Die 22. Olympischen Winterspiele sind eröffnet. Vom 7. bis 23. Februar 2014 duellieren die weltbesten Wintersportler um Gold, Silber und Bronze. 40.000 Zuschauer im Olympiastadion und Millionen Wintersportfreunde weltweit an den TV-Schirmen erlebten eine farbenfrohe Eröffnungsfeier. Die beiden
russischen Sportlegenden, die Eiskunstläuferin Irina Rodnina und der
ehemalige Eishockey-Nationaltorhüter Wladislav Tretjak trugen die
die Flamme aus dem Olympiastadion und entzündeten das olympische
Feuer. 

IOC-Chef Dr. Thomas Bach will fairen Sport 

Zuvor wurde das Olympische Feuer in einer Schale im Olympia-Stadion mit der Olympischen Fackel angezündet, An 123 Tagen in den Händen von 14.000 Fackelträgern hatte die Flamme insgesamt 65.000 Kilometer durch ganz Russland zurückgelegt hatte. Bei dem längsten nationalen Fackellauf in der Geschichte der Olympischen Winterspiele war das Olympische Feuer unter anderem im Weltraum gewesen. "Wir schreiben heute ein neues Kapitel in der olympischen Geschichte. Dies sind die ersten Olympischen Spiele im neuen Russland", sagte der deutsche IOC-Präsident Dr. Thomas Bach und appelierte an die Sportler: "Respektiert die Regeln, kämpft fair, seid sauber und habt Respekt vor euren Gegnern." Dann eröffnet der russische Präsident Wladimir Putin die Winterspiele im Badeort Sotschi offiziell.  

Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle nach positivem Dopingtest abgereist

Die deutsche Olympiamannschaft ist geschockt. Denn am frühen Freitag wurde bekannt, dass Evi Sachenbacher-Stehle positiv auf Doping getestet wurde. Bei der 33-jährigen Biathletin wurde das Stimulanzmittel Methylhexanamin festgestellt (Siehe hierzu auch Statement der Nationalen Antidoping Agentur - NADA). Die Athletin bestreitet jedes wissentliche Doping. Nach eigener Darstellung könnte der Wirkstoff nur in einem Nahrungsergänzungsmittel enthalten gewesen sein. Dieses will Sachenbacher-Stehle von ihrem Mentaltrainer erhalten und ungeprüft zu sich genommen haben. Der Biathletin droht eine mehrjährige Sperre - bereits bei den Winterspielen 2006 in Turin war die damalige Langläuferin wegen einem erhöhten Hämoglobinwert mit einer fünftägigen Schutzsperre bedacht worden. 

Maria Höfl-Riesch mit Gänsehaut

Insgesamt duellieren über 2.500 Sportlerinnen und Sportler aus 87 Nationen bis Ende Februar um olympische Ehren. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat in Abstimmung mit den Spitzenverbänden insgesamt 153 Olympioniken für die Winterspiele ans schwarze Meer entsandt. Titel, Tränen,
Emotionen – all dies erwartet die Sportler und Zuschauer in den
nächsten zwei Wochen. Gänsehaut-Feeling pur bereits bei der
Eröffnungsfeier bei Maria Höfl-Riesch. Die zweifache Olympiasiegerin von Vancouver war zur deutschen Fahnenträgerin erkoren worden. „Das kann man nicht mit einem Rennen vergleichen. Ich hatte Gänsehaut, trotz der dicken Jacke, das sind ganz besondere Momente“, beschrieb die alpine Skirennläuferin aus Garmisch-Partenkirchen ihre Gefühle während der über zweieinhalbstündigen Eröffnungsfeier.

