979 kam es in Italien zu neuen Problemen. Papst Benedikt VII. musste Rom verlassen und wandte sich an den Kaiser. Otto II. reiste mit Theophanu und seinem Sohn in den Süden. Zum Stellvertreter im Reich wurde der Mainzer Erzbischof Willigis ernannt.
In Byzanz war Kaiser Johannes Tzimiskes 976 gestorben. Seine Familie, aus der Ottos Gemahlin Theophanu stammte, wurde von den neuen Machthabern verfolgt. Und seit 976 rückten die Sarazenen immer weiter nach Kalabrien vor.
Ankunft in Pavia
Am 5. Dezember 980 war der König Pavia. Dort legte er den Streit mit seiner Mutter Adelheid bei. Anfang Februar 981 erreichte Otto II. dann Rom und er konnte die Rückkehr von Papst Benedikt VII. erreichen. Ostern 981 wurde in Rom ein prunkvoller Hoftag abgehalten. Die beiden Kaiserinnen Theophanu und Adelheid sowie Ottos Schwester Mathilde waren zugegen. Teilnehmer waren König Konrad von Burgund, Herzog Hugo Capet von Franzien, Herzog Otto von Schwaben und viele weitere weltliche und geistliche Würdenträger aus Deutschland, Italien und Frankreich.
Im Sommer 981 starb Adalbert, der erste Erzbischof von Magdeburg. Otto bestimmte den Merseburger Bischof Giselher zum Nachfolger und hob das Bistum Merseburg auf.
Der Anspruch von Otto II. auf ganz Italien
Otto II. war mit der von seinem Vater erreichten Herrschaft über den Norden Italiens wohl nicht zufrieden. Er wollte ganz Italien dem Reich eingliedern. Diesen Anspruch auf die Herrschaft über Süditalien untermauerte der Kaiser durch die Annahme eines neuen Titels: „Romanorum Imperator Augustus“. Doch dieser Anspruch führte unweigerlich zum Konflikt mit Byzanz und den nach Süditalien drängenden Sarazenen.
In Süditalien konnte der langobardische Fürst Pandulf Eisenkopf noch unter Otto I. eine Herrschaft über das Fürstentum Capua, das Herzogtum Benevent, das Herzogtum Spoleto und die Markgrafschaft Camerino erringen. Pandulf, der Otto I. gehuldigt hatte, starb im Frühjahr 981. Eine der wichtigsten Stützen der Herrschaft Ottos II. in Mittelitalien entfiel. Byzanz machte seine Ansprüche auf diese langobardischen Fürstentümer wieder geltend. Dagegen griff Otto II. nach dem Tod Pandulfs aktiv in die langobardischen Fürstentümer ein und wollte sie seiner Herrschaft unterwerfen.
Feldzug gegen die Sarazenen
In Süditalien griffen die Sarazenen unter der Führung des Emirs Abu al-Qasim das süditalienische Festland an. Otto II. ließ einen Feldzug vorbereiten. Der begann am 22. September 981. Otto konnte Salerno einnehmen. Dann belagerte und eroberte er Ostern 983 Tarent. In Rossano blieben seine Gemahlin und der Hofstaat. Denn der Zusammenstoß mit den Truppen des Emirs Abu al-Qasim war zu erwarten.
Am 15. Juli 982 kam es zur Schlacht am Kap Colonna bei Columna nördlich von Reggio di Calabria. Zunächst war das Heer Ottos siegreich. Der Emir fiel im Kampf. Doch nach der Schlacht griffen noch einmal Reserven der Sarazenen an. Die vernichteten die Truppen des Kaisers fast vollständig. Der Kaiser rettete sich auf ein byzantinisches Schiff. Von dem rettete er sich vor Rossano durch einen Sprung ins Meer. Ihren Erfolg nutzten die Sarazenen nicht. Sie beschränkten ihre Herrschaft auf Sizilien. Otto zog nach Rom.
Regelung der Nachfolge des Kaisers auf dem Hoftag von Verona
Nach dieser Niederlage des Kaisers verlangten die Großen des Reiches ein Treffen mit dem Kaiser. Pfingsten 983 kam es zu einem Hoftag in Verona einberufen. Der stärkte die Stellung der Fürsten des Reiches. Die wichtigste Entscheidung von Verona war die Wahl des dreijährigen Otto III. zum König des Reiches. Der Knabe zog mit den Teilnehmern des Hoftages nach Norden und wurde in Aachen gekrönt.
Tod von Otto II. in Rom
Im September 983 begab sich Otto II. erneut nach Rom. Dort bestimmte er seinen Kanzler Bischof Petrus von Pavia zum Nachfolger für den verstorbenen Papst Benedikt VII. Eine Malariainfektion zwang den Kaiser dann aufs Krankenlager. Er starb unerwartet am 7. Dezember 983 und wurde in einer Vorhalle von St. Peter in Rom beigesetzt.
Literatur
- Ludger Körntgen: Ottonen und Salier. 3. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-23776-0
- Hagen Keller und Gerd Althoff: Spätantike bis zum Ende des Mittelalters. Die Zeit der späten Karolinger und der Ottonen. Krisen und Konsolidierungen 888–1024. 10. Auflage, Klett-Cotta Stuttgart 2008, ISBN 978-3-608-60003-2
