
- Ferkel von Bioland - Bioland, Ferkel
Nach Angaben der Agrarmarktinformationsgesellschaft (AMI), wird wegen eines hohen Anteils von Dioxinen im Schweinefleisch, nur noch so wenig Schweinefleisch auf dem konventionellen Schweinemarkt verkauft, dass Händler und Landwirte von einem Einbruch des Geschäftes sprechen. Eine positive Folge des Dioxin-Futterskandals des Jahres 2010 ist: eine drastische Nachfrage nach Öko-Schweinefleisch. Das bemerkte der Bioverband Naturland. Er ist mit weltweit über 55.000 Bauern und etwa 500 Herstellern einer der sieben Partner des Öko Verbandes, die den Ökologischen Landbau mit einer sozialen Verantwortung und Öko-Kompetenz zukunftsorientiert fördern. Landwirte fragen sich, warum sie und ihre Betriebe plötzlich als eine ökologische Gefahr angesehen werden.
Naturland Öko-Schweinemast ist eine gute Zukunftsperspektive
Die Naturland Marktgesellschaft, in Hohenkammer, bei Freising, ist, neben der Ferkelaufzucht- und Mastbetriebe von Bioland, die größte Erzeugergemeinschaft von Öko-Bauern in Deutschland. Sie ist der Spezialist für die Vermarktung von Öko-Fleisch. Hans Hohenester ist Präsidiumsvorsitzender des Ökoverbandes Naturland und Öko-Schweine-Bauer. Er gibt bekannt, dass im Januar 2011 die Anzahl der Öko-Schweinehalter nicht ausreiche um den Bedarf an Schweinefleisch am Markt zu decken. Aus diesem Grund sucht Naturland Schweinehalter, die langfristig in die ökologische Schweinemast einsteigen wollen. Er erläutert, dass die Verbraucher, seiner Erfahrung nach, generell mehr Öko-Fleisch kaufen wollen. Auch jenseits vom derzeitigen Dioxin-Skandal verlangten die Konsumenten verstärkt eine artgerechte Tierhaltung und ein zusatzfreies Fleisch. Hohenester erklärt, dass momentan etwa 250.000 Schweine auf Öko-Höfen gehalten werden, dass sei ein Marktanteil der Öko-Schweine von nur einem Prozent. Interessant ist, dass die Fördergrundlagen sich verändert haben.
Öko Schweine leben gesünder
Der Vorsitzender des Ökoverbandes Naturland betont, dass Schweinen im Öko-Stall dreimal so viel Platz zur Verfügung steht als im Stall ihrer konventionell lebenden Artgenossen. Ein ständiger Auslauf ins Freie, der selbst gewählt werden könne, ermögliche Öko-Schweinen Klimareize, Bewegung im Freien bei von ihnen geliebtem Sauwetter. Also Regen, Wind, aber auch Sonne. Mit weichem Stroh eingestreute Liegeflächen im Stall und im Freiland, bieten Öko-Schweinen genügend Wühlmaterial. Mit ihm können sie ihre natürlichen Verhaltensweisen wie Graben und Wühlen ausleben. Ihr Öko-Futter , Gras, Heu, Brennnesseln und Stroh ist Raufutter. Es wird mit Getreide, Eiweißpflanzen wie Erbsen und Bohnen sowie Mineralien ergänzt.
Bei Naturland gelten folgende Anforderungen an das Futter:
- Konventionelle Fette sind nicht zugelassen
- Die Fette die bei Naturland dem Futter zugesetzt werden sind solche aus Ölsaaten, die unter anderem stichprobenartig, auch auf Dioxin, untersucht werden
- Naturland Futtermittel werden getrennt von konventionellen Futtermitteln hergestellt
- Naturland Schweinemäster mischen ihr Futter, aus Getreide und Leguminosen, meist selbst.
Aktuelle Kundeninformation zum Thema Öko-Schweine gibt Naturland auf ihrer Homepage. Dort werden, unter der Rubrik Termine, auch Informationen zur Tagung in Würzburg, gegeben.
Landwirte, die sich dem Ökoverband Naturland anschließen, haben Vorteile
Im Anfang der Naturkost-Bewegung war es für Öko-Landwirte nicht einfach ihre Produkte zu vermarkten. Im Jahr 2010 konnte der Demeter-Verband Baden-Württemberg seinen 50.Geburtstag feiern.Heute hat sich die Marktlage gravierend verändert. Landwirten die sich Naturland oder den sieben anderen Öko-Verbänden anschließen, bekommen beim Einstieg ins Geschäft und beim anschließenden Aufbau des Geschäftes eine Fachberatung. Ihnen steht eine bundesweite Vermarktung des Öko-Fleisches zur Verfügung. Hohenester gibt bekannt, dass Landwirte im Netzwerk von Naturland, bei einer Erstberatung ebenfalls erörtern können wie die Chancen für eine Umstellung ihres Betriebes auf Öko steht. Hohenester verbirgt nicht, dass beim Um- oder Neubau von Stallungen genau kalkuliert werden müsse, da, je nach Hoflage, hohe Investitionssummen anfallen könnten. Für Außenstehende ist es interessant zu wissen, dass auch Öko-Landwirte ihren Betrieb mit modernen Kommunikationsmitteln führen.
Schweine verachtet - ihr Fleisch beliebt
Schweine werden auf der ganzen Welt (unberechtigterweise) als schmutzige Tiere verachtet. Ihr Name erhielt ein Grippevirus. (Das sind die Symptome der Schweinegrippe)In vielen Religionen ist der Genuss von Schweinefleisch verboten. Als Sauerkraut mit Eisbein oder Schweinebraten, genießen Schweine, besonders in Bayern, aber ein hohes Ansehen.
Weitere Informationen zum Dioxinskandal:
