Ornamente des Jugendstils

Die Ornamente des Jugendstils sind geschwungen, lebendig und kommen oft aus dem floralen Bereich. Es gab hierbei zwei verschiedene Richtungen.

Der Jugendstil dauerte ca. 20 Jahre und kam besonders in der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert zum Ausdruck. Neben der Bezeichnung „Jugendstil“, der in Deutschland, Niederlande, Lettland und nordischen Ländern Gebrauch findet, drückt sich diese Art des Baustils auch als „Modern Style“, „Wiener Secession“ oder „Fin du siècle“ aus.

Typische Baumerkmale des Jugendstils

Der Jugendstil ist geprägt durch betonte und bewegende Elemente. Aber auch geschwungene, von der Natur inspiriert pflanzliche und abstrakte Linienornamente sind typisch für den Baustil. Zudem sind in den Ornamenten teilweise Skulpturen eingearbeitet. Aber auch am Bauwerk selbst wurden viele Skulpturen befestigt. Dadurch wirkt der Jugendstil alles andere als statisch. Dabei haben diese Verzierungen einfach nur den Zweck zur Verschönerung des Gesamtkunstwerkes. Jedes Gebäude wirkt dadurch individuell in seiner Wirkung.

Die Treppengeländer in manchen Gebäuden wirken wie verworrene Efeuranken. Die Umrisslinien werden sehr betont und eine Art Symmetrie ist zu erkennen. Die Fenster in den Gebäuden sind sehr groß. Sie sind jedoch oft durch Balken in kleinere Abschnitte geteilt. Dennoch wird das gesamte Zimmer durch diese Fenster mit Licht durchflutet. Außerdem werden die Fenster noch mit Bögen verziert.

Richtungen des Jugendstils

Der Jugendstil kann eine plastisch verschleifende Richtung einschlagen, aber auch einen kubisch kristallinen Stil annehmen. Die romanischen Länder waren vor allem von den üppig plastischen Formen ausgestattet. Die „Casa Milá“ in Barcelona von Antonio Gaudi ist hierbei ein sehr markantes Beispiel. Das Gebäude erscheint wie eine gewaltige Skulptur, welches scheinbar mit knetbarem Material geformt wurde. Auf gerade Linien und rechte Winkel wurde weites gehend verzichtet. Die Fassade wirkt mit ihren welligen Stufen und Balkongitter sehr dynamisch. Es sieht aus, als würden Wasserpflanzen emporsteigen. Den kubisch geometrischen Gegenpol vertreten Otto Wagner, Joseph Maria Olbrich und Josef Hoffmann. Dabei werden insbesondere Formen wie das Quadrat und der Kubus verwendet.

Zitate über den Jugendstil:

  • "Jugendstil: Ein beabsichtigter neuer „Stil“, setzte sich bewusst gegen den Historismus ab und leitete die Moderne ein. … ein Stil der Dekoration und des Ornaments. Ziel: Das Gesamtkunstwerk. Die Isolierung der Künste soll überwunden werden." Weltgeschichte in einem Griff, S. 763
  • "Jugendstil … Versuch, nach den Nachahmungen der alten Stilformen einen durch Benutzung linearer Ausdruckselemente neuen, materialgerechten Kunststil zu entwickeln." Weltgeschichte in einem Griff, S. 759
  • "Der Jugendstil ist als Bewegung gegen die historischen Stile des 19. Jahrhundert entstanden. Er suchte nach neuen Formen, die alle Bereiche der Kunst und des Lebens durchdringen sollten." Meyers großes Taschen-Lexikon, Band 11 S. 80
  • "Jugendstil … eine Stilepoche, die in bewusstem Gegensatz zum Historismus und Impressionismus des 19. Jahrhundert unter Vernachlässigung der räumlichen Illusion eine flächenbetonte Ornamentik erstrebte und den Linienfluss vegetabiler Formen einheitlich auf die Erzeugnisse des Kunstgewerbes übertrug." Bertelsmann Universallexikon 1995