
- Oliver Bootz by Alex Trebus - Agentur Hoestermann
Niemand aus der Fernsehbranche ist auf Anhieb in der Lage, die Frage nach der Anzahl von Schauspielern zu beantworten, die in einer Daily Soap mitgespielt haben. Mittlerweile dürften es mehrere tausend Darsteller und Komparsen gewesen sein.
Alle diese Produktionen haben gemeinsam, dass dort oft junge, neue und unverbrauchte Schauspieler ihre Bildschirmpremiere feiern. Sie alle glauben daran, dass dies ein Start in eine vielversprechende Zukunft ist. Doch damit liegen sie falsch: Nur eine Handvoll Darsteller hat es geschafft, vom Soapie zum ernstzunehmenden und erfolgreichen Schauspieler heranzureifen: Marco Girnth, Alexandra Neldel, Norman Kalle und Hendrik Duryn beispielsweise. Doch einer fehlt noch in der Aufstellung: Der Berliner Oliver Bootz, der inzwischen immer wieder durch sein Mitwirken in hochwertigen Filmen auffällt.
Oliver Bootz in "Mein Herz in Chile" mit Hannelore Elsner, Huub Stapel und Franco Nero
In dem Anfang Oktober 2008 ausgestrahlten, aufwändigen Zweiteiler des ZDF spielte Oliver Bootz einen Taxifahrer, der der Tochter der von Hannelore Elsner verkörperten Hauptfigur bei der Aufklärung eines Verbrechens aus der Zeit des Militärputsches in Chile hilft. Die Teamworx produzierte an Originalschauplätzen. Bootz zeigt durch seine einfühlsame Performance, dass er seit seinen Anfangstagen viel dazugelernt hat.
Anfänge und Zwischenschritte: Von der Soap aus ging es bergauf
1991 wurde Oliver Bootz zum Gesicht des Jahres gewählt. Daraufhin bekam er ein Angebot für eine Rolle, die er ablehnte und die später mit Andreas Elsholz besetzt wurde: Den Heiko Richter in "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Bootz traf eben immer schon seine eigenen Entscheidungen: Seine Ausbildung war ihm wichtiger. Dennoch stieg Oliver Bootz im November 1994 in die Soap "Unter uns" ein und spielte dort den Bäckerssohn und Polizisten Chris Weigel, der letztlich mit der Folge vom 15. September 1997 auswanderte. Die Schauspielausbildung setzte Bootz neben dem Engagement in der Serie fort.
Gastrollen in "OP ruft Dr. Bruckner" (RTL) und "First Love" (ZDF) folgten. In der ARD-Serie "Bei aller Liebe" spielte er den nichtsnutzigen Frauenverführer "Ivo" an der Seite von Janina Hartwig und Walter Plathe. Ein Rollentyp, der ihm am besten steht?
Seine erste Serienhauptrolle in der Primetime: Oliver Bootz hat "Benzin im Blut"
Dreizehn Folgen der im Motorsport angesiedelten Fernsehserie von SAT.1, produziert von der Filmproduktion Janus GmbH und deren Produzenten und Geschäftsführer Ivo-Alexander Beck. Diese Serie zeichnete sich durch zweierlei Merkmale aus: Bootz hat der Rolle des jungen Rennfahrers "Frank Zeiler" eine facettenreiche und auszeichnungswürdige Performance verliehen, die die ganze Leidenschaft eines sieghungrigen Rennfahrers einerseits wie auch die Leidenschaft eines mit dieser Darstellung betrauten, ehrgeizigen Jungschauspielers andererseits zum Ausdruck brachte. Des weiteren bot die Serie eine realitätsnahe Nachzeichnung des Motorsports: Bandenwerbung und Product Placement in einer Weise, wie sie im deutschen Fernsehen vor 1999 und auch danach nicht mehr umgesetzt wurde. Michael Greiling, Sonja Kirchberger und Bernd-Michael Lade in Geschichten, die von Intrigen, Machtkämpfen, Liebesverirrungen, Tod und Trauer aus der Motorsportwelt erzählten.
