Ostern in Spanien

Mit dem Wohnmobil zur Semana Santa in Sevilla & Co.

Osterprozession in Aracena - Lou Avers
Osterprozession in Aracena - Lou Avers
Die Osterwoche ist ein feierlicher Höhepunkt im spanischen Festkalender. Gerade deshalb ist auch eine Reise mit dem Wohnmobil dorthin besonders wertvoll.

Dröhnender Bass, die Blaskapelle schwitzt. Getragene Musik hallt durch die abendlichen Gassen. Menschentrauben drängeln sich am Straßenrand. Die Zuschauer machen die Hälse lang. Jeder will einen Blick auf den prunkvoll geschmückten Altar der Madonna oder dem gekreuzigten Christus erhaschen. An ausgestreckten Armen klicken die Digitalkameras und Fotohandys um die Wette. Die aufwendig zelebrierten Prozessionen mit diversen Bruderschaften, kunstvoll gestalteten Altarbildnissen, Büßern und reichlich Dramatik ziehen auch Touristen aus aller Welt an.

Die spanische Semana Santa ist ein beeindruckend inszeniertes Spektakel

Zehn bis zwanzig Träger, meist versteckt unter den Samtverkleidungen goldener Altarsänften, wuchten im Wiegeschritt prunkvolle Kreuzigungsszenen durch die Menge. Der dumpfe Bass der Blasmusik gibt den Rhythmus vor. Begleitet von den Bruderschaften mit Kapuzentrachten in allen Farben. Die purpurnen, weißen, schwarzen oder auch kobaltblauen trichterförmigen Kopfbedeckungen geben nur die Augen ihrer Träger frei. Eine Verkleidung, die ungut an den Ku-Klux-Klan erinnert.

Sie gehören zu den Prozessionen wie die mit schwarzen Spitzen bedeckten Senhoras, die barfüßigen Geißler und die Kapellen. Ein blumengeschmückter Altar mit lebensgroßen Figuren ist beeindruckender als der andere. Manche wiegen mehrere Tonnen. Die Pfarreien konkurrieren untereinander mit den schönsten Kunstwerken. Enthusiastische Viva- Rufe, frenetischer Applaus, Kusshand und weiße Tücher zum Gruß der Muttergottes, kullernde Tränen - auch bei gestandenen Machos… Die Spanier feiern ihre Osterwoche Semana Santa mit Herz und viel Leidenschaft.

Ostern in Spanien - Es muss nicht immer nur Sevilla sein

Das andalusische Sevilla (Fotos Lou Avers) ist unbestritten die Tourismushauptstadt in Sachen Semana Santa . Doch gibt es auch andere kleinere Städte und Orte, die ihre Osterprozessionen emotional und mit viel Liebe gestalten. Die UNESCO Weltkulturerbestadt Cáceres in der spanischen Extremadura beeindruckt mit besonders aufwendigen Prozessionen. Fast eine Woche lang, dreimal am Tag, machen die Altarszenen ihre Runde durch die mittelalterliche Altstadt. Der Höhepunkt ist die von Fackeln begleitete Mitternachtsprozession des gekreuzigten Cristo Negro, die in ehrfürchtiger Totenstille von der romanischen Kathedrale durch die engen von tausenden Menschen gesäumten Gassen zieht.

Auch die Bergdörfer der Sierra de Aracena im andalusischen Hinterland lassen sich an Ostern nicht lumpen. In Aracena beginnt die traditionelle Karfreitagsprozession an der mittelalterlichen Dorfkirche auf einem Berg hoch über dem Ort. Nachwuchs müssen die Bruderschaften nicht fürchten. Das Tragen der Büßergewänder und die Teilnahme an einer Semana Santa ist eine Ehre auch unter den Kindern und Jugendlichen. Oft geht die Tradition in der Familie von Generation zu Generation über.

Wohnmobilstellplätze an besonderen Osterschauplätzen Spaniens

Wohnmobiltouristen finden in Sevilla einen Campingplatz, der sich während der Osterwoche als sichere Übernachtungsalternative anbietet. Es empfiehlt sich aus Sicherheitsgründen nicht, frei und alleine zu übernachten. Die Stadt platzt in den Feiertagen aus allen Nähten und die Diebstähle und Delikte nehmen zu. In Cáceres gibt es einen ausgewiesenen Wohnmobilstellplatz für etwa 15 Mobile, mit Ver- und Entsorgung. In Aracena geht es etwas gemütlicher zu. Auch dort haben Wohnmobile einen ausgewiesenen Parkplatz zum problemlosen und sicheren Übernachten.

Mit dem Wohnmobil zur spanischen Semana Santa – Anreise rechtzeitig planen

Egal für welches der zahlreichen Ziele eines Osterurlaubs sich der Wohnmobilist entscheidet: Zur Semana Santa wird es überall in Spanien voll. Das heißt, rechtzeitig Camping- und Stellplätze anfahren und sich mit Wasser und Einkäufen eindecken. Wer auf den letzten Drücker am Karfreitag anreist, wird mit ziemlicher Sicherheit Schwierigkeiten haben, sein Mobil zu parken. Besonders in Sevilla wird die Parkplatzssuche dann zu einer wahren Geduldsprobe. Gerade mit einem Reisemobil kann man den Vorteil der Flexibilität nutzen und ist nicht auf Hotelbetten angewiesen. Unbedingt ist in dieser Zeit auf erhöhte Sicherheit zu achten.

Silvia E. Baumann, Lou Avers

Silvia Baumann - Herzlich Willkommen auf meiner Profil-Seite! Seit 18 Jahren nimmt mich meine Leidenschaft - das Reisen - voll und ganz in Anspruch. Als ...

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