Silber im Super G für Maria Höfl-Riesch und Bronze für Langläuferinnen

Maria Höfl-Riesch ist nun die erfolgreichste deutsche Skirennläuferin bei Olympischen Spielen. Nach dem Gewinn der Silbermedaille im Super G von Sotschi hat die Olympiasiegerin in der Super-Kombination mit diesem Erfolg Katja Seitzinger und Rosi Mittermaier in der Erfolgsstatistik überholt. Für eine aus deutscher Sicht erfreuliche Überraschung sorgten die deutschen Skilangläuferinnen im Staffelwettbewerb über 4 x 5 Kilometer. Hinter dem siegreichen Team von Schweden und Finnland erkämpfte sich das deutsche Quartett in der Besetzung Nicole Fessel, Stefanie Böhler, Claudia Nystad und Denise Hermann die Bronzemedaille. 

Team-Gold für die deutschen Rodler -
Erik Lesser gewinnt Biathlon-Silber

Die deutschen Rodler sind einfach unschlagbar. Auch im vierten und letzten Wettbewerb waren die Kufenflitzer nicht zu schlagen. In der Besetzung Natalie Geisenberger, Felix Loch, Tobias Arlt und Tobias Wendt holte das Quartett die fast schon (erwartete) Goldmedaille. Silber ging an Gastgeber Russland, das Team Lettland gewinnt Bronze.

20 Schuss - 20 Treffer - Erik Lesser lässt mit einer fehlerfreien Schießleistung und famoser Vorstellung endlich auch die deutschen Biathleten jubeln. Im Einzelwettbewerb über 20 Kilometer kam der DSV-Biathlet aus Frankenhain hinter Goldmedaillen-Gewinner Martin Fourcade (Frankreich) auf den zweiten Platz und holte Silber. Es war dies die erste Medaille für einen Biathleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) bei den Winterspielen von Sotschi. Starke Leistung auch von Stefanie Böhler. Die 32-jährige Skilangläuferin vom SC Ibach kam über 10 Kilometer klassisch auf den bärenstarken sechsten Platz. Olympiasiegerin wurde die Polin Justyna Kowalczyk.

Felix Loch und Maria Höfl-Riesch jubeln über olympisches Gold

Felix Loch hat den Bann gebrochen. Der Rodler holte am zweiten Tag der Winterspiele im Einzelwettbewerb der Rennrodler die erste Goldmedaille für die deutsche Olympiamannschaft. Einen Tag später sorgte Maria-Höfl-Riesch mit dem Gewinn der Goldmedaille in der alpinen Super-Kombination für weitere Glücksgefühle der deutschen Olympioniken. Für die 29-jährige Skirennläuferin aus Garmisch-Partenkirchen war es in Sotchi bereits die dritte Goldmedaille - zweimal stand Maria Höfl-Riesch bereits in Vancouver 2010 auf dem obersten Podest.

DSV-Skispringer holen Olympia-Gold vor Österreich und Japan

Die deutschen Skispringer sind Team-Olympiasieger. In der Besetzung Andreas Wank, Marinus Kraus, Andreas Wellinger und Severin Freund sicherte sich das DSV-Quartett die Goldmedaille im Teamwettkampf. In einer spannenden und packenden Konkurrenz auf der Großschanze von Sotschi ging Silber an Österreich. Das Team Japan hat Bronze gewonnen.

Olympia-Gold für Natalie Geisenberger und Carina Vogt

Goldener Dienstag für die deutsche Olympiamannschaft in Sotschi. Nicht die haushohe Goldfavoritin Sara Takanashi (Japan) sondern Carina Vogt (SC Degenfeld) geht als erste Olympiasiegerin im Frauenskispringen ein. Die 22-jährige Schwäbin konnte ihr Glück "einfach nicht fassen und ich kann fast nichts sagen", stammelte die frisch gekürte Goldmedaillengewinnerin in die Mikrofone. Vogt verwies in einem an Spannung nicht zu überbietenden zweiten Durchgang die Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz auf den Silber-Platz, Bronze ging an Coline Mattel (Frankreich). Takanashi blieb als Vierte ohne olympisches Edelmetall. Bereits zuvor feierten die deutschen Rodlerinnen einen Doppelsieg. Die bereits nach dem ersten Wettkampftag souverän führende Natalie Geisenberger gewann erwartungsgemäss Gold, Tatjana Hüfner holte sich die Silbermedaille.

