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Ostereier – ein Symbol der Fruchtbarkeit und des Lebens
Eier sind in vielen Kulturen ein Symbol für Fruchtbarkeit. Deshalb verschenkten die Chinesen schon vor 5000 Jahren Eier.
Beim jüdischen Paschamahl verzehrt die Familie Eier, die sie an die Befreiung aus der Sklaverei erinnern. Denn so wie die harte Schale des Eis aufbricht, wenn ein Kücken schlüpft, so brach Israel aus der Knechtschaft auf in ein neues Leben.
Im Mittelalter aß man in der Fastenzeit weder Eier noch andere von Tieren stammende Speisen. Am Ende der Fastenzeit gab es eine Fülle von Eiern, die die Bauern, wenn das Pachtjahr am Gründonnerstag ablief, als Zahlung an ihre Lehnsherren abgaben. Rote Eier symbolisierten die Freude über die bezahlte Pacht. Am Ostermorgen wurden diese Eier in der Kirche gesegnet und danach verschenkt.
Natürlich symbolisiert das Rot auch die Passion Jesu, der am Ostermorgen ein neues Leben erhält.
Erst ab dem 17. Jahrhundert wurden Eier in anderen Farben bemalt; kunstvoll verziert und mit christlichen Symbolen versehen. Zettel mit guten Wünschen verbargen sich in ausgeblasenen Eier. Am russischen Zarenhof fertigte man Eier aus den kostbarsten Materialien.
Beim Eierditschen schlagen die Konkurrenten hart gekochte Eier aneinander. Der, dessen Ei kaputtgeht, hat verloren.
Ein anderer Brauch ist das Eierrollen. Im Mittelalter wohnten die wohlhabenden Bürger am Steilufer. Sie kullerten der ärmeren Bevölkerung, die in dem vom Hochwasser gefährdeten Gebieten lebten, Eier den Hang herab.
Osterhase – Symbol für Frühling und Fruchtbarkeit
Der Osterhase kam erst ab dem 17. Jahrhundert hinzu. Heute ist er das Symboltier für Ostern, ein Sinnbild für Leben und Fruchtbarkeit. Er gilt als der Lieferant der Schokoladeneier.
Auf einigen alten bemalten Ostereiern ist das Dreihasenbild zu sehen. Ein Dreihasenbild zeigt drei Hasen, die aber durch die Doppelverwendung nur drei Ohren brauchen, obwohl jeder Hase zwei Ohren besitzt. Bis heute gilt diese Darstellung als Symbol für die Dreieinigkeit. Ostern ist ein Fest des dreieinigen Gottes. Gott Vater schenkt durch die Lebenskraft des Hl. Geistes seinem Sohn Jesus Christus neues Leben. Vielleicht sind deshalb die Dreihasenbilder die Wurzel für den Osterhasen.
Osterlamm – siegreich im Tod
In ländlichen Gegenden backen Familien ein Osterlamm, welches an das jüdische Paschalamm erinnert. Das Blut des Paschalammes wurde an die Türen der Israeliten gestrichen, um die in den Häusern lebenden Familien zu verschonen. Die Erstgeburt der Ägypter dagegen starb, weil sich an ihren Türpfosten kein Blut fand.
Für Christen ist Jesus Christus das wahre Osterlamm, weil er sein Blut für die Menschen vergoss. Schon Paulus nannte Jesus Christus das Osterlamm (1 Kor 5,7) und Johannes der Täufer zeigt auf Jesus und sagt: „Seht, das Lamm Gottes.“ (Joh 1,29). In Jesus, so sagen die biblischen Texte, haben sich die Prophetien vom Lamm Gottes (Es 53,7), das für die anderen geschlachtet wird, erfüllt.
Ein Osterlamm wurde im Tempel geopfert, und Jesus Christus opferte sich am Kreuz für die Menschen. Doch der Gekreuzigte ist der Auferstandene, d.h. Gott hat das Opfer gewandelt. Darum trägt das Osterlamm oft eine Siegesfahne. Jesus Christus wurde nicht vom Tod besiegt, sondern hat den Tod überwunden.
Das Osterbrot
In der gallischen Kirche reichte man das Osterbrot denen, die nicht zur Kommunion gehen konnten. Dieses Brot war geweiht, aber nicht in der Messe konsekriert worden.
Noch heute wird in den orthodoxen Kirchen am Ende des Gottesdienstes das Antidoron – eben geweihtes Brot – ausgeteilt.
Osterbrote werden oft in bestimmten Formen gebacken, als Osterzopf, Kringel oder in Tierform.
Osterwasser – ein Symbol für die Taufe
Einem alten Brauch nach macht das Osterwasser schön und erhält die Gesundheit und Jugend. Deshalb eilten unverheiratete Mädchen am Ostermorgen zu einer Quelle oder einem Bach und wuschen sich dort. Damit der Zauber wirksam wurde, musste der Weg schweigend zurückgelegt werden und man bespritzte sich gegenseitig mit Osterwasser.
Wasser spielt im christlichen Glauben eine zentrale Rolle. Bei der Taufe ist Wasser unverzichtbar und Ostern ist bis heute der zentrale Tauftermin.
Osterfeuer – der Auferstandene ist das Licht der Welt
Vielerorts werden Osterfeuer entzündet und zwar in der Nacht zum Ostersonntag. Vorher sammelt man gemeinsam Holz und baute auf Anhöhen und Bergen einen Holzstoß auf.
Wagenräder werden mit Stroh umwickelt, dann setzt sie in Brand und lässt sie die Berge hinunterrollen.
Diese Feuer erinnern an Christus, dem Licht der Welt. So wie das Feuer und Licht von den Bergen kommt, so kommt in Jesus Christus das Licht vom Himmel.
Als Israel durch die Wüste zog, spielte das Feuer eine große Rolle. In der Nacht bietet Feuer Orientierung, und so kann das Osterfeuer auch im übertragenden Sinn für Christen gedeutet werden.
Das Ostergelächter
Das Ostergelächter das „risus paschalis“ (lat.) – ja, da hatte der Pfarrer die Aufgabe am Ostersonntag seine Gemeinde zum Lachen zu bringen und zwar durch Witze und Scherze.
Ostertanz
In Frankreich gab es den Ostertanz, wo die Geistlichen am Ostermorgen singend und tanzend und manchmal sogar Ball spielend durch die Kirche zogen.
Osterritt
Regional begrenzt gibt es auch den Osterritt, wo Reiter von Ort zu Ort die Botschaft der Auferstehung bringen. Mit sich führen sie Fahnen und Kreuz, sie singen und beten auf ihrem Weg.
