
- Oscar 2011 - (c) A.M.P.A.S.
Die Golden Globes und Baftas, die Kritikerpreise und Auszeichnungen der verschiedenen Gewerkschaften sind verliehen, nun steht am 27. Februar 2011 der wichtigste Filmpreis Hollywoods auf dem Programm: Zum 83. Mal werden die Oscars vergeben. Und in diesem Jahr versprechen die Hauptkategorien des Abends durchaus noch Spannung.
Colin Firth erhält einen Oscar als bester Hauptdarsteller
Alles andere als ein Oscar-Gewinn von Colin Firth als bester Hauptdarsteller wäre eine faustdicke Überraschung. Er hat die wichtigsten Kritikerpreise gewonnen, wurde mit einem Golden Globe, einem SAG-Award und dem Bafta ausgezeichnet – und darüber hinaus liefert er in „The King’s Speech“ eine herausragende schauspielerische Leistung ab. Schon im letzten Jahr war er für „A Single Man“ nominiert, in diesem Jahr dürfte er nun die verdiente Trophäe erhalten.
Natalie Portman ist die große Favoritin als beste Hauptdarstellerin
Für ihre Rolle als Ballerina Nina in „Black Swan“ wurde Natalie Portman ebenfalls mehrfach ausgezeichnet, so dass sie als große Favoritin auf einen Oscar gilt. Allerdings neigen die Mitglieder der Academy auch dazu, Auszeichnungen für eine großartige Karriere zu vergeben – wie im letzten Jahr der Oscar für Jeff Bridges. In diesem Jahr könnte daher Annette Bening für „The Kids Are All Right“ den Preis erhalten. Sie ist zum vierten Mal nominiert und bislang immer leer ausgegangen.
David Fincher könnte den Oscar für die beste Regie erhalten
Meistens erhält der Regisseur des Films, der bei den Academy Awards als bester Film ausgezeichnet wird, auch den Oscar für die beste Regie. Doch in diesem Jahr deutet vieles auf eine Abweichung hin. Obwohl Tom Hooper überraschend den einflussreichen DGA-Award erhalten hat, ist David Fincher spätestens nach seinem Sieg bei den britischen Filmpreisen der große Favorit. Dort hatte „The King’s Speech“ sieben Auszeichnungen – darunter für den besten Film – erhalten, aber der Regie-Bafta ging an David Fincher für „The Social Network“. Einen ähnlichen Ausgang könnte es auch bei den Academy Awards geben.
Der Oscar für den besten Film – „The King’s Speech“, „The Social Network“ oder doch „True Grit“?
Der Favorit in der Kategorie des besten Films ist „The King’s Speech“. Das Drama von Tom Hooper galt zu Beginn der Preisverleihungssaison schon als heißer Kandidat, dann dominierte „The Social Network“ die Kritikerpreise. Doch mit den Guild-Awards rückte „The King’s Speech“ wieder in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Grundsätzlich gelten diese Preise der Berufsverbände als aussagekräftiger, da viele Mitglieder sowohl in den Guilds als auch der Academy stimmberechtigt sind. Darüber hinaus spricht aber auch das Abstimmungsverfahren bei den Oscars für „The King’s Speech“. Durch das Ranglistenprinzip hat ein Film, der viele gute Plätze erhält, bessere Chancen als ein Film, der polarisiert und daher von einigen den Spitzenplatz, von anderen aber einen der hinteren Ränge erhält.
Das spricht für „The King’s Speech“, allerdings ist der zehnmal nominierte Western„True Grit“ erst sehr spät in die Preisverleihungssaison eingestiegen, wird seither aber weltweit gefeiert. Daher sollte niemand diesen Film zu früh abschreiben.
Oscar 2011 – Christian Bale ist Favorit als bester Nebendarsteller
Für seine Rolle des cracksüchtigen Boxers Dicky Eklund in „The Fighter“ ist Christian Bale zum ersten Mal für einen Oscar nominiert und ist zweifellos der Favorit in dieser Kategorie. Bei einem insgesamt guten Abschneiden von „The King’s Speech“ ist aber auch mit Geoffrey Rush zu rechnen, zumal die Academy-Mitglieder für den Film, der ihnen insgesamt gut gefallen hat, häufig in allen Kategorien abstimmen.
Melissa Leo, Helena Bonham Carter oder Hailee Steinfeld? Viel Spannung bei der besten Nebendarstellerin
Nachdem Mo’nique im letzten Jahr die Nebendarstellerin-Kategorie dominierte, ist es in diesem Jahr weitaus spannender. Lange Zeit galt Melissa Leo („The Fighter“) als sicherer Tipp, aber auch in dieser Kategorie gilt: Sollte „The King’s Speech“ der Abräumer des Abends werden, hat Helena Bonham Carter hervorragende Chancen. Hinzu kommt die Nominierung von Hailee Steinfeld für „True Grit“, die viele in der Hauptdarstellerkategorie erwartet hätten. Hier hätte die 15-jährige Schauspielerin gegen Natalie Portman und Annette Bening wohl keine Chance gehabt, aber die Academy zeichnet gerade in der Nebendarstellerkategorie sehr gerne junge Schauspieler aus.
„Toy Story 3“ und Aaron Sorkin gelten als sichere Gewinner
Kaum eine Überraschung wird es in der Kategorie des besten Animationsfilms geben. Hier gilt der Disney-Pixar-Streifen „Toy Story 3“ als der sichere Sieger, zumal er auch als bester Films ins Rennen geht.
Auch in der Kategorie des besten adaptierten Drehbuchs steht nach Meinung der Experten und Kritiker der Sieger fest: Aaron Sorkin dürfte für „The Social Network“ mit diesem Oscar nach Hause gehen.
Die Oscarverleihung im deutschen Fernsehen live auf ProSieben
Gewissheit bringt wie immer erst die Oscarverleihung am 27. Februar 2011, die auch in diesem Jahr wieder live auf ProSieben zu sehen ist. Der Münchener Sender überträgt darüber hinaus auch die Vorberichterstattung, in der die Zuschauer Stars wie Scarlett Johannson, Robert Downey jr, Russell Brand, Reese Witherspoon und Tom Hanks über den roten Teppich laufen sehen können. Durch die Verleihung im Kodak Theatre in Los Angeles führen in diesem Jahr James Franco und Anne Hathaway.
