
- Heurigenstimmung - Giancarlo Paparusso
Nur etwa ein Prozent umfasst der Anteil der österreichischen Weine an der gesamten Weltweinproduktion. Das heißt: 2,53 Millionen Hektoliter Wein kommen aus Österreich bei circa 261 Millionen Hektoliter Wein auf der Welt insgesamt. Die Reihenfolge der größten Weinproduzenten stellt sich im übrigen so dar:
- Frankreich mit circa 46 Millionen Hektoliter ist der Welt größter Weinproduzent,
- es folgen Italien mit 43 Millionen und
- Spanien mit etwas mehr als 40 Millionen Hektoliter.
Danach kommen mit Abstand die USA (20), Argentinien (13), China (11), Australien (11), Südafrika (9), Deutschland (8) - jeweils in Millionen Hektoliter gemessen. Sogar das kleine Portugal liegt mit 7 Millionen Hektoliter Ertrag noch vor Österreich. Die Zahlen zeigen im übrigen, dass allein etwa die Hälfte der jährlichen Weinproduktion aus den drei führenden Staaten Frankreich, Italien und Spanien kommt.
In der Mehrheit Weißweine
In Österreich werden zu circa zwei Dritteln Weißweine ausgebaut, zu einem Drittel Rotweine. Bei den weißen Weinen wiederum sind die Hauptsorten mit über 36 Prozent der Grüne Veltliner mit einem frischen, aromatischen Geschmack, übrigens dem Grundstoff für den Sherry in Andalusien nicht unähnlich.Weit abgeschlagen kommt mit circa neun Prozent der Welschriesling auf den zweiten Platz. Bei den Rotweinen erfreut sich der Zweigelt mit circa neun Prozent Anteil an Rotweinen der größten Beliebtheit, danach kommt der Blaufränkisch mit fünfeinhalb Prozent an der österreichischen Weinherstellung.
Die österreichischen Weinbaugebiete
Wein kann nicht überall mit Erfolg in Österreich angebaut werden, er verlangt ein milderes Klima wie es entweder an größeren Flüssen als Temperaturausgleicher der Fall ist wie in der Wachau an der Donau - den Anbaugebieten am deutschen Rhein ähnlich. Dann gibt es anschließend an die Wachau gleich das so genannte Weinviertel kurz vor Wien. Und besonders priviligiert, was das milde Klima angeht, sind die Bundesländer südlich der Wetterscheide des Alpenhauptkammes wie das Burgenland, Kärnten und die Süd-Steiermark, die auch gern den Beinamen "steirische Toskana" führt. Dort wird ein spezieller Rosé gekeltert, der Schilcher, mit einer verschwindend geringen Produktionsmenge, aber bei Kennern sehr herber Weine ein Geheimtipp. Bei Liebhabern gesüßter Weine gilt er als "Sauerampfer", doch hat man nach seinem Genuss garantiert kein Kopfweh am nächsten Tag.
Die Heurigen-Kultur
Hans Mosers Nuschellied "Es muaß a Wein sein" in diversen Heimatfilmen machte die Sitte des Heurigen südlich von Wien weltweit bekannt. Der Heurige ist, wie es der Name schon sagt, der Wein der allerneuesten Ernte, Federweißer heißt er im Elsass und "Primeur" in Frankreich bei den Rotweinen. "Wir gehen zum Heurigen" heißt es im Herbst in Wien, wenn man nur wenige Kilometer südlich der Hauptstadt vor allem nach Grinzing fährt und den neuesten Jahrgang verkostet - meist eines Weißweines. Man tut dies in speziellen Buschenschänken der Weinbauern. Dort herrscht meistens das System der Selbstbedienung von Kleinigkeiten vom Buffet vor, hauptsächlich von Käse und Schmalzbrot, den Wein allerdings bringt der Kellner an den Tisch. Immer beliebter werden auch Weinseminare, vor Ort in Grinzing zum Beispiel abgehalten vom Sommelier des Hotel Sacher.
