Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang

Im dritten Anlauf hat die südkoreanische Stadt Pyeongchang den Kampf um die Austragung der Olympischen Winterspiele gewonnen.

Die Olympischen Winterspiele und die Paralympischen Winterspiele 2018 finden in Pyeongchang statt. Die südkoreanische Stadt, die sich etwa 240 Kilometer östlich der südkoreanischen Hauptstadt Seoul befindet, setzte sich bei der Abstimmung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Durban (Südafrika) deutlich gegen die Bewerbungen aus München und Annecy (Frankreich) durch. Damit hatte bei der Abstimmung der insgesamt 95 IOC-Delegierten der Favorit die Nase vorn. Für Pyeongchang war es bereits der dritte Versuch, die Olympischen Winterspiele erstmals nach Südkorea zu holen. Sowohl die Bewerbung für 2010 (Gastgeber Vancouver) als auch für 2014 (Gastgeber Sotschi) waren zuvor gescheitert. Nach Sapporo 1972 und Nagano (jeweils Japan) 1998 wird Pyeongchang der dritte Gastgeber von Olympischen Winterspielen in Asien sein. Ein großes Plus für das letztlich erfolgreiche südkoreanische Konzept mit dem Motto „Neue Horizonte“ war die große Zustimmung innerhalb der Bevölkerung von mehr als 90 Prozent. Außerdem überzeugte Pyeongchang mit einem kompakten Konzept.

Olympia der kurzen Wege

Pyeongchang, das mit 7,83 Milliarden US-Dollar den mit Abstand größten Etat der drei Bewerber hatte, setzt bei den Olympischen Winterspielen vom 9. bis 25. Februar 2018 vor allem auf kurze Wege zwischen den Sportstätten. Die Wettkampfstätten sollen höchstens 30 Minuten voneinander entfernt sein. 80 Prozent der Wettkampfstätten sollen sogar innerhalb von nur zehn Minuten erreichbar sein. Während die Alpinen und die Kufen-Wettbewerbe direkt in Pyeongchang ausgetragen werden, sollen die Eis-Wettbewerbe im nahegelegenen Gangneung stattfinden. In beiden Ortschaften soll jeweils ein Olympisches Dorf entstehen. Das Zentrum der verschiedenen Schneewettbewerbe ist Alpensia. Das insgesamt eine Milliarde Euro teure Wintersportzentrum, das von 2006 bis 2009 gebaut wurde, war bereits für die Olympia-Bewerbung 2014 geplant. Zum riesigen Alpensia-Gelände gehören neben den insgesamt fünf Skisprung-Schanzen auch die hochmodernen Langlauf- und Biathlon-Stadien.

In den verbleibenden Jahren bis zu den Olympischen Winterspielen 2018 soll die Infrastruktur in der Region deutlich ausgebaut werden. So soll unter anderem die Verkehrsanbindung zur Hauptstadt Seoul mit Milliarden-Investitionen verbessert werden. Außerdem sollen zahlreiche Straßen ausgebaut und neugebaut werden. Zahlreiche Wettkampfstätten in den Bergen der Region stehen bereits. Für die noch zubauenden Sportstätten, darunter die Bob- und Rodelbahn müssen allerdings insgesamt 94 Hektar Wald abgeholzt werden – eine Tatsache, die vor allem bei Naturschützern weltweit für große Kritik sorgt.

Biathlon-WM 2009 in Pyeongchang

Pyeongchang konnte in den vergangenen Jahren Erfahrung im Ausrichten von hochkarätigen Winter-Sportwettbewerben sammeln. Im Februar 2009 fand hier die Biathlon-Weltmeisterschaft statt. Zuvor hatte die 600.000-Einwohner-Stadt im März 2008 bereits einen Biathlon-Weltcup ausgerichtet. Bereits 1999 hatten in der Region bereits die Winter-Asienspiele stattgefunden.

Andreas Neustadt, Andreas Neustadt

Andreas Neustadt - Bereits seit 1997 bin ich als Journalist tätig. Nach einem Praktikum in einer Lokalredaktion der Elbe-Elster-Rundschau begann ich ...

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