Ostern in aller Welt

Andere Länder, andere Sitten. Ostereier und Osterhasen gibt es nicht überall, jedes Land hat seine eigenen Traditionen.

Ostern ist das älteste und bedeutendste Fest im Kirchenjahr. Die Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi ist einer der Grundpfeiler des christlichen Glaubens. Zahlreiche Rituale und Bräuche gehören rund ums Osterfest dazu, von denen auch viele nicht christlichen Ursprungs sind, die später mit dem Christentum in Zusammenhang gebracht wurden. In heidnischen Zeiten wurde mit den Riten der Frühling begrüßt und sollte Wachstum, Fruchtbarkeit und die Ernte sichern. So stammt zum Beispiel das Osterwasser von den Germanen, die damit ihre Fruchtbarkeitsgöttin Ostera verehrten. Das Osterfeuer wiederum kommt aus dem römischen Reich und begrüßte die Sonne.

Die Gewohnheit, Ostereier zu bemalen und zu verstecken, hat verschiedene Ursprünge. Schon im alten Ägypten waren bemalte Eier bekannt. Im Mittelalter wurden zu Ostern der Zins und die Pacht mit Eiern bezahlt. Der Hase, aufgrund seiner Vermehrungsrate ein gutes Beispiel für Fruchtbarkeit, kam erst später hinzu. Manche Bräuche sind allerdings eher etwas absonderlich.

Wie feiern nun andere Länder Ostern?

In der Bretagne werden Veilchen ausgesät. Das sind die Blumen der griechischen Fruchtbarkeitsgöttin Persephone.

In Finnland schlagen sich die Menschen leicht mit Birkenruten, in Anlehnung an die Palmwedel beim Einzug Jesu in Jerusalem. Am Ostersonntag wird die stille Zeit mit lautem Krach von den Kindern beendet, die durch die Straßen ziehen.

In Frankreich wird erzählt, wenn die Glocken von Karfreitag bis Ostersonntag schweigen, dass sie nach Rom geflogen sind. Am Sonntag, wenn sie zurückfliegen, lassen sie all die Süßigkeiten fallen, die dann gesucht werden müssen.

In Island glaubt man, dass man am Ostermorgen vor Trollen und wilden Tieren sicher ist.

Die Italiener nutzen Ostern für ein großes Familienpicknick, Pasquetta genannt. Es gibt einen salzigen Kuchen mir gekochten Eiern und Spinat. Sehr wichtig genommen wird die Karfreitagsprozession.

In Russland wird die Fastenzeit sehr streng genommen, dafür wird danach umso besser gegessen. Zur Messe tragen die Gemeindemitglieder Kreuze und Kerzen um die Kirche.

Ostern in Übersee

In Kolumbien gibt es weder den Osterhasen noch Ostereier. Selbst der Ostermontag wird nicht gefeiert. Das Osterfest beginnt am Gründonnerstag und geht bis zum Ostersonntag.

Australier verstecken statt der Hasen Osterbilbys. Das sind kleine, hasenähnliche Beuteltiere. Hasen und Kaninchen sind nicht sehr beliebt, weil sie sich so schnell verbreiten und dem ohnehin kargen Land viel Schaden zufügen.

Auf den Philippinen nehmen die Osterprozessionen mitunter groteske Züge an. Menschen lassen sich ans Kreuz schlagen und mit einer Dornenkrone bestücken, nachdem sie sich selbst gegeißelt haben. Solche Spektakel sind ein großer Touristenmagnet. Viele Menschen kommen auch aus anderen Ländern, um sich kreuzigen zu lassen.

Die First Lady der USA lädt jedes Jahr zu Ostern Kinder mit ihren Eltern ins Weiße Haus ein, zum "Easter Egg Roll". Die Eier müssen möglichst schnell ins Ziel gerollt werden. In New York wird die Fifth Avenue am Ostersonntag zu einem Tollhaus. Tausende verkleiden sich, als Hasen oder mit riesigen Hüten, und ziehen die Straße auf und ab.

In China kennen nur die wenigen Christen Ostern. Der atheistische Teil der Bevölkerung kann mit Ostern und seinen Bräuchen nichts anfangen.

Claudia Seise - Ich wurde 1976 in Stollberg im Erzgebirge geboren. Schon als Kind hatte ich eine geflügelte Fantasie und schrieb Kurzgeschichten. Ich ...

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