Es war nach Einschätzung aller anwesenden Düsseldorfer der vermutlich letzte Hochsommertag des Jahres, der mit seinen 32 Grad unzählige Menschen auf die Königsallee gelockt hat: Am Nachmittag des 10. September 2011 blieben nicht wenige von ihnen stehen, um dem Zieleinlauf der "Classics à la carte“ zuzusehen: Freunde und Eigentümer seltener Oldtimer starteten am vorangegangenen Donnerstag im holländischen Den Haag gen Düsseldorf, um für einen guten Zweck zu sammeln und auf diesen aufmerksam zu machen. Die Besucher der Einkaufsmeile kamen so in den Genuss, hochwertige Autos aus fünf Jahrzehnten bewundern zu können. Darunter natürlich die obligatorischen Porsche 911 aus verschiedenen Modelljahren, aber auch Highlights wie ein Mercedes SS aus den 1930er-Jahren. Dass sich der Zieleinlauf nicht ganz reibungslos darstellte, war der Überfüllung der City zu verdanken, denn Besucherströme und deren Normal-PKW vermischten sich mit den Teilnehmern der Rallye.

"Classics à la carte": Eine Charity-Veranstaltung für Kinder aus Kriegsgebieten

Der gesamte Überschuss der Veranstaltung wird grundsätzlich und so auch 2011 einem guten Zweck zugeführt: Prof. Adam Kurzeja und sein Team behandeln und operieren die Ärmsten dieser Welt kostenlos, teils in Deutschland, teils in ihren Heimatländern. Hier hilft die "Classics à la carte“ und spendet den gesamten Reinerlös an Prof. Kurzejas Abteilung, der in der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und plastische Kopf- und Halschirurgie am Evangelischen Krankenhaus (EVK) in Düsseldorf kriegsgeschädigte Kinder mit schweren Verletzungen im Gesicht behandelt. Dies zwar umsonst, doch entstehen naturgemäß Krankenhaus-Kosten für die Unterbringung und den Transport der kleinen Patienten sowie deren Angehörige.

In den zurückliegenden zehn Jahren, so die Pressemitteilung der Organisationsleitung, konnten dem EVK zu diesem Zweck jeweils Beträge von 25.000 Euro bis 30.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus sei der Veranstaltungsleitung bekannt, dass die Teilnehmer anonym weitere Spenden aufgebracht haben. Die Initiative "Classics à la carte“ wurde im Jahr 2000 von den Herren Guido Gutzeit, Eike Klages, Baron Wessel von Loringhoven, Wolfgang Rüping, Richard Schirmer und Rolf Versen ins Leben gerufen. In 2011 waren rund 60 Autos und ihre Besitzer an der holländischen Küste unterwegs, bevor sie in Düsseldorf eintrafen und im Parc fermé an der Einkaufsmeile Königsallee / Ecke Blumenstraße besichtigt werden konnten.

Hier: Artikel zum Modellauto Mercedes 190 SL von 1955

Teilnehmende Fahrzeuge der "Classics à la carte"

Dort waren diverse Porsche 911 zu sehen, als Coupé und im Dekor von Renneinsätzen. Der schwarze Mercedes SS aus 1930 beeindruckte durch seine imposante Optik, wie der BMW 507 durch seine legendäre Schönheit. Austin Healey waren ebenso dabei wie diverse Ferrari, Alfa Romeo, ein Mercedes 190 SL – der Großvater des heutigen Mercedes SLK – oder auch ein 300 SL mit Flügeltüren sowie dessen Roadsterversion, die gerade mit dem SLS Roadster auf der IAA 2011 die Premiere ihrer zeitgemäßen Interpretation erlebt. Zu den Sponsoren der "Classics à la carte“ gehören die Weberbank, Mercedes-Benz, Bentley, Elysee, Lease Concept, Radeberger, Louis Roederer Champagne, Qpark, Air Berlin, MM Fragrance Group, das Meilenwerk sowie das Restaurant La Terrazza auf der Königsallee.