besteht darin, durch geeignete Prüfmethoden eine Gesundheitsschädigung in der Lebensmittelkette zu verhindern und mögliche gesundheitliche Gefährdungen aus zu schließen. Im Zentrum der Risikoforschung steht die Gefährlichkeit des jeweiligen Mittels oder Verfahrens und nicht die Problemlösung. Risikoforscher bewerten, wie viel Schaden verursacht wird, bis zu welchem Grad Menschen exponiert sein werden und ob die lokalen Folgen „annehmbar“ sind. Es wird nicht beachtet, dass es summierte Effekte gibt, Menschen unterschiedlich reagieren und biologische Systeme zu komplex sind, um verlässliche Wirkungsvoraussagen zu machen. Es ist nicht verwunderlich, wenn Verbraucher zu der Erkenntnis kommen, dass Risikoforschung ein mächtiges, intellektuelles Instrument ist, um die Kontamination mit Biozidrückständen und anderen Zusätzen in unserer Nahrung zu rechtfertigen. Während Standardwerke, wie GLOBAL 2000, auf die Rückstandsproblematik hinweisen, werden Behörden und Industrie nicht müde, die Unbedenklichkeit des Verzehrs von pestizidkontaminierten Lebensmitteln, deren Grenzwerte in Tierversuchen ermittelt wurden, zu beteuern. Eine Gegeninitiative mit einer sicheren, problemzentrierten, preisgünstigen alternativen Forschung, wäre objektiver.

Eine Rückbesinnung auf die Heilwirkung von Lebensmitteln

Das neue Konzept der Salutogenese (bedeutet soviel wie „Ursprung von Gesundheit) stellt die Förderung der Gesundheit durch die Nahrung im Vordergrund. Es stellt sich die Frage: "Ist biologisches Obst und Gemüse gesünder?" Bei der Grünen Woche in Berlin, demonstrierten zahlreiche Bürger unter dem Motto: "Wir haben es satt"", für eine ökologische Landwirtschaft.

Ressourcen mit berechnen

Ein Aspekt der mit in die Kostenberechnung einfließen müsste, ist die Berechnung der Ressourcen wie zum Beispiel das frisches Wasser und die saubere Luft. Es wurde bisher so gehandelt, als seien ihre Vorkommen unerschöpflich und kostenlos. Der „Living Planet Report „warnt, dass weltweit 20 Prozent der Bevölkerung aus dieser Sicht über ihre Verhältnisse leben. Pro Kopf werden etwa 2,2 Hektar verbraucht, um das Bedürfnis an Nahrung, Energie und Infrastruktur zu befriedigen obwohl nur 1,8 Hektar pro Kopf zur Verfügung stehen. Jeder Deutsche benötigt im Schnitt sogar 4,8 Hektar. Zur Sicherung des Lebensmittelverbrauchs, bei ausschließlich biologischer Urproduktion, müssten dringend entweder die Lebensmittelimporte ansteigen oder die Essgewohnheiten geändert werden.

Online-Redakteurin, Gerlinde Ahrend, Gerlinde Ahrend

Gerlinde Ahrend - Ich bin Journalistin, Online-Redakteurin und Autorin, mit eigenem Journalistenbüro In der Vorbereitung meiner Ausbildung zur ...

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