Open Source und freie Software im Einsatz

Kosten senken im professinellen EDV-Anwendungsumfeld

Viele Anwender und Firmen investieren einen großen Teil ihres EDV-Budgets für Standardsoftware. Sind diese Investitionen tatsächlich immer erforderlich?

Wer gibt noch Geld für Software aus? Kann ein PC komplett mit freier Software, auch für den professionellen Bereich, bestückt werden? Ist freie Software gleichbedeutend mit dem Einsatz von Linux?

All diesen Fragen will sich der nun folgende Artikel widmen, schließlich handelt es sich hierbei um eine Fragestellung, die sicherlich viele Anwender bewegt. Vor vielen Jahren hieß es mal, dass die Hardware finanziell nur einen Bruchteil des Gesamtsystems ausmachen dürfe, der Löwenanteil sei schließlich für Software zu veranschlagen.

Linux und andere Probleme

Die Angst, dass freie Software zwangsläufig den Einsatz von Linux bedeutet, soll hier schon zu Beginn abgebaut werden. Es gibt für Windows-Betriebssysteme ebenfalls eine ganze Masse an freier Software, die normalerweise das komplette Anwenderspektrum abdeckt, wer noch weiter an die Maschine will, wird spätestens bei der Suche nach speziellen Live-Distributionen unter Linux fündig. Diesen Werkzeugen wird sich ein späterer Artikel widmen. Der große Vorteil liegt hierin, dass diese Live-Distributionen ebenfalls keine tiefer gehenden Linux-Kenntnisse erfordern.

Software für den Office-Einsatz

Im Büro-Bereich gibt es, das hat sich in der PC-Anwenderschaft wohl umfangreich herumgesprochen, kaum eine Alternative zu OpenOffice. Dies auf diversen Betriebssystemen verfügbare Büropaket deckt schon den größten Teil aller Anforderungen ab. Gleichzeitig ist es durchaus auf Augenhöhe mit dem Marktführer von Microsoft.

Zum Office-Paket gehören allerdings noch solche Anwendungen wie E-Mail, dies wird von OpenOffice nicht bereitgestellt, oder sonstige Kommunikations- und Organisationstools. Auch hier ist die Alternative Mozilla Thunderbird relativ bekannt, insbesondere dann, wenn es um die Integration von Kalenderdaten geht. Für diese Zwecke gibt es das Add-on Lightning, oder das Standalone-Programm Sunbird. Wer seine Daten auf verschiedenen Systemen gleichzeitig benötigt, dem sei an dieser Stelle noch der Google-Kalender ans Herz gelegt.

Alternativen zu den weniger bekannten Microsoft-Werkzeugen

Die Produkte Publisher, Frontpage, Project und Visio finden, für die meisten Anwender wohl ausreichend, ebenfalls freie Alternativen.

Desktop-Publishing

Für die Anwender, die sich mehr mit Layout, seien es eigene Flyer oder sonstige Sachen, auseinandersetzen müssen, gibt es die Software Scribus, eine freie Desktop-Publishing-Software, die dem Anwender viele Möglichkeiten im Bereich der Gestaltung gibt.

Internetseitengestaltung

Für das grundlegende Gestalten einer Internetseite ist das von der Mozilla-Foundation stammende NVU sehr empfehlenswert. Mit diesem Programm können Internetseiten im graphischen Modus erzeugt werden, die auch einen vergleichsweise sauberen HTML-Code besitzen. NVU orientiert sich sehr stark an der zertifizierten Syntax.

Projektmanagement

Für das Projektmanagement, was in kaum einem Unternehmen fehlen sollte, gibt es ebenfalls freie Lösungen. Eine der populärsten ist das Produkt Open-Project. Dieses Tool ermöglicht eine Ressourcen-Planung, Gantt-Diagramme und weitergehende Planungen. Auf diese Grundlage ist eine effektive Projektplanung machbar.

Eine Software für Arbeitsabläufe

Wer häufiger mit Prozessen und Abläufen konfrontiert wird, benötigt ein leistungsfähiges Werkzeug zur Darstellung solcher komplexer Vorgänge. In aller Munde ist hier das Produkt Visio, ebenfalls aus dem Hause Microsoft, etwas weniger bekannt ist die freie Alternative Dia, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht die komplette Leistungsfähigkeit von Visio beinhaltet, sich jedoch stark daran orientiert.

Weitere Werkzeuge, die auf keinem Rechner fehlen dürfen

Ganz wichtig ist der Acrobat Reader, wobei es auch hier noch andere Programme gibt, etwa den Foxit-Reader oder andere. Die Leseprogramme für das PDF-Format sind kostenfrei, die Tools zum Erstellen teilweise nicht. Einen Großteil dieser Funktionen kann jedoch OpenOffice abdecken.

Die Pack- und Archivierungsfunktionen von Windows sind noch nicht ausreichend, auch hier ist eine Aufrüstung durch 7-zip erforderlich. Gleiches gilt für die Brennfunktion des Betriebssystems, hier kann der CD-Burner-XP gute Dienste tun.

Jan Klettke, Jan Klettke

Jan Klettke - Mit jetzt 30 Jahren Erfahrung in den diversen Bereichen der Datenverarbeitung gehört Jan Klettke wohl zu den alten Hasen diesem ...

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