
- Cattleya × Brassavola, Hybrid-Orchidee - Gerhard Ott
Im Stadtteil Rio Piedras der Hauptstadt San Juan, gleich südlich der Bankenmeile bei der Universität von Puerto Rico erstreckt sich der botanische Garten: Jardin Botanico San Juan. Am Eingang fragt man am besten nach „un mapa“, einer Karte. Die Orchideen-Sammlung liegt am äußersten Ende. 30.000 Blüten werden dort angepriesen. Karibisch ist immer auch ein bisschen „machismo“, großmaulig. Blüten sind nicht Arten! Für einen kompletten Rundgang auf den 30 Hektar sollten mindestens zwei Stunden eingeplanen. Interessierte Pflanzenfreunde und Fotografen kommen mit einem Tag nicht aus.
Hybriden von Brassavola und Cattleya
Brassovola flagellaris stammt ursprünglich aus Ost-Brasilien. Außer den etwa 25 natürlichen Arten gibt es zahlreiche Hybriden von Arten und Gattungs-Kreuzungen, z. B. Brassavola × Cattleya. Von den Spinnenorchideen der Gattung Brassia gibt es ebenfalls zahlreiche Hybriden. Brassia verrucosa ist von Mexiko über Mittelamerika bis nach Venezuela verbreitet. Cattleya ist wohl die bekannteste neotropische Gattung der Orchideen, von der es viele Arten und noch mehr Hybriden gibt. Das Verbreitungszentrum der botanischen Arten ist in den Guayanaländern Südamerikas, in den peruanischen Anden und auch auf den Inseln Haiti und Puerto Rico.
Karibische und neotropische Orchideen
Vertreter der Gattung Encyclia sind im karibischen Raum weit verbreitet und verhältnismäßig leicht zu kultivieren. Epidendron ist eine riesige neotropische Gattung mit Hunderten von Arten. Laelia purpurata gilt als die Nationalblume Brasiliens, wird aber aufgrund der meist unkomplizierten Kultur über all gerne gepflegt. Die karibischen Lepanthes sind heikel in der Kultur und haben kleine Blüten, die besonders Spezialisten reizen. Lycaste aromatica riecht nach Zimt, ist von Mexiko bis Nicaragua verbreitet und wird gerne kultiviert.
Blüten wie Kolibris oder Hummeln
Masdevallia ist eine Gattung mit rund 500 Arten, die typischerweise in den Nebelwäldern der Berge vorkommen. Sie trägt ihren Gattungsnamen nach José Masdeval, einem Arzt und Botaniker am Hof Karl III. von Spanien. Die frei stehenden Blüten einiger Masdevallia könnte man glatt für einen Kolibri halten, der vor einer Tropenblume schwirrt, um Nektar zu saugen. Maxillaria ist eine komplexe Gattung, in der vermutliche verschiedene Gattungen zusammengefasst werden. Die Blüten erinnern an Hummeln.
Orchideensamen für die Liebeskraft
Die Eingeborenen der Karibik kennen Oncidium gut: Sie nehmen glänzende rote „Samenerbsen“ dieser Gattung als Stimulans, als Aphrodisiakum, was bei falscher Dosierung auch zum Tod führen kann. Oncidium kann als die „Wulstlippige“ übersetzt werden. Die Gattung Pleurothallis ist etwas für den Liebhaber botanischer Arten. Psychopsis papilio ist auf allen westindischen Inseln in der Karibik zu finden; die Blüten sind wie der Name schon sagt schmetterlingsgleich, einem Schwalbenschwanz ähnlich.
Im wilden Regenwald von Puerto Rico ist es wesentlich schwieriger Orchideen zu finden.
Reiseinformationen El Jardin Botanico Río Piedras
An der Auffahrt zum Highway 1 an der Road 847,
ausgeschildert als „Jardin Botanico“
Rio Piedras 00936, Puerto Rico
Eintritt frei, keine Parkgebühren
Geöffnet an allen (außer Feier-)Tagen von 08.00 bis 17.00
Tel. +49 787 767-1710 oder +49 787 763-4408
