Otto III. - römisch-deutscher König von 983 bis 1002

König Otto III. war durch von seinem Vater ungelöste Probleme geprägt und er musste in Italien eine schwere militärische Niederlage hinnehmen.

Otto III. aus dem Geschlecht der Liudolfinger wurde 983 im Alter von 3 Jahren zum römisch-deutscher König gekrönt. 994 übernahm er nach der Regentschaft durch seine Mutter Theophanu bzw. später seiner Großmutter Adelheid selbst die Regierungsgeschäfte. 996 wurde er in Rom zum Kaiser gekrönt.

Eltern, Kindheit, Jugend

Otto III. kam um den 1. Juli 980 im Reichswald Kessel bei Kleve zur Welt. Er war der Sohn von Kaiser Ottos II. und dessen Frau Theophanu. Er hatte drei Schwestern Adelheid, Sophia und Mathilde.

Im Alter von drei Jahren ließ sein Vater ihn im Mai 983 auf einem Hoftag in Verona von den Großen des Reiches zum König wählen. Mit Teilnehmern des Hoftages reiste Otto III. nach Aachen. Weihnachten 983 wurde er von den Erzbischöfen Willigis von Mainz und Johannes von Ravenna zum König gekrönt. Nach den Feiern zur Krönung traf die Nachricht vom Tod seines Vaters in Aachen ein.

Danach kam es zu einer Auseinandersetzung in der Familie der Liudolfinger um die Königswürde. Darauf meldete der bayrische Herzog Heinrich der Zänker, wie nach dem Tod von Otto I., erneut Ansprüche auf den Thron an. Mehr dazu in dem Beitrag „Heinrich der Zänker beanspruchte die Nachfolge von Otto II.

Nach dieser Auseinadersetzung mit Heinrich übernahm seine Mutter Theophanu die Regentschaft für Otto III. Graf Hoico und der spätere Hildesheimer Bischof Bernward kümmerten sich um die Erziehung des Knaben. 991 starb Theophanu und die Regentschaft übernahm seine Großmutter Adelheid.

Antritt der Herrschaft 994

994 wurde Otto III. vierzehn Jahre alt und trat nun selbst die Herrschaft an. Im Sommer 995 hielt er einen Hoftag in Quedlinburg ab. Er führte mit der Unterstürzung von böhmischen und polnischen Soldaten die seit dem Slawenaufstand von 983 durchgeführten Feldzüge gegen die Elbslawen weiter.

Im September 995 schickte er den Erzbischof Johannes Philagathos und den Bischof Bernward von Würzburg zur Brautwerbung nach Byzanz. Diese Verhandlungen dauerten und hatten nach dem Tod von Otto III. keine Bedeutung mehr.

Otto III. und Italien

Ab 996 hielt sich Otto III. überwiegend in Italien auf und war mit der Regelung diverser Probleme um Rom und den Papst beschäftigt.

Mehr zum Wirken von Otto III. im Süden des Reiches bietet der Beitrag „Otto III. in Italien“.

Pilgerreise nach Gnesen

Im Dezember 999 begann Otto eine Pilgerreise nach Gnesen. Als Motiv wird angenommen, das er am Grab des Heiligen Adalbert von Prag beten wolle. Ihm wurde auch unterstellt, dass er den Leichnam Adalbert als Reliquie in seinen Besitz bringen wollte.

Barfuß ging Otto mit dem Bischof Unger von Posen zum Grab Adalberts. Dann erhob er Gnesen zum Erzbistum und begründete damit eine selbstständige Kirchenorganisation in Polen. Dem neuen Erzbistum wurden das bereits bestehende Bistum Krakau und die neu zu gründenden Bistümer Kolberg und Breslau zugeordnet.

Umstritten ist, ob Otto III. in Gnesen den Herzog Boleslaw zum König krönte. Die Übergabe einer Nachbildung der Heiligen Lanze an Boleslaw wurde von ihm und polnischen Autoren wohl entsprechend gedeutet. In sächsischen Quellen gibt es darauf keinen Hinweis.

Erneute Rückkehr nach Italien

Von Gnesen reiste der König in Begleitung von Boleslaw via Magdeburg und Quedlinburg nach Aachen. Von Aachen begab er sich im Sommer des Jahres 1000 wieder nach Italien. Nach der Neuordnung des päpstlichen Besitzes in Italien und der Befriedung der Lage in Rom begaben sich Otto III. und Papst Silvester II. nach Ravenna. Otto empfing Gesandtschaften von Boleslaw Chrobry, vereinbarte mit einer ungarischen Gesandtschaft die Errichtung des Erzbistums Gran und ließ Stephan von Ungarn durch den neu ernannten Erzbischof Askericus zum König erheben. In zeitgenössischen Quellen wird auch davon berichtet, dass Otto III. in dieser Zeit von Selbstzweifeln geplagt wurde.

Der Tod von Otto III.

Ende 1001 zog er mit einem Heer gen Rom. Plötzlich hatte er mit Fieberanfällen zu kämpfen. Er starb am 23. oder 24. Januar 1002 auf der Burg Paterno bei Rom. Das von ihm geführte Heer zog nun mit seinem Leichnam von Paterna über Lucca und Verona gen Norden. Denn Otto wollte in Aachen beigesetzt werden.

Die Nachfolge von Otto III.

Im Februar 1002 erreichte der Leichezug Polling in Bayern. Hier wurde er von Herzog Heinrich IV. empfangen. Der meldete seinen Anspruch auf die Nachfolge als König an. Doch die anwesenden Großen lehnten dies ab. Nach der Beisetzung von Otto III. lehnten die Großen des Reiches in Aachen den bayrischen Herzog erneut als Nachfolger Ottos ab.

Otto III. starb kinderlos. Für seine Nachfolge hatte er keine Regelungen getroffen. Neben Herzog Heinrich von Bayern erhoben Markgraf Ekkehard von Meißen und Herzog Hermann von Schwaben Ansprüche auf den Thron.

Am 15. Februar 1002 wählten in Pavia die Großen der Lombardei Arduin von Ivrea zum italienischen König. Im Reich konnte sich der Bayernherzog Heinrich erst nach langwierigen Verhandlungen und einigen Fehden im Verlauf des Jahres 1002 als König durchsetzen. Er regierte als Heinrich II.

Literatur zu Otto III.

  • Ludger Körntgen: Ottonen und Salier. 3. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-23776-0
  • Ekkehard Eickhoff: Kaiser Otto III. Die erste Jahrtausendwende und die Entfaltung Europas. 2. Auflage, Klett-Cotta Stuttgart 2000, ISBN 3-608-94188-6.
  • Gerd Althoff: Otto III. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1997, ISBN 3-89678-021-2
  • Ekkehard Eickhoff: Theophanu und der König. Klett-Cotta Stuttgart 1996, ISBN 3-608-91798-5
  • Knut Görich: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Franz Steiner Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-0467-2