Odnoklassniki - ein neuer Stern am Social Network-Himmel

Soziale Netzwerke sind in aller Munde, ein Facebook-Profil gehört fast zum guten Ton. Mit Odnoklassniki sorgt ein weiteres Netzwerk in Russland für Furore.

Odnoklassniki, was übersetzt Mitschüler bedeutet, ist ein soziales Netzwerk, das insbesondere russische User nahezu magnetisch anzieht. Im Jahr 2011 zählt es mit mehr als 50 Millionen Usern zu den erfolgreichsten Webprojekten Russlands. Vergleichbar ist die Seite mit bekannten deutschen Plattformen wie StudiVZ oder Stayfriends. Auf Odnoklassniki treffen sich ehemalige oder aktuelle Mitschüler, Kommilitonen und Kollegen, legen Nutzerprofile an, veröffentlichen persönliche Angaben und Fotos und treten unterschiedlichen Gruppen und Foren bei. Auf dem Smartphone kann Odnoklassniki mobil besucht werden.

Odnoklassniki auch in Deutschland beliebt

Obwohl die meisten Mitglieder Russen sind, wird das Netzwerk auch in Deutschland immer beliebter. Mehr als 1,6 Millionen Mitglieder aus Deutschland kann Odnoklassniki inzwischen verzeichnen. Für die Nutzung sind jedoch Russischkenntnisse nötig, denn auf Deutsch kann man die Plattform bislang nicht nutzen.

Gegründet wurde das Onlineportal im März 2006 von Albert Popkow. Ursprünglich finanzierte sich das Projekt durch Einblendung von Werbung. Jeder kann sich bei Odnoklassniki anmelden. Mittlerweile muss jedoch jedes neue Mitglied bei der Registrierung eine kostenpflichtige SMS zur Aktivierung seines Accounts abschicken. Um sämtliche Dienste der Plattform nutzen zu können und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, fallen ebenfalls Kosten an.

Wer einmal ein Profil bei odnoklassniki.ru hat, kommt so einfach auch nicht mehr heraus. Es wird den Mitgliedern nicht leicht gemacht, ihr Konto zu löschen und ganze Foren beschäftigen sich mit der Frage "Wie kann mein Profil bei Odnoklassniki löschen?" Tatsächlich gibt es keine direkte Möglichkeit, zum Beispiel über einen Link, ein Konto aufzulösen. Dafür bedarf es eines Tricks: Wer sein Odnoklassniki-Profil löschen möchte, muss an die eigene Profil-URL den Zusatz &st.layer.cmd=PopLayerDeleteUserProfile anfügen. Anschließend erscheint ein Löschformular, das man mit den entsprechenden Angaben ausfüllen und abschicken muss. Nur so lässt sich das Profil löschen.

Kritik beim Thema Datenschutz

Doch das nicht gerade einfache Löschen eine Profils ist nicht der einzige Kritikpunkt an Odnoklassniki. Hartnäckig halten sich Gerüchte, es handle sich dabei um ein Projekt des russischen Geheimdienstes, das dazu dienen soll, Kontakte, Gewohnheiten und Freundschaften der russischen Bürger auszuspionieren. Das Thema Datenschutz wird im russischen Kontaktnetzwerk nahezu vermieden. Das soziale Netzwerk ist der Albtraum eines jeden Datenschützers. Jeder Nutzer kann sehen, wer seine Seite besucht hat, nur gegen Bezahlung erkaufen sich die Mitglieder eine scheinbare Anonymität und können so unentdeckt andere Profile betrachten.

Davon lassen sich viele Internetnutzer scheinbar nicht abschrecken. Zu groß ist die Versuchung, mithilfe des Portals Informationen über andere zu bekommen, zu wissen, mit wem der Lebenspartner befreundet ist, welche Fotos die Freundin kommentiert oder welcher Gruppe ein Arbeitskollege beigetreten ist.

Hier kann man sich bei Odnoklassniki anmelden.

Andrea Reitmeier, Andrea Reitmeier, Fotograf: B.Fröhlich

Andrea Reitmeier - Ein paar Worte zu mir: BloggerinSocial NetworkerSurfer-GirlMultitaskingSpontanSportlichFernweh geplagtAutofahrerinLöwin

rss