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Die "Mitteldeutsche Zeitung" vermeldete am 23. Februar 2011 einen zwei Jahre zurückliegenden Skandal an der Bundeswehr-Universität München. An dieser Universität hat ein Offizier der Bundeswehr eine plagiierte Examensarbeit eingereicht und wurde daraufhin von der Bundeswehr degradiert. Die "Mitteldeutsche Zeitung" beruft sich dabei auf eine Mitteilung eines Universitätssprechers in München.
Plagiate sind an der Bundeswehr-Universität ein dienstrechtliches Vergehen
Im formellen Sinne ist die Anfertigung eines Plagiats an den Universitäten der Bundes ein dienstrechtliches Vergehen, welches mit disziplinarischen Maßnahmen geahndet werden kann. So heißt es auf der offiziellen Homepage der Bundeswehr-Universität München: „Die bei der Abgabe der Diplomarbeit vorgeschriebene Erklärung, dass die Arbeit selbstständig angefertigt wurde, ist eine dienstliche Meldung. Entspricht sie nicht den Tatsachen, kann dies entsprechende Konsequenzen haben.“ Gerade in Kreisen der Bundeswehr könnten solche Plagiate tiefgreifende Konsequenzen auf die Karriere eines Berufssoldaten haben.
Gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" teilte der Universitätssprecher am 23. Februar 2011 mit, dass es immer wieder vorkomme, dass Diplomarbeiten an den Universitäten der Bundeswehr abgeschrieben würden. Diese Plagiatsfälle werden sodann je nach der Schwere des dienstlichen Vergehens mit Geldstrafen oder auch Degradierungen disziplinarisch geahndet. Wenn seitens der Bundeswehr und derer Universitäten nachgewiesen würde, dass eine eingereichte Diplomarbeit gar von einem sogenannten Ghostwriter stamme, so sei nach Aussage des Sprechers der Bundeswehr-Universität München "ein Offizier nicht mehr tragbar". Zu Guttenberg wurde in der Fragestunde des Deutschen Bundestags am 23. Februar 2011 auf diesen Fall angesprochen und erklärte: "Er kenne nicht alle Fälle, man müsse dem dann im Einzelnen nachgehen."
Seit Freiherr Karl-Theodor von und zu Guttenberg sind Plagiate in aller Munde
Seit der Affäre um den Bundesverteidigungsminister Freiherr Karl-Theodor von und zu Guttenberg (CSU) und seinem Doktortitel der Rechtswissenschaften sind Plagiate bei Doktor-, Examens- oder Diplomarbeiten in Deutschland in aller Munde. Der CSU-Politiker hatte angekündigt, seinen Doktortitel ruhen zu lassen, nachdem die Meldungen und Plagiatsvorwürfe um seine Doktorarbeit ein vorher ungeahntes Ausmaße angenommen haben. Besonders aus den Reihen der Opposition im Deutschen Bundestag muss sich zu Guttenberg schwere Vorwürfe gefallen lassen und wird sogar zum Rücktritt von seinem Amt als Bundesverteidigungsminister gedrängt. SPD-Fraktionschef Steinmeier (SPD) erklärte gegenüber Bild Online: „Herr zu Guttenberg wird nicht zu halten sein.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stärkte ihrem Verteidigungsminister indes den Rücken. Auch der Chef der CSU, Horst Seehofer hält zu Freiherr Karl-Theodor von und zu Guttenberg: "Ein Minister stürzt nur, wenn es die Partei will. Und die Partei will es nicht." Von und zu Guttenberg erklärte sich dazu am 23. Februar 2011 im Deutschen Bundestag.
Nunmehr kommen in den Medien langsam aber sicher weitere Plagiatsfälle von deutschen Universitäten und Instituten an die Öffentlichkeit und der Fall, der am 23. Februar 2011 von der "Mitteldeutschen Zeitung" aufgedeckt wurde, dürfte letztendlich nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein, was sich auch aus der Aussage des Sprechers der Bundeswehr-Universität München herauslesen lässt.