Der Wechsel ins Filmfach als logische Konsequenz an der Seite großer Namen
"Die keusche Göttin", "Sternschnuppen im August", "Zwei Schwiegermütter und ein Baby", "Wunschkinder und andere Zufälle" sowie "Pest – Die Rückkehr": Anspruchsvolle Engagements in Spielfilmen auf den Primetime-Sendeplätzen von ARD, ZDF und RTL folgten. Darüber hinaus spielte Bootz 2006 in dem deutsch-japanischen Kino-Drama "Baruto no gakuen" ("Sinfonie der Freude") einen deutschen Kriegsgefangenen im 1. Weltkrieg neben Bruno Ganz, der in "Der Untergang" den Adolf Hitler auf unvergessene Weise verkörperte.
Fünf Folgen lang gab Bootz den Assistenten namens Kruschke an der Seite von Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf im Frankfurter "Tatort", inklusive der prämiierten Folge "Das Böse" mit Ulrich Tukur. Weitere Stationen seines filmischen Wirkens: "Kreuzfahrt ins Glück", "Im Tal der wilden Rosen", "Polizeiruf 110", "SOS Barracuda" und eine Episodenrolle in "Der letzte Zeuge" neben Ulrich Mühe.
Man lernt nie aus - die Devise des Schauspielers Oliver Bootz
Bootz, der gerne als deutscher Keanu Reeves bezeichnet wird, hat eine charismatische Ausstrahlung und den Ehrgeiz, sein Können als Schauspieler noch weiter zu verbessern. Ausbildungspausen kennt er nicht. Kaum, dass eine Dreharbeit abgeschlossen ist, stürzt sich Bootz in neue Trainingseinheiten, um seine Performance gemeinsam mit hochkarätigen Kollegen noch weiter zu verfeinern. Oder er tritt im Theater auf. Darüber hinaus spricht er fließend Englisch, Niederländisch und Russisch und spielt Klavier. Fit hält er sich durch Fussball, Handball, Volleyball oder Eishockey.
Bei allem Erfolg, den Bootz in den letzten 14 Jahren hatte, ist er bodenständig geblieben. Er begegnet Mitmenschen stets aufmerksam, höflich und aufgeschlossen. Er ist ein Teamplayer. Oliver Bootz reist gerne und lebt nach wie vor in seiner Geburtsstadt an der Spree. Vertreten wird er durch den renommierten Berliner Agenten Bernhard Hoestermann. Der Autor dieses Artikel hat Bootz über eine Vielzahl an Jahren kennengelernt und ihn als hilfsbereiten, sehr angenehmen Zeitgenossen kennengelernt.
Oliver Bootz und seine Zukunftsaussichten: "La Brea - Todesträume am Montparnasse"
Für 2009 und die Jahre danach sieht es sehr gut aus für Oliver Bootz. Der Film "Das Echo der Schuld", inszeniert von Marcus Rosenmüller, geht im Rahmen der Reihe von "Charlotte-Link-Filmen" auf Sendung. Zahlreiche weitere Angebote für anspruchsvolle Rollen im Bereich Spielfilm und Serie liegen vor. Mit dabei war Bootz auch in "Eine Liebe in Venedig"; eine Romanze, die am 29. März 2009 im ZDF Bildschirmpremiere feierte. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2009 war er erneut in einer Ausgabe der "Kreuzfahrt ins Glück" neben Peter Sattmann zu sehen. Bootz wirkte auch in den Filmen "La Brea: Todesträume am Montparnasse" (ARD, 2009) sowie "Der letzte Bulle: Gepflegter Tod" (SAT.1, 2009) mit.
Was Oliver Bootz noch zum großen Durchbruch fehlt? Ein Sender oder eine Produktionsfirma, die seine Wirkung beim Publikum erkennt und ihn systematisch zum Topstar aufbaut. Fernsehpreispotential hat er ebenso, wie er mit amerikanischen Serienhauptdarstellern mithalten kann.
