Otto III. in Italien

Der ostfränkische König Otto III. war in der Zeit, in der er selbst herrschte, sehr stark in Italien gefordert.

m März 996 brach Otto III. zum ersten Mal selbst nach Italien auf. Er strebte nach der Kaiserkrone. Doch auch in Rom war mal wieder der Papst Johannes XV. in Schwierigkeiten und bat den König um Hilfe.

Nachfolge des Papstes

Der Papst Johannes XV. war in der Zwischenzeit verstorben. In Pavia verhandelte eine römische Gesandtschaft mit Otto über die Nachfolge. Der nominierte seinen Hofkaplan Brun von Kärnten und schickte ihn in der Begleitung des Erzbischof Willigis von Mainz und des Bischof Hildebard nach Rom. Brun war der erste „Deutsche“ auf dem Stuhl Petri und amtierte als Gregor V. Doch mit diesem direkten Eingreifen in die Wahl des Papstes schuf Otto III: neue Probleme. Gregor V. hatte keinen Rückhalt im römischen Adel und war auf die Unterstürzung des Kaisers angewiesen. Die schon unter Otto I. aufflammenden Konflikte zwischen kaisertreuen Päpsten und den Kandidaten der Adelsgruppen aus der Stadt wurden stärker.

Kaiserkrönung in Rom im Mai 996

Otto III. kam im Mai 996 nach Rom. Am 21. Mai 996 wurde er von seinem Papst Gregor V. zum Kaiser gekrönt. Den Krönungsfeiern schloss sich eine Synode an. Den römischen Stadtpräfekten Crescentius schickte Otto III. ins Exil. Doch dank der Fürsprache von Papst Gregor V. wurde er begnadigt. Nach der Kaiserkrönung kehrte Otto III. in den Norden des Reiches zurück. Vom Dezember 996 bis April 997 weilte er am Niederrhein und vor allem in Aachen.

Neuer Wirbel um den Papst

Ende September 996 vertrieb Crescentius Papst Gregor V. aus Rom und setzte den Erzbischof Johannes Philagathos, einst ein Berater von Theophanu, als Gegenpapst in Rom ein.

Im Sommer 997 führte Otto III. noch einen Feldzug gegen die Elbslawen. Daran anschließend brach er im Dezember 997 zu seinem zweiten Italienzug auf. Für die Zeit seiner Abwesenheit ernannte er die Äbtissin Mathilde von Quedlinburg mit seiner Vertretung. Diese Funktion war bis dahin Herzögen und Erzbischöfen vorbehalten.

Im Februar 998 konnte Otto III. mit seinem Gefolge kampflos in Rom einziehen. Der Stadtpräfekt Crescentius hatte sich in der Engelsburg verschanzt. Gegenpapst Johannes Philagathos flüchtete und verbarg sich in einem befestigten Turm. Doch wurde er von Soldaten des ottonischen Heeres gefangen genommen und geblendet. Eine spätere Synode setzte ihn ab. Nach längerer Belagerung der Engelsburg musste sich Crescentius dem kaiserlichen Heer ergeben. Er wurde enthauptet.

Otto III. in Italien bis 999

Nach der Regelung der Papstfrage blieb Otto III. in Italien. Auf dem Palatin ließ er eine Pfalz errichten. Während seines mehrjährigen Italienaufenthaltes arbeiteten Kaiser und Papst an Reformen im kirchlichen Bereich. Vor allem sollte entfremdetes Kirchengut wieder der den geistlichen Institutionen zukommen.

999 starb nach kurzer Krankheit Papst Gregor V. in Rom. Otto III. erhob mit seinen Berater Gerbert von Aurillac wieder einen Nichtrömer zum neuen Papst. Der amtierte als Silvester II. Im Dezember 999 brach Otto III. von Rom aus zu einer Pilgerfahrt nach Gnesen auf.

Rückkehr nach Rom 1000

Von Aachen zog Otto III. im Sommer 1000 wieder nach Rom. Anfang 1001 lehnten sich die Bewohner der Stadt Tivoli gegen die kaiserliche Herrschaft auf. Otto belagerte daraufhin die Stadt und unterwarf sie wieder seiner Herrschaft.

Anfang 1001 stellte Otto III. eine kaiserliche Schenkungsurkunde für Papst Silvester aus. Darin machte er die bisherigen Päpste für die Verluste eigener Besitzungen verantwortlich. Und rügte sie, weil sie sich zu Unrecht Rechte des Imperiums anmaßten. Otto III. stellte den Vorrang des Kaisers gegenüber dem Papsttum heraus. Die historisch begründeten territorialen Ansprüche der römischen Kirche wies er zurück. Dafür überließ er dem Papsttum aus eigener kaiserlicher Macht acht Grafschaften.

Rückzug aus Rom und Tod

Dann verließen Otto III. und Papst Silvester II. das als Unsicher eingeschätzte Rom. Die folgenden Monate soll der Kaiser von Selbstzweifeln geplagt gewesen sein. Ende 1001 zog er mit einer Streitmacht gen Rom. Auf dem Weg hatte er plötzlich Fieberanfälle. Am 23. oder 24. Januar 1002 starb Kaiser Otto III. auf der Burg Paterno bei Rom. Es gibt Spekulation dahingehend, dass er vergiftet wurde.

Nachfolge von Otto III.

Das Heer des Kaisers verließ mit seinem Leichnam Italien. Als der Leichenzug im Februar 1002 Bayern erreichte, da empfing ihn der Herzog Heinrich IV. von Bayern, der Sohn von Heinrich dem Zänker, in Polling Bei dieser Gelegenheit forderte er die Bischöfe und Adligen auf, ihn zum König zu wählen. Doch nur der Bischof von Augsburg unterstützte das Ansinnen von Heinrich. Und auch nach der Beisetzung Ottos in Aachen gab es keinen Rückhalt für den Bayern Heinrich als König.

Am 15. Februar 1002 wählten in Pavia die Großen der Lombardei Arduin von Ivrea zum italienischen König. Im Reich konnte sich der Bayernherzog Heinrich erst nach einigen Wirren als König durchsetzen.

Literatur zu Otto III.

  • Ludger Körntgen: Ottonen und Salier. 3. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-23776-0
  • Ekkehard Eickhoff: Kaiser Otto III. Die erste Jahrtausendwende und die Entfaltung Europas. 2. Auflage, Klett-Cotta Stuttgart 2000, ISBN 3-608-94188-6.
  • Gerd Althoff: Otto III. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1997, ISBN 3-89678-021-2
  • Ekkehard Eickhoff: Theophanu und der König. Klett-Cotta Stuttgart 1996, ISBN 3-608-91798-5
  • Knut Görich: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Franz Steiner Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-0467-2