Deutschland führt bei ewigen Medaillenspiegel

Wer führt im die Statistik im ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Winterspiele an? Deutschland! In der Statistik seit dem Jahr 1924 holten die deeutschen Wintersportler 128 Gold-, 129 Silber- und 101 Bronzemedaillen. Dahinter folgen Russland (308), Norwegen (303) und die USA (253). Die Olympioniken aus den Wintersportländern Österreich und Schweiz holten in diesem Zeitraum 201 respektive 127 Medaillen. Seit den Winterspielen im französischen Albertville (1992) stellten die Sportlerinnen und Sportler des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in den Jahren 1992, 1998 (Nagano) und zuletzt in Vancouver (2010) dreimal die erfolgreichste Nation. Für aktuellen Winterspiele hat der DOSB ein Ziel von wiederum 30 Medaillen, ähnlich wie vor vier Jahren in Kanada ausgegeben. 

ARD und ZDF mit 240 Stunden Olympia-Live

Bereits am ersten Olympia-Wochenende gibt es für die deutsche Olympiamannschaft reale Medaillenchancen. So sieht der Wettkampfkalender für Samstag und Sonntag die ersten Entscheidungen im Biathlon (Sprint Frauen/Herren) sowie im Skispringen vor. Im deutschen Fernsehen übertragen die Rechte-Inhaber ARD in der Sportschau und ZDF insgesamt 240 Stunden von den Olympischen Spielen. Noch größer ist das Online-Angebot im Internet. Sämtliche Wettkämpfe werden mit vier Livestreams Sportschau und Livestream ZDF übertragen. Der Olympia-Tag beginnt im klassischen TV an den meisten Wettkampftagen bereits um 7.30 Uhr und dauert bis zur Primetime nach 20 Uhr. Der Sportsender Sport1 überträgt dazu 25 Matches vom olympischen Eishockey-Turnier. Die Studio-Moderation bei der ARD liegt bei Michael Antwerpes (SWR) und Gerhard Delling (NDR) - beim ZDF sind Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne im Studio die Schaltstellen. Auch das österreichische Fernsehen (ORF) und das Schweizer Fernsehen (SRF) sind bei den Olympia-Entscheidungen live dabei. 

98 Olympische Entscheidungen und zwölf neue Wettkämpfe in Sotchi

Insgesamt werden Olympiasieger sowie Silber- und und Bronzemedaillengewinner in 98 Wettbewerben ermittelt. Gegenüber Vancouver 2010 gibt es in Sotchi zwölf neue Wettbewerbe. Erstmals sind auch einige Snowboardwettkämpfe und Frauen-Skispringen olympisch. Interessantes und Wissenswertes vermittelt auch die Olympiaseite www.olympic.org. Aktuelle Ergebnisse, Liveticker und den Medaillenspiegel von den 22. Olympischen Winterspielen gibt es auf der offiziellen Webseite von Sotchi 2014:

Sochi, Sotchi oder Sotschi 2014 - wie schreibt man den Olympiaort richtig?

Sochi, Sotchi oder Sotschi 2014 - wie schreibt man den Olympiaort wirklich? Wenn man durch das Internet zappt oder oder auch die Zeitschriften und Tageszeitungen durchblättert - die Schreibweise für den Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014 ist höchst unterschiedlich. Die russische Schreibweise lautet SOCHI. Große deutsche Zeitungen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) verwenden die Schreibweise SOTCHI. Die WELT.DE oder auch die SUEDDEUTSCHE.de haben sich für die dritte Variante SOTSCHI entschieden. Dies ist im übrigen auch die russische Aussprache für den Olympiaort. Die unterschiedlichen Schreibweisen werden aber auch durch die unterschiedliche Umsetzungen der kyrillischen Schrift, z.B. die deutsche (Sotschi) und die englische (Sochi) begründet.

Die 11. Winter-Paralympics werden übrigens vom 7. bis 16. März 2014 ebenfalls im russischen Sotschi ausgetragen.

Quelle: Bild, ARD, ZDF, DOSB, SOTSCHI und eigene Recherche