
- Dendrobium pulchellum - Gerhard Ott
Khao Lak ist ein Küstenstreifen an der Andamanenküste nördlich der thailändischen Ferieninsel Phuket, der sich rasant entwickelt. Die Besucherstruktur wandelt sich von Naturfreunden zu Massentouristen. Einige lohnende Ziele gibt es aber immer noch.
Orchid Garden Khao Lak
Wenn es einen Naturliebhaber hierher verschlägt, gibt es einen Lichtblick. In dem sich rasant entwickelnden Touristenörtchen Bang Niang in der Nähe des gleichnamigen Strands, befindet sich ein Orchideen-Garten. Es ist nicht leicht, diese Oase zu finden. In offiziellen Touristenbroschüren ist er kaum vermerkt. Vier von fünf der örtlichen Taxifahrer – oft burmesische Fremdarbeiter – verstehen so schlecht Englisch, dass man schon mal zum Khaolak Orchid Beach Resort, also einem Hotel mit ähnlichem Namen kutschiert wird.
Der Khao Lak Orchideen-Garten liegt an den Straße L4, der Petchkasem Road, Richtung Norden (Takua Pa), an der Abzweigung zum Chong Fa Wasserfall hinter dem Minigolfplatz. Neuerdings gibt es sogar ein großes Schild, sonst würde man das Kassenhäuschen neben dem schlichten Eingang in Form einer grünen Blechtür glatt übersehen. Der Eintritt betrug in der Saison 2008/2009 gerade mal 50 thailändische Baht, was etwa einem Euro entspricht. Das Orchideenreich wird betreut von der Thailänderin Natsiyakarn Khunkhang, die mit Ekkehard Schwadtke, einem Deutschen aus Berlin, liiert ist.
Sechs Wochen nach der Eröffnung kam der Tsunami
Der Orchid Garden in Khao Lak wurde am 1. November 2004 eröffnet. Sechs Wochen später am zweiten Weihnachtsfeiertag kam der Tsunami. Die Welle erreichte den Tempel unterhalb des Gartens, immerhin etwa zwei Kilometer landeinwärts. Genauso weit, wie das berühmte Polizeiboot an Land gespült wurde, welches heute als Mahnmal erhalten wird. Aber es gab anschließend keine Gäste mehr. Der Garten wurde für zwei Jahre geschlossen. Die Erholung von dieser Katastrophe ging in anderen Landesteilen schneller als an der Küste von Khao Lak. Seit der Saison 2006/2007 ist auch der „Orchid Garden Khaolak“ wieder geöffnet.
Kleinblütige Kleinodien unter den thailändischen Orchideen
Großblütige ins Auge fallende Hybriden sind hier nicht das Hauptthema der Sammlung. Erst in den hinteren Regalen wird der Freund großblumiger Hybriden fündig. Zahlreicher vertreten sind die botanischen Arten. Viele davon sind Kleinodien im wahrsten Sinne des Wortes. Die Blüten sind klein, aber wunderschön.
Hunderte von Arten
In Thailand gibt es etwa 1.100 Orchideenarten. Im Februar/März 2009 wurden im Orchid Garden Khao Lak 176 bestimmte und 83 unbestimmte Orchideen-Arten kultiviert. Das Ausführen von Orchideen ist nach thailändischem Recht sowie die Einfuhr in Deutschland verboten oder nur unter enormem bürokratischen Aufwand möglich. Der Orchid Garden in Khao Lak ist auch kein Verkaufsladen, sondern die Anlage engagierter Liebhaber. „Wir haben immer wieder heimische Orchideen künstlich befruchtet und die Samen in Laboratorien keimen und kultivieren lassen. Das war immer nur aus persönlichem Interesse und für die Ausstellung im Garten gedacht.“, sagt Ekkehard Schwadtke. Wer die Blütenpracht nicht vor Ort bewundern kann, findet sie auch in Zeitschriften.
