Organpate werden - Informationstour der BZgA 2011 gestartet

Organspendeausweis, Organpate sein - © BZgA / bzga.de
Organspendeausweis, Organpate sein - © BZgA / bzga.de
In Deutschland warten circa 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan, täglich sterben 3 von ihnen. Die Organpaten-Tour bringt Aufklärung über Organspenden.

Auf eine Organspende zu warten, ist eine nervenaufreibende Angelegenheit. Man muss sich zum einen damit abfinden, eine Grunderkrankung zu haben, die zur Organspende führt, das Leben in so einer Situation ist oft schon schwer genug. Dazu kommt aber die Angst, dass man sterben könnte, bevor ein passender Spender gefunden wurde. In Deutschland passiert das täglich drei Menschen. Hier warten circa 12.000 Menschen auf eine Organspende, es können jährlich aber nur circa 4.000 organempfangene Operationen durchgeführt werden, in denen die Organe von circa 2.000 Spendern transplantiert werden. Mehr Spender stehen nicht zur Verfügung.

In anderen europäischen Ländern gibt es deutlich mehr Spender, in Spanien zum Beispiel. Das sogenannte Spanische Modell wird mittlerweile von der WHO empfohlen und fußt auf zwei Aspekten. Zum einen beinhaltet die Widerspruchslösung, dass jeder Spanier, der im Todesfall nicht zum Organspender werden will, das aktiv im Vorfeld verkünden muss. Zum anderen gibt es eine koordinierende nationale Organisation, die alle Abläufe in die Hand nimmt, in jedem wichtigen Krankenhaus gibt es Koordinatoren, meist Ärzte, die im Sinne dieser Organisation tätig werden.

Organpate werden - Tour der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) macht in ganz Deutschland Station

In Deutschland hakt es bei den Organspenden sowohl an der wenig verzahnten Organisation als auch an der Anzahl der Spender. Die Informationstour "Organpate werden" ist am 7. März 2011 in der Medizinischen Hochschule Hannover gestartet und wird nach und nach in ganz Deutschland zu Gast sein. Das Ziel dieser Informationskampagne ist, die Deutschen umfassend zum Thema Organspende zu informieren und sie als Organpaten zu gewinnen. Es geht aber nicht darum, möglichst viele Menschen zu überzeugen, einen Organspendeausweis auszufüllen, sondern darum, so viele Informationen wie möglich zu geben, damit jeder eine für sich passende Entscheidung treffen kann.

Organpaten entscheiden sich für einen Organspendeausweis, tragen diesen bei sich und sorgen dafür, dass sie Leben retten könnten, auch nach dem Tod. Darüber hinaus regen sie aber ganz allgemein auch dazu an, das Thema Organspende bekannter zu machen, in Gesprächen mit Freunden, Bekannten, der Familie und Arbeitskollegen. Sie sollen Unsicherheiten und Ängsten zum Thema mit adäquater Information begegnen, in der Hoffnung, dass sich im Schneeballsystem die Einstellung verbreitet, Organspender werden zu wollen. Aus einer Studie der BZgA ist nämlich bekannt, dass im Grunde drei Viertel der deutschen Bevölkerung bereit wären, Organe zu spenden, aber nur ein Viertel sich im Besitz eines Organspendeausweises befindet.

Dem Thema Transplantation von Organen näher kommen

Die Organpaten-Tour macht überall dort Station, wo die Menschen zu finden sind, die Informationen brauchen können, in Kliniken, Ministerien, Einkaufszentren, auf dem Kirchentag und auf Kongressen. Die Besucher finden eine Vielzahl von Informationen in verschiedenster Form vor. Man kann erfahren, wie Transplantierte mit dem neuen Organ leben, wie eine Transplantation abläuft, welche Organe überhaupt transplantiert werden können, dass man, wenn man sich zur Organspende entscheidet, selbst festlegen kann, welche Organe im Todesfalle entnommen werden dürfen und welche nicht und vieles mehr. Es gibt interaktive Ausstellungselemente, Filme, Musik, Lesungen, eine Aktionsbühne und man kann sowohl Menschen, die sich für eine Organspende entschieden haben, als auch Menschen, die eine solche empfangen haben, direkt ansprechen und nach Motivation, Einstellung und Lebenszufriedenheit befragen.

Die Informationstour macht nacheinander, meist für mehrere Tage, in verschiedenen deutschen Städten Halt, im März 2011 ist sie nach Hannover noch in Karlsruhe zu finden, im April 2011 in München und Duisburg, im Mai wieder in München, anschließend in Berlin. Im Juni 2011 gibt es Stationen in Dresden und Frankfurt, im Juli 2011 in Saarbrücken, im August wieder in Berlin, im September 2011 in Ludwigshafen. Die beiden letzten Stationen sind im Oktober 2011 in Regensburg und Erfurt.

Informationen zum Thema Organspende bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Die BZgA hat eine eigene Homepage für die Organpaten-Tour eingerichtet. Hier finden sich alle Termine der Tour, auch die genauen Orte. Man kann Organpaten begegnen, einen Organspendeausweis bestellen und in Filmen erfahren, wie sich Transplantierte mit dem gespendeten Organ fühlen und was sie dazu denken.

Eine bewusste Entscheidung für oder gegen eine Organspende im Falle des eigenen Todes kann übrigens auch die Angehörigen entlasten. Wenn der Verstorbene zu Lebzeiten eine Entscheidung gefällt und dokumentiert hat, müssen sich Familie und Freunde im Todesfall nicht damit auseinandersetzen, was der Verstorbene mutmaßlich wohl gewollt hätte oder nicht. Das belastet zum Todesfall zusätzlich und die Hinterbliebenen sind sich auch selten wirklich sicher, ob das Ja oder Nein zur Organspende nach dem Tod wirklich im Sinne des Verstorbenen war. Auch das Gespräch darüber, noch zu Lebenszeiten, will die Organpaten-Tour anregen.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Bildnachweis: © BZgA / bzga.de

Manuela Käselau, www.valeriewagner.de

Manuela Käselau - Schreiben zu können fand ich gleich nach dem Erlernen desselben eine prima Sache. Und mit der Anwendung hat es dann auch gleich recht ...

rss